Warum sind Rituale so wichtig im Alltag mit Baby?

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Rituale geben Halt – das gilt nicht nur für Kinder. Der Kaffee am Morgen, der Tatort am Sonntagabend, das wöchentliche Telefonat mit den Eltern oder lieben Freunden – für Erwachsene sind liebgewonnene Rituale meist eine Mini-Auszeit vom Alltag, um durchzuatmen und Kraft zu tanken. Für Kinder sind sie ein Gerüst, das ihnen hilft, ihre Umwelt zu verstehen und sich im Alltag zurechtzufinden. Viele Rituale entwickeln sich beinahe von allein, wie das Schlaflied beim Ins-Bett-bringen. Andere werden bewusst eingesetzt, wenn Kinder sich mit bestimmten Situationen schwertun, um ihnen Sicherheit zu vermitteln. Aber welche Rituale passen zu welchem Alter? Wir haben ein paar Anregungen für Sie gesammelt.

Wann sind Rituale sinnvoll?

Bei Säuglingen sind Rituale in allen wiederkehrenden Alltags- und Pflegesituationen sinnvoll. Bestimmte Lieder, Berührungen oder Geräusche sind eine Möglichkeit, mit Ihrem Kind zu kommunizieren. Sehr schnell wird es diese Dinge wiedererkennen und mit der entsprechenden Handlung verbinden: Zu wissen, was als nächstes passiert, vermittelt Ihrem Baby ein Gefühl von Sicherheit.

Wie bringe ich Rituale in den Alltag ein?

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Was passt zu meinem Kind?

Einige Kinder reagieren besonders aufmerksam auf ein Liedchen, andere auf bestimmte Berührungen oder Geräusche. Achten Sie auf die Vorlieben Ihres Babys und machen Sie kleine Rituale daraus.

Was passt zu mir?

Wenn Sie nicht gern singen, hat es keinen Sinn, ein selbstgesungenes Liedchen als Einschlafritual einzuführen. Versuchen Sie Dinge zu finden, die Ihnen und Ihrem Baby gleichermaßen Freude machen. Und wenn es nur die Spieluhr ist, die Sie jeden Abend zum Einschlafen aufziehen – was zählt, ist die Regelmäßigkeit.

Auf feste Zeiten achten

Beim Wickeln funktioniert das natürlich nicht, aber für das Essen, den Mittagschlaf oder das Zubettgehen sollten Sie nach Möglichkeit geregelte Zeiten haben. Klingt langweilig – aber es hilft der ganzen Familie, den Alltag entspannt zu meistern.

Tipps für Alltagsrituale im Baby- und Kleinkindalter

  • Lieder: Ganz gleich, ob Kinderlied, Ihr Lieblingslied oder eine einfache gesummte Melodie – Ihr Baby erkennt Ihre Stimme und auch das Lied bald wieder. Vor allem beim Ins-Bett-bringen, aber auch beim Wickeln oder auf Autofahrten bieten kleine Lieder Orientierung.
  • Reime: Schon bevor sie selbst sprechen können sind viele Babys fasziniert von Reimen und bestimmten Sprachmelodien. Beim Anziehen, vor dem Essen oder Wickeln sorgt ein kleiner Reim für Spaß und fördert gleichzeitig den Spracherwerb.
  • Kuscheln: Beim Aufwachen, vor dem Schlafengehen oder nachmittags ist oft eine Extra-Kuscheleinheit fällig – das vermittelt Nähe und Geborgenheit.
  • Vorlesen ist ein gutes Ritual vor dem Schlafengehen. Schon ganz kleine Kinder schauen sich gern gemeinsam mit den Eltern ein Buch an oder lauschen einfach auf die vertraute Stimme – oft ist eine solche Geschichte auch ein Anreiz, Erlebnisse des Tages zu besprechen oder zu verarbeiten.
  • Klänge: Meeresrauschen, Waldgeräusche oder andere Umgebungsgeräusche helfen Babys in bestimmten Situationen, zur Ruhe zu kommen – und auch für die Eltern kann ein sanfter Geräuschteppich sehr entspannend sein.
  • Massage: Ähnlich wie eine Kuscheleinheit, bietet sich eine Babymassage zum Beispiel vor dem Schlafengehen oder nach dem Baden an. Sie sorgt für Rundum-Wohlbefinden und stärkt die Bindung.