Die Entwicklungsphasen von Babys in den ersten 24 Lebensmonaten

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Babys Entwicklungsphasen: Was passiert wann?

Es ist doch erstaunlich, wie sehr sich Babys in den ersten beiden Lebensjahren entwickeln. Sie lernen zu sehen, zu hören, zu lachen und zu sitzen; zu sprechen, zu krabbeln und schließlich zu laufen – jedes Kind im eigenen Tempo. Deshalb sollten Sie die monatlichen Entwicklungsschritte immer nur als grobe Anhaltspunkte verstehen. Es ist völlig normal, wenn Ihr Kind Dinge früher oder später lernt – und zunächst kein Grund zur Sorge.

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Babys 1. Lebensmonat: Nach der Geburt muss Ihr Baby erst einmal in der Welt "ankommen". die meisten Babys schlafen jetzt sehr viel - bis zu 20 Stunden täglich. Lörperkontakt ist wichtig für Ihr Kind, denn das gibt ihm das Gefühl von Geborgenheit.

 

 

In keiner anderen Lebensphase lernen Menschen in einem so kurzen Zeitraum so viel dazu, entwickeln sich so stark und wachsen so schnell wie in den ersten zwei Lebensjahren. Dabei hat jedes Kind sein eigenes Tempo: Kein Baby oder Kleinkind lässt sich mit dem anderen vergleichen, denn zum Glück ist jedes Kind anders. Das macht es für Eltern aber nicht unbedingt einfacher, immer gelassen zu bleiben. Warum weint mein Baby mehr als das meiner Cousine? Warum läuft mein Kind noch nicht – sein großer Bruder ist in dem Alter doch schon durch die Wohnung gerannt? Machen Sie sich bewusst, dass sich die individuelle Entwicklung Ihres Babys nicht planen lässt. Und auch wenn alles ganz anders ist, als Sie es erwartet haben – versuchen Sie entspannt zu bleiben und die Zeit mit Ihrem Baby zu genießen. Erfahren Sie hier, welche Entwicklungsphasen Ihr Baby in den ersten zwei Lebensjahren durchläuft:

 

 

Größe und Gewicht:
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Die durchschnittliche Größe von Neugeborenen liegt bei 50 bis 52 Zentimetern. Dabei ist die Größe bei der Geburt abhängig von der Größe der Eltern, dem Zeitpunkt der Geburt, dem Verlauf der Schwangerschaft sowie dem Geschlecht des Kindes – Mädchen sind oft etwas kleiner als Jungs. Mit Ende des 24. Lebensmonat sind die meisten Kinder etwa 87 Zentimeter groß – und somit ganz schön schnell gewachsen. Das durchschnittliche Geburtsgewicht liegt bei ca. 3400 Gramm. Innerhalb der ersten beiden Lebensjahre vervierfacht sich das Gewicht beinahe. Mädchen sind dann mit 11,8kg im Durchschnitt etwas leichter als Jungs mit 12,2kg.

BMI-Perzentil-Diagramm für Kinder von 0-2 JahrenDie untenstehenden Grafiken mit Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), werden von Ärzten bei den U-Untersuchungen herangezogen und bieten Eltern eine grobe Orientierung bei der Einschätzung des Body-Mass-Index (BMI) ihres Kindes – nicht mehr und nicht weniger. Schwankungen treten beispielsweise häufig durch etwas verfrühte oder verspätete Wachstumsschübe auf und sollten nicht gleich Grund zur Sorge sein. Ob tatsächlich eine gravierende Abweichung vorliegt, kann letztlich nur ein Kinderarzt feststellen.
Bei den angegeben Prozent-Werten handelt es sich um Perzentile. Die Kurven sagen aus, wie viel Prozent der Babys und Kleinkinder einen geringeren BMI-Wert aufweisen als der jeweils genannte Prozent-Wert.
Beispiel:
Die Perzentil-Kurve von 15 % bedeutet, dass 15 % der Babys und Kleinkinder in demselben Alter und mit demselben Geschlecht einen BMI Wert unterhalb dieser Kurve aufweisen und 85 % darüber liegen.

Schlaf:

In den ersten drei Lebensmonaten wird Ihr Baby viel schlafen – etwa 16 bis 18 Stunden, verteilt auf mehrere Schlafphasen. Auch wenn es für die Eltern sehr anstrengend ist – bis Babys durchschlafen, dauert es eine ganze Weile. Mit 12 Monaten wecken fast die Hälfte aller Babys ihre Eltern noch zwei Mal pro Nacht. Der benötigte Schlaf wird im Laufe der Monate immer weniger – aber keine Sorge: Gespart wird der Schlaf meist tagsüber. Mit zwei Jahren brauchen Babys im Schnitt noch 13-14 Stunden Schlaf.

Sehen:

Wenn Babys auf die Welt kommen, können Sie nur Hell-Dunkel-Kontraste unterscheiden. Die Sehfähigkeit entwickelt sich aber ziemlich schnell: Bereits mit fünf Monaten können die meisten Babys Farben, Konturen und Entfernungen wahrnehmen. Mit einem Jahr ist die Sehschärfe zu etwa 50 % ausgebildet und entwickelt sich in den nächsten Jahren immer weiter.

Hören:

Das Gehör ist bei reifen Babys bereits bei der Geburt voll funktionsfähig, doch das Hörvermögen bildet sich vor allem in den ersten Lebensjahren aus: Durch Höreindrücke aus der Umgebung lernt das Baby, diese Reize zu entschlüsseln und schließlich sinnvoll zu deuten. Doch auch Kleinkinder hören noch nicht wie Erwachsene: Besonders die Lokalisierung fällt den Kindern noch bis zum Alter von etwa acht Jahren schwer.

Mimik:

Bereits im zweiten Lebensmonat lächeln viele Babys ihre Eltern zum ersten Mal bewusst an. Dabei schaut es sich Gesichtsbewegungen und Mimik bei Ihnen ab: Schon mit wenigen Monaten kann es seinen Gemütszustand mitteilen, etwa durch grimmiges Gucken oder Lächeln. In den ersten zwei Lebensjahren ist die Mimik ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Baby und Eltern, da sich der Nachwuchs noch nicht mit Worten ausdrücken kann.

Motorik:

Nach der Geburt sind Babys noch sehr unbeholfen, was die Koordination ihrer Körperteile betrifft. Auch die fehlende Muskulatur trägt dazu bei, dass Neugeborene ihren Kopf noch nicht selbst stabilisieren können. Doch innerhalb weniger Monate lernt Ihr Kind, gezielt zu greifen, Gegenstände festzuhalten, und die Körperteile so einzusetzen, dass es sich schließlich sogar krabbelnd und laufend fortbewegen kann.

Feinmotorik:

Auch feine und gezielte Bewegungen mit der Hand lernt Ihr Baby ebenfalls in den ersten 24 Lebensmonaten. Sind bei Neugeborenen die Hände noch meistens zu Fäusten verschlossen, öffnen sich diese in den ersten Lebensmonaten. Zunächst wandern die Finger meist in den Mund, bevor sie zum Greifen nach Gegenständen eingesetzt werden. Kleinräumige Bewegungen wie malen oder kneten sind dann für die meisten Zweijährigen kein Problem mehr.

Sprachentwicklung:

Darauf warten alle Eltern – die ersten Worte ihres Kindes. Die Sprachentwicklung beginnt viel früher: Bereits im Alter von vier Monaten „antworten“ viele Kinder schon auf die Stimme der Eltern. So richtig voran geht die Sprachentwicklung meist nach dem ersten Geburtstag. Nachdem die ersten Worte gesprochen sind, lassen neue Begriffe meist nicht lange auf sich warten.