20. Schwangerschaftswoche: Entwicklung des Fötus, körperliche Veränderungen der Mutter & Tipps zur Vorbereitung

Halbzeit! Die 20. Schwangerschaftswoche hat für viele Frauen eine besondere Bedeutung: So viele Veränderungen liegen schon jetzt hinter der werdenden Mutter und mit voranschreitender Schwangerschaft steigt die Vorfreude und Neugier auf den Nachwuchs. Vom anstrengenden 1. Trimester über den entspannten, geruhsamen 4. und 5. Monat, in dem sich Mutter und Kind erst so richtig aneinander gewöhnt haben. Rasant geht die Entwicklung des Fötus nun weiter und wahrscheinlich spürt ihr jetzt deutliche Kindesbewegungen. Wir verraten euch, was ihr und euer Baby in der 20. SSW sonst noch erwartet

Die Entwicklung eures Babys in der 20. Schwangerschaftswoche

Nervenzellen vervollständigen sich:

  • Das Nervensystem eures Mini-Menschen entwickelt sich in der 20. Schwangerschaftswoche rasant. Pro Minute entstehen rund 200.000 Gehirnzellen. Bis zur Geburt werden es 100 Milliarden sein. Gleichzeitig laufen weitere Reifungsprozesse des Gehirnsvoran, die unter anderem für die Entwicklung der Sinneswahrnehmungen zuständig sind.

Sinneseindrücke werden abgespeichert:

  • Geruchs- und Geschmackssinn, Sehsinn, Gehör und Tastsinn eures Kindes haben sich in den vergangenen Wochen immer weiter ausdifferenziert. Euer Baby besitzt in SSW 20 10-mal mehr Geschmacksknospen im Mund als nach seiner Geburt. Zudem reagiert es jetzt durch die geschlossenen Augenlider hindurch auf Lichtveränderungen in der Gebärmutter. Auch die Stimme seiner Mutter oder einfache Lieder nimmt es bewusst wahr und speichert sie als Erinnerung ab.

„Kletterübungen“:

  • Neben dem Saug- und Schluckreflex entwickelt der Fötus um die 20. SSW herum noch einen weiteren lebenswichtigen Reflex: Er beginnt sich so richtig zu strecken und die Beine anzuziehen sowie die Arme intensiv zu bewegen. Kletterübungen und der rege Bewegungsdrang machen sich nun auch deutlich bei euch bemerkbar. Ein leichtes Flattern im Bauch ist hin und wieder sogar von außen zu betrachten – ganz zur Freude eurer Partnerin oder eures Partners.

Die 2. Ultraschalluntersuchung steht an

Auf diesen Termin warten werdende Eltern wahrscheinlich schon sehnsüchtig: In der 2. großen Ultraschalluntersuchung im 2. Trimester, die meist zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, ist von eurem Baby schon wesentlich mehr zu erkennen als im 1. Trimester. Mittlerweile ist es ungefähr 24 bis 25 cm (vom Scheitel bis zu den Fersen) groß. Das entspricht in etwa der Größe einer Paprika. Sein Gewicht beträgt meist zwischen 210 bis 240 Gramm – das ist fast so viel wie ein Paket Butter.

Die beeindruckende Entwicklung könnt ihr auf dem Ultraschallbild bestaunen. Und vielleicht lutscht euer Kind gerade am Daumen oder hält die Nabelschnur fest? Manchmal scheint es den Eltern auf dem Ultraschallbild auch zuzuwinken oder aber es dreht euch einfach den Rücken zu. Neben den neuen Bildern hält eure Frauenärztin oder euer Frauenarzt mit der Untersuchung den Entwicklungsstand des Fötus fest. Dies wird natürlich in euren Mutterpass eingetragen.

Körperliche Veränderungen – was passiert bei der Mutter in SSW 20?

In der 20. Schwangerschaftswoche steht immer noch alles im Zeichen des Wachstums – nur diesmal sind die körperlichen Veränderungen bei der Mutter deutlicher zu sehen und zu spüren. Neben der sichtbaren Wölbung eures Bauches treten auch Schwangerschaftsbeschwerden wie Kurzatmigkeit und Müdigkeitsempfinden auf.

Wachstum der Gebärmutter:

  • Die Gebärmutter wächst stetig nach oben. Ihre obere Kante, den sogenannten Fundus, könnt ihr nun in SSW 20 auf Bauchnabelhöhe ertasten. Dabei handelt es sich lediglich um einen Zwischenstopp, denn in den kommenden Wochen und Monaten wird die Gebärmutter bis auf die Höhe des Brustbeins wandern.

Erste Übungswehen:

  • Gerade habt ihr noch einen leichten Schubser eures Babys gespürt und plötzlich wird der gesamte Bauch von einem Moment zum anderen hart und „zieht". Es kann gut sein, dass schon in der 20. Schwangerschaftswoche die ersten Übungswehen auftreten. Meist kommen sie nur vereinzelt und sind kein Grund zur Beunruhigung. Nur wenn die Übungswehen sehr schmerzhaft sind oder gar häufig auftreten, ist es wichtig, dass ihr mit eurer Ärztin oder eurem Arzt sprecht.

Kurzatmigkeit:

  • Die Gebärmutter wächst stetig und drückt auf die inneren Organe. Viele Frauen fühlen sich jetzt kurzatmig und müssen häufiger als sonst auf die Toilette. Auch wenn sich nach wie vor gelegentlich Heißhungerattacken einstellen, bemerken viele Frauen, dass sie keine großen Portionen mehr essen können. Denn der Uterus engt auch den Magen ein.

Müdigkeit:

  • Die meisten werdenden Mütter verspüren die gesamte Schwangerschaft über Müdigkeit und Erschöpfung. Eure Energie nutzt euer Körper für zwei. Doch auch Eisenmangel kann die Ursache für eure Müdigkeit darstellen. Am besten klärt ihr dies mit eurer Frauenärztin oder eurem Frauenarzt ab.

Kindesbewegungen werden deutlicher:

  • Vielleicht habt ihr in den letzten Wochen bereits ein zartes Flattern im unteren Bauch gespürt und euch gefragt, ob das schon eine Kindesbewegung ist. Mit der 20. SSW werden die leichten Tritte des Fötus zunehmend deutlicher und schon bald seht ihr die Bewegung auch von außen auf dem Bauch. Spürt ihr selbst noch keine Bewegungen, ist das noch kein Grund zur Sorge. Denn je nach Lage der Gebärmutter kann es noch ein bis zwei Wochen dauern.

Verändertes Hautbild:

  • Mit großer Wahrscheinlichkeit hat sich eure Haut während der Schwangerschaft verändert. Während viele Frauen einen strahlenden, rosigen Teint erhalten, plagen andere unreine oder trockene und schuppige Haut. Fast jede werdende Mutter berichtet, dass ihre Haut in der Schwangerschaft empfindlicher ist. Am besten verwendet ihr jetzt pH-neutrale und parfümfreie Produkte, die ihr auch in der ersten Zeit nach der Geburt weiterverwendet: Stark parfümierte Cremes und Duschgels sind weniger zu empfehlen, da sie den Geruch der Mutter „verfälschen“ und damit euer Baby irritieren können.

20. Schwangerschaftswoche: Das ist jetzt wichtig

Die Hälfte eurer Schwangerschaft ist rum und viele Eltern widmen sich bereits jetzt der intensiven Vorbereitung auf ihren Nachwuchs: Von der Baby-Erstausstattung bis hin zur Namensfindung oder dem letzten Urlaub, um genügend Energie zu tanken – hier erfahrt ihr, was ihr in SSW 20 angehen könnt.

Baby-Erstausstattung

Kleidung, Möbelstücke und einzelnes Zubehör: Die Baby-Erstausstattung stellt viele Eltern vor die Frage, welche Einzelheiten sie wirklich schon zur Geburt benötigen und was vielleicht erst im Nachhinein gekauft werden kann. Um ein erstes Gefühl zu bekommen und einen Überblick zu schaffen, lohnt es sich, wenn ihr euch die wesentlichen Utensilien zur Erstausstattung notiert. Diese Erstausstattungs-Checkliste könnt ihr dann nach und nach abarbeiten, damit ihr bestens auf euer kleines Wunder vorbereitet seid und diesem an nichts fehlt.

Wie einigen wir uns auf einen Namen für unser Baby?

Der Namensfindungsprozess beginnt meist schon früh in der Schwangerschaft. Häufig haben Mutter und Vater jeweils ihre Favoriten, oder aber sie suchen gemeinsam nach schönen oder auch ungewöhnlichen Namen. Hier ein paar grundsätzliche Tipps zur Namenswahl:

  • Bei nicht verheirateten Paaren muss entschieden werden, welchen Nachnamen das Kind tragen soll. Die standesamtliche Entscheidung kann später nicht rückgängig gemacht werden.

  • Wichtiger als ein möglichst einzigartiger Name ist die Tatsache, dass euer Kind später gut mit diesem Namen leben kann.

  • Ob ein ungewöhnlicher Wunschname von der Standesbeamtin oder dem Standesbeamten akzeptiert wird, ist vom Einzelfall abhängig und manchmal einfach Glückssache.

  • Manchmal sind Zweitnamen ein guter Kompromiss. Im Zweifelsfall kann euer Kind später selbst entscheiden, welcher Name ihm besser gefällt.

  • Wenn ihr und eure Partnerin oder euer Partner beim Namen auf gar keinen gemeinsamen Nenner kommen, lasst die Namenswahl einfach eine Weile ruhen.

Fliegen in der Schwangerschaft

Einige werdende Eltern nutzen die 20. Schwangerschaftswoche für einen letzten Urlaub vor der Geburt. Der Zeitraum erweist sich als äußerst günstig, da ihr euch meist noch sehr gut bewegen könnt und auch das Fliegen bis zur 28. Schwangerschaftswoche in der Regel keine Probleme darstellt. Die Metalldetektoren und Ganzkörper-Scanner der Sicherheitskontrollen stellen keine Probleme für euer Kind dar. Um den Flug möglichst komfortabel zu erleben und körperlichen Beschwerden wie Thrombose vorzubeugen, empfiehlt es sich, wenn ihr Stützstrümpfe oder Kompressionsstrümpfe tragt. Auch ein Sitzplatz am Gang ist bestens für Schwangere geeignet, da ihr euch einfacher auf den Weg zur Toilette machen, eure Beine strecken und auf- und abgehen könnt.

Zur 21. Schwangerschaftswoche

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Bildverzeichnis

Illustration von schwangeren Frauen © designer_things - stock.adobe.com

Schwangere Frau mit Babycreme und Babyöl in der Hand © ajlatan - stock.adobe.com