– Elo Elch –
Mit Toleranz besser durchs Leben

– Elo Elch – Mit Toleranz besser durchs Leben

Hallo, meine Lieben,
hier bin ich wieder, euer Elo Elch.

Heute möchte ich mit euch über etwas nachdenken, das mir sehr wichtig ist: Toleranz. Und jetzt fragt ihr bestimmt: Elo, was ist das denn überhaupt? Kluge Frage! Toleranz bedeutet, den anderen erst einmal anzunehmen wie er ist. Ihn hinzunehmen, ohne zu urteilen. Also ohne zu sagen „toll, klasse!“ oder „nee, geht ja gar nicht“, weder so noch so.

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Das Wort „Toleranz“ kommt von dem lateinischen Wort „tolerare“, das bedeutet „ertragen, erdulden“. Aber Toleranz meint heute mehr als das. Wer sich tolerant gegenüber anderen Menschen zeigt, versteht zwar nicht immer, warum sie etwas tun, denken oder für wichtig erachten. Aber erlässt es sie machen, und zwar ohne sie deswegen zu verspotten oder sogar zu verachten. Und ohne sie „eines Besseren“ belehren zu wollen. Also, zum Beispiel: Ein Kind hört gern Musik, die dir nicht gefällt. Es hört nicht zu laut, das stört dich also nicht. Es ist einfach so, dass du diese Musik nicht leiden kannst. Solltest du dem Kind „beibringen“, dass die Musik, die du hörst, viel besser ist? Solltest du dich über das Kind lustig machen? Ihm seinen Musik-Player wegnehmen und zerstören?

Nun, du kennst meine Antwort, du hast sie dir schon längst selbst gegeben: Natürlich nicht! Würdest du das Kind schlecht machen, es sogar ausgrenzen, dann wäre das sehr intolerant. Wenn du dir sagst: Kann doch jeder hören, was er will und soll doch jeder hören, was ihn glücklich macht, dann ist das eine tolerante Einstellung.

Vor rund 300 Jahren haben sich einige Philosophen überlegt, was Toleranz noch bedeutet. Und sie haben den Begriff erweitert: Selbstkritik! Um in unserem Beispiel zu bleiben, würde das folgendes bedeuten: Du lässt das Kind nicht nur in Ruhe seine Musik hören. Du fragst dich selbst, warum dir diese Musik eigentlich nicht gefällt. Du hörst sie dir genau an, dabei lernst du dazu. Vielleicht findest du heraus, dass sie nicht deinem Geschmack entspricht, aber an und für sich nicht schlecht ist. Du akzeptierst die Musik – und damit die Wahl des Kindes. Akzeptanz ist der Schritt, der der Toleranz folgt.

So geht es mit ganz vielen Dingen auf der Welt: Ob Religionen, Meinungen, Überzeugungen, Vorlieben, Verhaltensweisen. Es gibt so viele Menschen und so viele Kulturen auf der Welt! Dadurch ist unsere Welt bunt und reich. Die einen essen mit Stäbchen, andere mit Messer und Gabel, wieder andere mithilfe von Brotfladen und den Fingern. Lehnst du von vornherein alles ab, was du nicht kennst, machst du dein Leben arm. Intoleranz macht arm. Schlimmer: Sie führt zu Missverständnissen, zu Streit und sogar zu Kriegen. Nur, wenn wir uns gegenseitig tolerieren, können wir friedlich zusammenleben.

Wieso gibt es intolerante Menschen? Tja, Intoleranz ist leider einfacher als Toleranz. Man kann fertige Meinungen übernehmen, statt durch Zuhören und Nachdenken zu einer eigenen zu gelangen. Mit Intoleranz kann man sich nicht nur von anderen abgrenzen („Wir sind wir – und ihr gehört nicht dazu!“), man kann sich auch groß und stark fühlen („Wir sind besser – und ihr seid nichts wert!“).

Musst du Intoleranz tolerieren? Ganz klar: Nein. Wenn du siehst, dass ein Kind von anderen ausgegrenzt wird, dann solltest du deine Meinung sagen. Höflich, aber bestimmt. Toleranz braucht keinen Mut, der nächste Schritt aber schon. Am besten holst du dir Hilfe von Freunden, denen intolerantes Verhalten ebenso wie dir nicht egal ist.

Toleranz macht dich zu einem weltoffenen Menschen. Du lernst zu verstehen, warum manche Menschen etwas so machen, wie sie es machen. Auch wenn du es nicht so machst. Aber du siehst, dass es auch anders geht. Was du dafür brauchst? Einen offenen Blick, ein weites Herz, einen wachen Verstand!

Bleib wach!
Dein Elo

– Toleranz –
aus Überzeugung!

Toleranz ist mehr als eine Charaktereigenschaft: sie ist eine Haltung. Sie lässt sich, wie so vieles im Leben, erlernen. Und dieser Lernprozess fängt zuhause an, denn sie muss auch im Kleinen walten: In der Familie sorgt Toleranz für ein friedliches Zusammenleben „auf Augenhöhe“. Toleranz ist eine aktive Einstellung, die du deinem Kind vermitteln und vorleben kannst. Schritt für Schritt, denn tolerantes Denken und gleichberechtigtes Handeln sind nicht angeboren. Du gibst deinem Kind mit, wie tolerant und vorurteilsfrei es durchs Leben gehen wird.

Baby

Babys sind kleine Egoisten, das hat die Natur so eingerichtet: Für dein Baby hat die Welt einen Mittelpunkt, nämlich eure Familie. Dass aber „anders sein“ zu einem reichen, bunten Leben dazugehört, das kannst du ihm schon mitgeben, zum Beispiel mit „anderem“ Spielzeug. Dein Baby hat noch keine festen Vorstellungen davon, wie etwas „auszusehen hat“. Es ist völlig frei von Vorurteilen! Nutze das und präge sein Bild von der Welt: einer bunten, fröhlichen Welt, in der Hunde blau und Katzen grün sein dürfen und ganz viel möglich ist!

  
  

Kleinkind

In der Kita wird dein Kind auf Kinder aus anderen Kulturkreisen stoßen, vielleicht auch auf Kinder mit einer Behinderung und in jedem Fall auf Kinder, die vieles anders machen, als es das von Zuhause kennt. Es wird die Unterschiede sehen und in seiner kindlichen Art sicherlich auch ansprechen. Und es kommt mit Kindern in Kontakt, die andere aufgrund ihrer „Andersartigkeit“ „blöd“ finden und ausgrenzen. Dein Kind wird verstehen, dass Ausgrenzung wehtut, wenn du mit ihm darüber sprichst. Es wird das „Andersartige“ vielleicht komisch oder lustig finden, aber nicht befremdlich, wenn es von dir erfährt, dass auch das wertvoll ist. Reisen, Restaurantbesuche, Besuche bei Freunden öffnen es für Neues. In Rollenspielen und Bilderbüchern können diese Reisen und Besuche sogar im Kinderzimmer stattfinden!

  
  

Kinder

Starke, selbstbewusste Kinder brauchen keine Vorurteile, um zu wissen, wer sie sind und wozu sie stehen. Und sie werden andere Kinder akzeptieren und mit ihnen auskommen. Dein Kind ist nun in einem Alter, wo es über sich und die anderen nachdenkt und Unterschiede sieht. Wenn es, mit deiner Hilfe, erkennt, dass alle Menschen verschieden und doch gleich sind, nämlich gleich wertvoll, hast du ihm ein Geschenk fürs Leben gemacht. Und wenn es immer mehr wissen möchte, stille seinen Wissensdurst: mit Büchern, Dokumentationen, Museumsbesuchen, Wissensspielen!