Kindererziehung: Tipps für eine glückliche Kindheit

Kindererziehung ist eine Herausforderung in jedem Alter – und manchmal sind wir kurz vor dem Verzweifeln. Schließlich geht es nicht nur um die Regeln des Zusammenlebens zu Hause, sondern auch darum, eurem Kind das richtige Rüstzeug für sein ganzes Leben mit auf den Weg zu geben. Wenn wieder einmal alles drunter und drüber läuft, macht euch bewusst: Erziehung bedeutet vor allem, euer Kind in seiner Persönlichkeit zu stärken und ihm bestimmte Werte zu vermitteln, die ihm als Orientierung dienen.

Das ist eine Herausforderung, die ihr gemeinsam als Familie bewältigt und mit der ihr in der Rolle als Mutter und Vater wachst. Zu wissen, dass euer Kind Grundsätze wie Ehrlichkeit, Höflichkeit und Aufmerksamkeit anderen Menschen gegenüber verstanden hat, macht es etwas leichter, Kinderzimmerchaos, Wutanfälle oder Hausaufgabenfrust im Alltag zu akzeptieren. Wir haben euch Tipps und Verhaltensweisen zusammengestellt, mit denen ihr als Erwachsene Konflikte mit euren Kindern lösen und die Kindererziehung entspannt meistern könnt.

Den Grundstein legen – Ziele der Kindererziehung

  • Sicherheit: Ein sicheres Gefüge innerhalb der Familie mit verständlichen Regeln vermittelt Kindern die Sicherheit, die sie benötigen, um auch später im Leben selbstbewusste Entscheidungen zu treffen.

  • Persönlichkeit: Mit der richtigen Kindererziehung unterstützt ihr die Persönlichkeit eures Kindes. Denn nicht jedes Kind ist gleich und braucht individuelle Unterstützung bei der Entwicklung von seinen Eltern. So fällt es eurem Kind leichter, seinen Platz in der Welt zu finden.

  • Empathie: Die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen, ist eine Grundvoraussetzung für stabile Beziehungen. Zudem ist Empathie entscheidend für die Team- und Konfliktfähigkeit eures Kindes. Daher ist sie eine wichtige Voraussetzung für das spätere Erwachsenenleben und gerade für das berufliche Umfeld kaum wegzudenken.

  • Benehmen: Die Zeiten starrer Benimmregeln sind schon längst vorbei. Trotzdem ist „gutes Benehmen“ – in der Kommunikation oder bei Tisch – der gesellschaftliche Kitt, mit dem euer Kind sich in einer fremden Umgebung gut zurechtfindet und gehört daher zu den Grundsteinen der Kindererziehung.

Gibt es ein Rezept für eine glückliche Kindheit?

Alle Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder glücklich und unbeschwert aufwachsen. Und fast alle Mütter und Väter zweifeln hin und wieder, ob sie bei der Kindererziehung alles richtig machen – da seid ihr nicht allein! Neben der familiären Situation und den allgemeinen Lebensumständen spielt auch der <link> Erziehungsstil eine entscheidende Rolle dafür, wie sich Kinder in ihrer Welt zurechtfinden. Dennoch: Eine Anleitung für eine glückliche Kindheit gibt es nicht. Dazu ist das Naturell jedes Kindes und seine individuelle Lebenssituation zu verschieden.

Fest steht: Das Gefühl von Sicherheit, ein vertrautes, liebevolles Umfeld, das richtige Maß an Aufmerksamkeit und Zuwendung sowie ausgeglichene soziale Kontakte sind als Glücksfaktoren für die Entwicklung bedeutender als ein großes Kinderzimmer, das heißbegehrte Spielzeug oder tolle Unternehmungen. Wir wissen längst, dass Kinder nicht unbedingt glücklicher sind, wenn sie alles bekommen, was sie sich wünschen.

In vielen Familien arbeiten heute beide Elternteile und viele Eltern möchten die knapp bemessene Zeit mit ihrem Kind nicht durch Schimpfen oder Meckern „verderben“. Diese Sorge ist verständlich, aber meist ein Fehlschluss. Euer Kind muss vor allem wissen, woran es bei euch ist – eindeutige Regeln bieten ihm dabei eine gute Orientierung und sind eine stabile Grundlage für ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Motivation oder Leistungsdruck – wo verläuft die Grenze?

Wir Erwachsenen kennen alle die Welt, die uns umgibt: den herausfordernden Arbeitsmarkt, die komplexen sozialen Gefüge – und wir wissen, dass auch unsere Kinder irgendwann mit all dem zurechtkommen müssen. Dieser Gedanke macht vielen Eltern Angst. Und so ist es nur ein kleiner Schritt von positiver Unterstützung zum Leistungsdruck. Wann ist es zu viel des Guten? Wir haben fünf Tipps, wie ihr euer Kind fördert, ohne es zu überfordern:

  1. Nicht zu viel verlangen: Kinder lernen spielerisch. Das Ausloten der eigenen Fähigkeiten ist wichtiger als schnelle Lernerfolge: Es bildet die Grundlage für das Selbstbewusstsein und ist sehr wichtig für die Entwicklung eurer Kinder.

  2. Auf die Interessen eures Kindes eingehen: Wenn sich eure Kleinen für Instrumente wie zum Beispiel Schlagzeuge und Trommeln begeistern, geht am besten darauf ein. Drängt euren Kids nicht das Erlernen eines "prestigeträchtigen" Instruments wie Geige oder Klavier auf, denn das kann möglicherweise mit viel Frust verbunden sein.

  3. Nicht mit den Leistungen anderer vergleichen: Ob es der Babyschwimmkurs ist, die Kinderturngruppe, die Klassenkameradinnen und -kameraden oder auch die Geschwister: Bewertet euer Kind nicht anhand der Leistungen anderer, sondern behaltet seine persönlichen Erfolge im Blick und lobt es für seine Leistungen.

  4. KindRückschläge nicht verurteilen: Es heißt nicht umsonst, dass Niederlagen den Charakter stärken. Anstatt Misserfolge zu tadeln, solltet ihr nachhaken, warum es nicht geklappt hat – und es auch akzeptieren, dass das gewählte Hobby oder das Schulfach eurem Kind einfach nicht so gut liegt.

  5. Zeit zum Nichtstun: Mit einem Nachmittagsprogramm an fünf Tagen pro Woche bereitet ihr euer Kind perfekt auf den Arbeitsalltag vor – nehmt ihm aber auch die Möglichkeit, einfach mal zu spielen oder für sich zu sein. Auch wenn euer Kind viele Interessen hat, solltet ihr ihm ausreichend freie Zeit lassen. Das ist für eine gesunde Entwicklung enorm wichtig.

Tränen, Wutausbrüche und freche Sprüche – So reagiert ihr auf die Launen eurer Kinder richtig

Die Trotzphase im Alter zwischen zwei und drei Jahren ist berühmt-berüchtigt – und fast alle Eltern haben hin und wieder den Eindruck, dass sich die Trotzphase eigentlich von etwa sechs Monaten bis ins Grundschulalter hineinzieht. Wie geht ihr in der Kindererziehung am besten mit unvermittelten Wutausbrüchen oder bockigen Kindern um?

  • Ruhe bewahren: Das ist leichter gesagt als getan – aber Ruhe bewahren hilft euch, die Kontrolle über die Situation zu behalten. So könnt ihr eurem Kind helfen, „die Kurve zu kriegen“ und das Verhalten zu regulieren.

  • Verständlich reagieren: In den allermeisten Gründen steigert sich euer Kind nicht in einen Wutanfall hinein, um euch zu ärgern. Reagiert daher in der jeweiligen Situation so, dass euer Kind eure Reaktion als logische Konsequenz seines Handelns begreift. Das verhindert keine neuen Wutausbrüche oder Schimpftiraden – aber es bietet Sicherheit für euer Kind.

  • Gründe finden: Ist es wirklich Wut oder Frust über eine Situation oder macht eurem Kind etwas anderes zu schaffen? Manchmal bocken Kinder auch, weil sie mehr Aufmerksamkeit möchten oder einfach um die Grenzen auszuloten – wenn ihr den Grund erkennt, könnt ihr besser reagieren.

  • Auf das Bauchgefühl hören: Jeder Bock ist anders. Feste Erziehungsgrundsätze sind in Ordnung, aber versucht, die jeweilige Situation zu verstehen und zu berücksichtigen. Mit dem Bauchgefühl liegt ihr als Eltern meist richtig.

Gewusst wie: verschiedene Erziehungsstile und -ansätze

Viele Schulen und Kindergärten sind nach bestimmten pädagogischen Konzepten ausgerichtet, zum Beispiel nach der Montessori- oder der Reggio-Pädagogik. Aber auch innerhalb der Familien gibt es meist einen bestimmten Erziehungsstil, geprägt vom jeweiligen Zeitgeist und von der eigenen Erziehung der Eltern. Wir haben einige der häufigsten Erziehungsansätze für euch zusammengestellt.

Demokratische Erziehung: Die demokratische Erziehung sieht die Familie als Gruppe, in der Eltern und Kinder Entscheidungen gemeinsam treffen. Eltern und Kinder sind dabei nicht gleichgestellt, aber die Eltern gehen intensiv auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder ein. Die Kommunikation steht im Mittelpunkt dieser Erziehungsform – dazu gehört auch, dass Eltern ihre Entscheidungen erklären und mit den Kindern diskutieren. Die demokratische Erziehung ermöglicht Kindern, ihre Persönlichkeit zu entfalten, setzt bei den Eltern aber ein hohes Maß an Kommunikationsbereitschaft und Geduld voraus.

Autoritäre Erziehung: Die autoritäre Kindererziehung gilt bei uns als veraltet. Die Kinder sind den Eltern untergeordnet und müssen meist hohe Erwartungen erfüllen. Die autoritäre Erziehung baut auf einem System aus Belohnung und Bestrafung auf, das zwar ein festes, vermeintlich sicheres Gefüge im Leben der Kinder bildet, aber ihnen möglicherweise auch die Möglichkeit zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit nimmt. Die emotionalen Bedürfnisse kommen bei diesem Erziehungsstil meist zu kurz, daher können Kinder, die stark autoritär erzogen werden, zu Aggressivität neigen.

Egalitäre Erziehung: Die egalitäre Erziehung stellt Eltern und Kinder miteinander gleich. Alle Familienmitglieder dürfen gleichberechtigt mitbestimmen, haben aber auch die gleichen Pflichten. Mit der egalitären Erziehung lernen Kinder früh, ihre Wünsche zu äußern und diese mit den Eltern zu diskutieren und entwickeln ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Im Alltag führt der egalitäre Erziehungsstil allerdings schnell zu Konflikten – etwa, wenn das Kind entscheidet, dass es nicht in den Kindergarten will.

Laissez-faire-Erziehung: Die Laissez-faire-Erziehung ist eine gesteigerte Form der antiautoritären Erziehung, die seinerzeit als revolutionäres Erziehungskonzept galt. Bei der Laissez-faire-Erziehung verhalten sich die Eltern größtenteils passiv: Es gibt keine Regeln oder Grenzen, aber auch kein Lob oder Anteilnahme. Die Idee ist, wie beim antiautoritären Stil, dass Kinder sich und die Persönlichkeit aus sich selbst heraus entwickeln. Ganz ohne Führung fühlen sich diese Kinder allerdings schnell alleingelassen und haben zudem enorme Schwierigkeiten, sich in die allgemeingültigen Gesellschaftsregeln zu fügen.

Permissive-Erziehung: Auch die permissive Erziehung geht auf die antiautoritäre Erziehung zurück. Eventuelle Regeln und Grenzen handhaben die Eltern sehr nachgiebig. Permissiv erzogene Kinder können ihren impulsiven Wünschen ungehindert nachgehen, erfahren aber auf der anderen Seite nur dann Unterstützung von den Eltern, wenn sie diese aktiv einfordern. Anders als bei der Laissez-faire-Erziehung ist die Beziehung zu den Eltern emotional meist sehr eng, aber durch die fehlende Struktur im Alltag tun sich viele Kinder schwer im Umgang mit anderen.

Bestrafen – Ja oder nein?

Kindererziehung ist immer auch vom Zeitgeist geprägt. Waren zum Beispiel vor 60 Jahren Autorität und körperliche Züchtigung an der Tagesordnung, verschob sich das Erziehungsideal in den 1970er- und 1980er Jahren zu Selbstverwirklichung und Eigenständigkeit. Heute steht die optimale Förderung und Entwicklung des Kindes und seiner Persönlichkeit im Fokus. Strenge Bestrafung sind ebenso passé wie grenzenlose Freiheiten – dennoch muss euer Kind lernen, dass sein Handeln Folgen hat. Ein paar Tipps, wie ihr das hinbekommt:

Klare Regeln aufstellen: Wenn euer Kind weiß, was richtig und falsch ist, kann es mit den Konsequenzen besser umgehen.

Konsequent sein: Lasst eure Regeln grundsätzlich gelten und passt diese nicht nach Laune und Situation an.

Miteinander sprechen: Erklärt eurem Kind, warum eine bestimmte Situation zu eurer Konsequenz geführt hat.

Ohne Emotion strafen: Straft euer Kind nicht, um ihm eins auszuwischen – und macht euch bewusst, dass auch ihr die Strafe „aushalten“ müsst.

Niemals körperlich strafen: Und wenn ihr noch so aufgebracht seid – nehmt euch lieber eine kurze Auszeit und atmet tief durch.

Bildnachweise:

Vater und Sohn haben Spaß zusammen ©pikselstock - stock.adobe.com

Mutter und Tochter lachen zusammen ©fizkes - stock.adobe.com

Vater mit traurigem Sohn ©Halfpoint - stock.adobe.com

Vater mit Tochter im Bad ©Halfpoint - stock.adobe.com

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