Ab wann ist es Zeit für die Krabbelgruppe?

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Nach den ersten aufregenden Monaten mit Baby, wenn sich so etwas wie Routine im Alltag eingestellt hat, beginnen viele Eltern nach neuen Angeboten für sich und ihr Kind zu suchen. Die Entwicklungsförderung spielt dabei eine große Rolle, aber nicht weniger wichtig ist, mal wieder aus dem Haus zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
Krabbelgruppen sind wie gemacht für solche lockeren Zusammentreffen von Eltern mit Kind. Und auch wenn es die Bezeichnung nahelegt, müssen Babys nicht krabbeln können, um bei einer solchen Runde dabei zu sein. Das typische Alter für eine Krabbelgruppe ist etwa mit sechs Monaten, wenn die meisten Babys mobiler werden und ihre Umwelt aktiv zu erkunden beginnen. Einige Gruppen, bei denen die Förderung im Vordergrund steht, können auch schon wesentlich früher besucht werden. PEKiP-Kurse zum Beispiel, die grundsätzlich auch zu den Krabbelgruppen gezählt werden können, eignen sich für Kinder von einem Monat bis etwa zum Ende des ersten Lebensjahres.

Krabbeln, spielen, quatschen - Was passiert in der Krabbelgruppe?

In den meisten Krabbelgruppen treffen sich Gruppen von fünf bis zehn Babys und ihre Eltern einmal in der Woche, um den Babys zu ermöglichen, Kontakt zu anderen Kindern aufzubauen und ggf. Motorik und Sinnesentwicklung spielerisch zu fördern. Wie viel Gewicht auf Spiel und Frühförderung gelegt wird, ist sehr unterschiedlich und hängt meist davon ab, ob es sich um eine geleitete oder eine nicht geleitete Gruppe handelt.

Geleitete Krabbelgruppen werden zum Beispiel von Pädagogen, Hebammen oder erfahrenen Müttern begleitet. Sie geben den Rahmen vor, zum Beispiel mit Anregungen für Spiele oder Lieder, stehen aber auch mit Rat und Tat zur Seite, wenn Eltern Fragen haben. Häufig werden in diesen Krabbelgruppen Spielmaterialien wie Tücher, Geräusche-Spielzeug, Stoffbälle, Beißtiere oder anderes zur Verfügung gestellt und gemeinsam für verschiedene Spiele genutzt.

Ungeleitete Krabbelgruppen bilden sich meist aus der Initiative von Eltern heraus. Drei oder mehr Kinder und ihre Eltern treffen sich in privaten Räumen, teilweise auch in Freizeiteinrichtungen oder in Räumen der Kirche. Hier stehen eher die gemeinsam verbrachte Zeit und das freie Spiel der Kinder im Vordergrund. Nicht alle privaten Krabbelgruppen treffen sich regelmäßig, auch die Zahl an Babys variiert häufig etwas mehr.

Wie und wo finde ich die richtige Krabbelgruppe?

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Um die richtige Krabbelgruppe für sich und Ihr Baby zu finden, sollten Sie sich zunächst das Angebot in Ihrer Nähe anschauen. Krabbel- und Spielgruppen sowie Babykurse werden angeboten von:

 

  • Krankenhäusern
  • Geburtshäusern
  • Hebammen
  • Wohlfahrtsorganisationen
  • Jugendeinrichtungen
  • Kirchen
  • Sportvereinen

Viele Eltern treffen sich auch in privat organisierten Gruppen. Hören Sie sich frühzeitig um und überlegen Sie sich, welches Angebot am besten zu Ihren Erwartungen und zu den Bedürfnissen Ihres Kindes passt. Zusätzlich zu den klassischen Krabbelgruppen gibt es eine Reihe weiterer Spiel- und Förderangebote für Babys (und Eltern), darunter:

  • PEKiP
  • Babyschwimmen
  • Babymassage
  • Babymusikkurs
  • Stillgruppen
  • Sportangebote mit Baby, z. B. Yoga

 

Alles kann, nichts muss

Für die Krabbelgruppe gilt, was für die meisten Aktivitäten mit Baby zutrifft: Es ist eine gute Option, aber keine Verpflichtung: Ihr Baby wird in seiner Entwicklung nicht gestört oder vernachlässigt, wenn Sie keine Krabbelgruppe besuchen. Vielleicht passen die Zeiten, zu denen Krabbelgruppen stattfinden, einfach nicht in den eigenen Zeitplan. Vielleicht ist Ihr Kind noch sehr zurückhaltend und mit den anderen Babys und Erwachsenen in der Krabbelgruppe überfordert. Oder – und auch das ist verständlich – Sie haben im Alltag, in dem sich alles nur um das Baby dreht, nur wenig Lust auf einen Austausch mit Erwachsenen, bei dem ebenfalls Babys und Elternsein im Fokus stehen. Viele Eltern treffen sich nicht in fest organisierten Krabbelgruppen, sondern lieber privat zu zweit oder zu dritt. Der Effekt, nämlich die ersten sozialen Kontakte für Ihr Baby und der Austausch mit anderen Eltern, ist dabei genau der gleiche.

Checkliste:

Welche Krabbelgruppe ist die Richtige für mich und mein Kind?

  • Anmeldung: Für eine offene Krabbelgruppe ist keine Anmeldung nötig und die wöchentlichen Termine sind nicht verbindlich. Andere Gruppen haben eine begrenzte Teilnehmerzahl und erfordern eine Anmeldung
  • Anwesenheit: PEKiP-Kurse, Baby-Musikkurse oder Babyschwimmen erfordern regelmäßige Anwesenheit, nicht geleitete Gruppen sind meist flexibel, was die wöchentliche Teilnahme angeht
  • Kosten: Für einige Gruppen (insbesondere geleitete Gruppen und Kurse) gibt es eine Teilnahmegebühr, andere sind kostenfrei
  • Inhalte/Programm: Offene Gruppen, Eltern-Treffs und private Spielgruppen sind meist eher ein ungezwungenes Beisammensitzen, bei dem die Kinder ihre Umgebung und ihre Mitmenschen erkunden können. Bei geleiteten Krabbelgruppen und Spielkursen, wie PEKiP, spielt die Frühförderung eine größere Rolle
  • Eigene Wünsche & Bedürfnisse: Was tut meinem Baby gut? Was erwarte ich selbst von der Krabbelgruppe?