Wie kann ich mein Kind in seiner Entwicklung fördern?
Die Trotzphase im Alter zwischen zwei und drei Jahren ist berüchtigt – und fast alle Eltern haben hin und wieder den Eindruck, dass sich die Trotzphase eigentlich von etwa sechs Monaten bis ins Grundschulalter hinzieht. Wie geht man am besten mit unvermittelten Wutausbrüchen oder bockigen Kindern um?
Mit Zuwendung und echtem Interesse: Gemeinsam verbrachte Zeit mit Spielen, Kuscheln und Unterhaltungen ist die Grundlage für eine gesunde Entwicklung.
Mit dem Blick auf seine Vorlieben: Wenn euer Kind sich für das Schlagzeug begeistert, machen Geigenstunden wenig Sinn. Findet heraus, was eurem Kind wirklich Spaß macht und unterstützt diese Vorlieben – auch, wenn ihr euch eigentlich etwas ganz anderes vorgestellt habt.
Mit Loslassen: Traut eurem Kind etwas zu – es ist der Mix aus kleinen Erfolgen und Niederlagen, der eurem Kind hilft, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Mit Konsequenz: Viele Eltern haben Angst, dass Schimpfen oder Strafen ihr Kind unglücklich machen. Feste Regeln und die entsprechenden Konsequenzen geben einem Kind aber auch Sicherheit – solange sie gerecht und verständlich umgesetzt werden.
Rosa und Hellblau – Wie funktioniert geschlechtsneutrale Erziehung?
Ein Blick in die Babyabteilung von Kaufhäusern sagt alles: Ponys und Prinzessinnen auf der einen Seite, Autos und Piraten auf der anderen, dieses Muster findet sich schon auf Babystramplern wieder. Viele Eltern haben ihre Probleme mit dieser Art der Prägung. Sollten Kinder nicht eigentlich ihre eigenen Vorlieben entwickeln können, ohne von Anfang an in „Geschlechterschubladen“ einsortiert zu werden?
Antworten auf diese Frage gibt unser Artikel Typisch Junge, typisch Mädchen: Funktioniert geschlechtsneutrale Erziehung? Genau an diesem Punkt setzt die geschlechtsneutrale Erziehung an. Kinder sollen ihre Persönlichkeit frei entfalten können, ohne den gesellschaftlichen Erwartungen an ihr Geschlecht gerecht werden zu müssen. Eltern, die diesen Erziehungsstil umsetzen, geben ihren Kindern häufig geschlechtsneutrale Namen und stellen ihnen von Anfang an sowohl „Jungen-“ als auch „Mädchenspielsachen“, häufig Hosen, Röcke und Kleider gleichberechtigt zur Verfügung.
Selbstbestimmte Geschlechterrollen für Kinder?
Im Grunde ist es genau das, was wir uns für unsere Kinder wünschen – dass sie ohne Klischees und Vorurteile aufwachsen und ihre Vorlieben ausleben können. Kritiker bemängeln allerdings, dass eine strikt geschlechtsneutrale Erziehung bei Kindern auch Orientierungslosigkeit hervorrufen kann. Es ist nicht genau bekannt, welche Faktoren für die sexuelle Identität eine Rolle spielen. Als sicher gilt aber, dass die Erziehung nicht ausschließlich dafür verantwortlich ist, wie sich Kinder in ihre Geschlechterrolle hineinfinden.
Dem großen Plus der geschlechtsneutralen Erziehung – nämlich der Freiheit der Persönlichkeitsbildung – steht ein großes Risiko gegenüber: Kinder, die sich nicht auf ihre Rolle als Junge oder Mädchen festlegen, laufen Gefahr, im Kindergarten und in der Schule zu Außenseitern zu werden. Die Einflüsse und Erwartungen von außen werden in dieser Zeit immer stärker, sodass sich viele Kinder nach und nach trotzdem in ihre Geschlechterrolle fügen.
Was tun bei Problemen in Kita und Schule?
Spätestens mit dem Beginn der Tagesbetreuung liegt die Kindererziehung nicht mehr allein bei den Eltern. Erzieher, Lehrer und natürlich auch die anderen Kinder prägen den Alltag eures Kindes. Nicht immer läuft das reibungslos ab. Vielleicht kommt euer Kind mit seinen Problemen zu euch, vielleicht erfahrt ihr durch vorsichtiges Nachbohren oder im Gespräch mit Lehrern und Erziehern von Schwierigkeiten. Meist ist es das Sinnvollste, Ruhe zu bewahren, ggf. eine neutrale Meinung einzuholen und gemeinsam eine Lösung zu finden.
Lernschwierigkeiten:
Viele Eltern sind alarmiert, wenn ihr Kind langsamer lernt als andere Kinder. Dabei ist der Leistungsgedanke in der Kita und grundsätzlich auch in der Grundschule fehl am Platz. Auch bei anhaltenden Lernschwierigkeiten in der Schule ist es wichtig, dass ihr eurem Kind Sicherheit vermitteln und nicht den Eindruck entstehen lasst, es sei "nicht gut genug".
Sollte wirklich eine Entwicklungsverzögerung vorliegen, dann werden professionelle Erzieher bzw. Pädagogen euch rechtzeitig darauf ansprechen und ggf. Fördermaßnahmen wie Logopädie oder Ergotherapie vorschlagen.
Kontaktschwierigkeiten:
Nicht nur die zurückhaltenden Kinder haben manchmal Schwierigkeiten in der Kita oder Schule. Auch für kleine Rabauken ist es mitunter schwierig, Kontakt zu anderen, weniger offensiven Kindern aufzunehmen und sich mit ihnen zu verständigen. Erzwingen lässt sich nichts, macht euch nicht zu viele Gedanken, wenn euer Kind nicht so viele Freunde hat wie andere Kinder.
Vielleicht findet es mit der Zeit ein oder zwei andere Kinder, mit denen es besonders gut zurechtkommt. Diese Freundschaften könnt ihr unterstützen, um das Selbstbewusstsein eures Kindes zu stärken und es für neue Freundschaften zu öffnen.
Schwierigkeit mit dem pädagogischen Konzept:
Die meisten Kitas und Schulen verfolgen einen bestimmten pädagogischen Ansatz, der in der jeweiligen Satzung genau erläutert wird. Die meisten Eltern haben sich mit dem Konzept vertraut gemacht, wenn sie ihr Kind in einer Einrichtung anmelden. In der Praxis läuft es aber manchmal anders, als man sich es vorgestellt hat. Nicht alle Kinder kommen mit allen Erziehungsstilen zurecht und nicht immer wird ein pädagogisches Konzept von allen Erziehern unterstützt und geschlossen umgesetzt.
Grundsätzlich sollte euer Bauchgefühl entscheiden: Fühlt sich euer Kind wohl? Habt ihr das Gefühl, dass euer Kind dort gut aufgehoben ist? Nur, wenn ihr eine der beiden Fragen klar mit "Nein" beantworten könnt, solltet ihr über einen Wechsel nachdenken - denn der bedeutet in der Regel zusätzlichen Stress für euer Kind.
Alltägliche Tipps für eine glückliche Kindheit
Zeit miteinander verbringen:
Bis zu einem bestimmten Alter ist es für alle Kinder das Schönste, Zeit mit Mama und Papa zu verbringen. Es müssen keine großen Unternehmungen sein: Spielen, Lesen oder einfach auf dem Sofa kuscheln gibt Sicherheit und Geborgenheit.
Auch mal nichts vorhaben:
Manchmal ist weniger mehr. Kinder sind die ganze Woche in Kita und Schule eingespannt und erleben dort ständig Neues. Da ist ein Tag ganz ohne Pläne, mit reichlich Zeit zum Spielen, pures Glück. Natürlich möchten Eltern ihren Kindern etwas bieten – aber Freizeitaktivitäten im Akkord werden auch die lebhaftesten Kinder nicht genießen.
Geduldig sein:
Noch hat euer Kind die Möglichkeit, spielerisch zu lernen und sich frei zu entfalten. Lasst ihm diese Chance und erlaubt ihm, sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln – das ist nicht nur für euer Kind, sondern auch für euch entspannter.
Zuhören:
Es klingt so einfach, aber im hektischen Alltag und mit dem zunehmenden Druck von außen vergisst man manchmal, was wirklich wichtig ist: eurem Kind zuzuhören und es ernst zu nehmen, um es in seinen Bedürfnissen zu unterstützen.