Die 6. Schwangerschaftswoche: Entwicklung des Babys, körperliche Veränderungen der Mutter & hilfreiche Tipps

In der 6. Schwangerschaftswoche spürt ihr als werdende Mütter langsam deutlicher, dass in eurem Körper Leben entsteht. So fühlen sich viele Frauen schon jetzt schlapper oder verspüren Symptome wie Übelkeit und leichte Kreislaufprobleme. Im Grunde sind diese Beschwerden ein gutes Zeichen: Sie deuten darauf hin, dass sich euer Hormonhaushalt voll und ganz auf den Schutz des Embryos einstellt. Grundsätzlich schreitet die Entwicklung des Embryos nun rasant voran. Was genau in der 6. SSW in eurem Körper geschieht und inwiefern sich euer Baby nun zu Beginn des zweiten Monats der Schwangerschaft weiterentwickelt, erfahrt ihr im Folgenden.

Die Entwicklung des Babys in der 6. Schwangerschaftswoche

Das Herzchen schlägt: In der 6. Schwangerschaftswoche macht das Herz eures Kindes den ersten Schlag. Ist es anfangs noch etwas träge, schlägt es schon bald satte 100 bis 120 Schläge pro Minute. Damit ist es ungefähr doppelt so schnell wie eure Herzen.

Kopf, Mundöffnung und Hals erkennbar: Im Vergleich zur 1-5. Schwangerschaftswoche, in der der Embryo eher einer länglichen Kaulquappe ähnelte, nimmt er nun eine leicht gekrümmte Form wie ein Würmchen an – jetzt lassen sich bereits erste Körperteile erkennen. So ist in der 6. SSW der Kopf des Babys, wenn auch unverhältnismäßig groß im Vergleich zum restlichen Körper, deutlich erkennbar. Auch die Anlagen für Augen, Ohren und das Gehirn sind zu erahnen. Der Hals ist als Fortsatz des Kopfes auszumachen und geht in den runden Rückenstrang über, aus dem später die Wirbelsäule des Babys entsteht. Im Voranschreiten der 6. Schwangerschaftswoche entsteht nunmehr die Mundöffnung sowie Unterkiefer und Stimmbänder.

Erste Ansätze für Arme und Beine: Auf dem Ultraschall erkennt ihr in SSW 6 allenfalls kleine, knubbelige Ansätze an Stellen des Körpers vom Embryo, wo später die Arme und Beine wachsen. Die Anlagen dafür sind aber schon vorhanden, ebenso wie die Knorpelstruktur, die sich später in feste Knochen verwandelt.

Zeugen der Evolution: In der sechsten Woche der Schwangerschaft scheint der Embryo auf dem Ultraschallbild einen „Schwanz“ zu haben. Der Rückenstrang zieht sich über die Anlagen für die Beine hinaus, ein deutlicher Hinweis auf die evolutionäre Entwicklung des Menschen. In den folgenden Wochen entwickelt sich diese Verlängerung jedoch vollständig zurück. Auch Nervenbahnen, das Innenohr, der Darm, die Lunge, Leber und Schilddrüse beginnen sich zu bilden. Magen und Nieren arbeiten bereits und produzieren Magensaft und Urin. Die Nabelschnur führt nun vom Bauch des Embryos direkt zum Choriongewebe, aus dem sich die Plazenta bereits seit der 4. Schwangerschaftswoche entwickelt hat. Bis zur Geburt übernehmen die jetzt vollständig ausgebildete Plazenta und die Nabelschnur die Versorgung des Babys.

Das zeigt das Ultraschallbild

In der 6. Schwangerschaftswoche ist das Baby nun eindeutig zu sehen. Die Größe des Embryos beträgt jetzt stolze zwei bis vier Millimeter – das entspricht der Größe eines Granatapfelkerns. Zu sehen ist ein kleines, länglich gekrümmtes Würmchen, bei dem die Arm- und Beinanlagen zu erahnen sind. Mit viel Glück erkennt ihr sogar das pulsierende Herz eures Babys. Eindeutig ist das meist jedoch erst in zwei bis drei Wochen zu beobachten. Solltet ihr beim Ultraschall noch nicht die genannten Veränderungen wahrnehmen, ist das allerdings kein Grund zur Beunruhigung: Oft ist das kleine Wunder gut versteckt.

SSW 6: Körperliche Veränderungen bei der Mutter

Gerade zu Beginn eurer Schwangerschaft ist es normal, dass die Hormone der Frau aus der Reihe tanzen. Von der hormonellen Umstellung bis hin zu den daraus resultierenden Schwangerschaftssymptomen – jetzt geht es so richtig los und die körperlichen Anzeichen und Veränderungen bleiben nicht mehr unbemerkt.

Hormonelle Umstellung: Der gesamte Hormonhaushalt stellt sich auf den Schutz von Mutter und Baby ein: Das "Schwangerschaftshormon" hCG verhindert einen weiteren Eisprung, Relaxin macht schon jetzt das Gewebe von Beckenboden und Muttermund weicher und elastischer und Progesteron sichert die Entwicklung des Embryos. Gleichzeitig steigt der Östrogenspiegel an, um die Produktion der Muttermilch vorzubereiten. Dadurch sind die Brüste noch empfindlicher und die Warzenhöfe verfärben sind meist dunkler.

Progesteron-Anstieg sorgt für Verstopfung: Der Bauch ist aufgebläht und hart – viele Frauen fühlen sich in SSW 6 schon ziemlich schwanger. Der Grund dafür ist Verstopfung, die in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft sehr häufig vorkommt. Verantwortlich ist der steigendeProgesteron-Spiegel im Körper der Frau: Das Gelbkörperhormon sorgt dafür, dass sich der gesamte Stoffwechsel verlangsamt, um mehr Energie für den Schutz und die Entwicklung des Embryos zur Verfügung zu haben. Die Folge sind extreme Müdigkeit und Verstopfung, oft bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats.

Unvermeidliche Schwangerschaftssymptome: Die Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft sind individuell ausgeprägt – einige Frauen verspüren die gesamte Schwangerschaft hindurch wederÜbelkeit noch Essgelüste, andere fühlen sich noch weit über das erste Trimester hinaus schlapp und unwohl. Manche werdenden Mütter haben sogar den Eindruck, dass ihre Zunge und Mundschleimhaut geschwollen sind. Das deutet nicht unbedingt auf ein Krankheitsanzeichen hin, sondern ist ebenfalls als Schwangerschaftssymptom einzuordnen – ebenso wie ein bitterer Geschmack im Mund.

Was hilft gegen die Symptome der Schwangerschaft?

Vermeiden lassen sich die klassischen Schwangerschaftssymptome leider nicht. Aber es gibt viele Möglichkeiten, sie zu lindern: Ob mit Homöopathie, bewährten Hausmitteln oder in schweren Fällen auch mit stärkeren Medikamenten ­­– sprecht die Einnahme auf jeden Fall mit eurer Frauenärztin oder eurem Frauenarzt ab. 

Bei Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit haben sich insbesondere folgende Tipps zur Linderung der Begleiterscheinungen bewährt, sind jedoch nicht als Allheilmittel zu verstehen:

  • Nehmt die erste Mahlzeit des Tages liegend im Bett ein (beispielsweise. Zwieback und Pfefferminztee). Vielleicht hilft es euch, wenn ihr das Essen bereits am Vorabend zubereitet. Ansonsten ist es hilfreich, wenn euer Partner, der werdende Papa, die Vorbereitungen des Frühstücks übernimmt.

  • Esst lieber mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt. So geht ihr sicher, dass ihr genug Nahrung zu euch nehmt und euch dennoch nicht mit einer großen Portion überfordert bzw. diese runterzwingen müsst.

  • Würzt euer Essen eher gering. Nachwürzen könnt ihr immer noch. Den Geschmacksnerven hilft es, wenn ihr sie nicht gleich mit einer Geschmacksexplosion überrascht – so reagiert euer Körper mit weniger Übelkeit.

  • Meidet kohlensäurige Getränke, saure Säfte und rohe Zwiebeln.

  • Esst Ingwer oder trinkt diesen in eurem Tee. Dieser beruhigt euer Inneres.

  • Gönnt euch gerade zu Beginn der Schwangerschaft ausreichend und bewusste Ruhepausen.

  • Bei Kreislaufbeschwerden hilft es, wenn ihr viel trinkt und euch ausreichend und langsam bewegt.

Warum ist der Mutterpass so wichtig?

Sobald euch die Ärztin oder der Arzt die bestehende Schwangerschaft bestätigt, stellt er oder sie euch einen Mutterpass aus. Dieser dient zum einen der Dokumentation der gesamten Schwangerschaft bis zur Geburt, zum anderen liefert er alle wichtigen Informationen zu eventuellen Erkrankungen oder Risiken in der Schwangerschaft. Auf diese Weise kann jede Hebamme oder jede behandelnde Ärztin oder Arzt auf einen Blick sehen, worauf er oder sie bei der Schwangeren zu achten hat.

Neben der körperlichen Entwicklung von Baby und Mutter werden auch alle Daten zum allgemeinen Gesundheitszustand der Frau gesammelt, unter anderem:

  • Blutgruppe

  • Antikörper-Tests, z. B. auf HIV, Röteln und Toxoplasmose

  • Test auf Chlamydien

  • Krankenvorgeschichte (Anamnese)

  • Angaben zur Schwangerschaftsberatung

Die wichtigsten Informationen zur Geburt (Datum, Größe und Gewicht des Kindes, spontane Geburt oder Kaiserschnitt, eventuelle Komplikationen etc.) werden ebenfalls im Mutterpass vermerkt – ebenso wie alle folgenden Schwangerschaften.

Nicht vergessen: Daran solltet ihr in der 6. Schwangerschaftswoche denken

  • Arbeitgeber informieren: Als Frau in Festanstellung solltet ihr jetzt schon euren Arbeitgeber oder eure Arbeitgeberin über die Schwangerschaft informieren, damit der Mutterschutz sowie die darauffolgende Elternzeit in der zukünftigen Planung berücksichtigt werden kann.

  • Für Selbstständige: Prüft euren Anspruch auf Krankengeld! Auch selbstständige Frauen können für die sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Mutterschaftsgeld beantragen. Voraussetzung ist, dass ihr bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert seid und Anspruch auf das gesetzliche Krankengeld habt. Wenn ihr als Selbstständige schwanger seid, solltet ihr so schnell wie möglich euren Anspruch auf Krankengeld prüfen und diesen ggf. zusätzlich abschließen, um das Mutterschaftsgeld zu erhalten.

Zur 7. Schwangerschaftswoche

Bildnachweise

Illustration Schwangerschaftsverlauf 2. Monat © designer_thing - stock.adobe.com

Schwangere sitzt im Schneidersitz auf Sofa und hält sich den Bauch © Maksym Azovtsev -stock.adobe.com