Töpfchentraining

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Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Trockenwerden?

 

Drei Jahre – für viele Eltern ist dieses Alter die magische Windelgrenze. Doch lassen Sie sich nicht beirren. Grundsätzlich gilt für das Sauberwerden das, was für alle wichtigen Entwicklungsschritte Ihres Kindes gilt:

  • Jedes Kind hat sein eigenes Tempo
  • Sie können Ihr Kind unterstützen, aber seine individuelle körperliche Entwicklung nicht beschleunigen.

Das Töpfchentraining ist daher für alle Beteiligten entspannter, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt abwarten. In der Regel ist das, wenn Ihr Kind den Harndrang oder zunächst nur das Entleeren der Blase bewusst wahrnimmt – jetzt ist die wichtigste Voraussetzung für das Sauberwerden vorhanden.

Saubere Sache – So funktioniert’s

Ab aufs Töpfchen – Tipps für einen sauberen Start

Auch wenn es schwerfällt – erlauben Sie Ihrem Kind, in seinem eigenen Tempo trocken zu werden. Hier sind ein paar Tipps, wie sie das Töpfchen-Thema ohne Stress angehen:

Töpfchen früh kennenlernen: Vielleicht steht ein bunter Pipitopf zum Spielen im Kinderzimmer, vielleicht im Bad neben dem Klo – wenn Ihr Kind mit dem Töpfchen als „Alltagsgegenstand“ vertraut ist, wird es ihn später bereitwilliger nutzen.

Körperbewusstsein stärken: Gehen Sie darauf ein, wenn Ihr Kind Ihnen meldet: „Ich habe Pipi gemacht!“ So lernt es, mehr und mehr auf seine eigenen körperlichen Bedürfnisse zu achten und auch im Voraus zu erkennen, dass es muss.

Windelfrei üben: Auch, wenn es ein gewisses Risiko birgt – lassen Sie Ihr Kind ruhig für eine Weile ohne Windel spielen. Die Windel suggeriert vielen Kindern gewohnheitsmäßig, einfach „laufen zu lassen“.

Auf Anzeichen achten: Viele Kinder beginnen zu zappeln oder herumzutrippeln, wenn sie müssen. Achten Sie auf solche Signale und schlagen Sie einen Gang aufs Töpfchen vor – mit der Zeit lernt Ihr Kind, diese Anzeichen selbst zu erkennen.

Nichts erzwingen: Einige Kinder empfinden es als ungewohnt, das kleine und insbesondere das große Geschäft im Sitzen zu erledigen. Manchmal braucht es einige Zeit für die Umstellung: Lassen Sie Ihr Kind nicht endlos auf dem Töpfchen sitzen, bis es Pipi gemacht hat – das setzt es nur unter Druck und nimmt den Spaß am Lernen.

Gemeinsam klappt‘s besser: Einige Kinder vermissen auf dem Töpfchen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit und den Körperkontakt, den sie sonst auf dem Wickeltisch bekommen haben. Vielleicht können Sie den Gang aufs Töpfchen am Anfang mit einer Extra-Kuscheleinheit belohnen, damit die Umstellung leichter fällt.

Missgeschicke sind normal: Kein Kind ist auf Anhieb windelfrei. Stellen Sie sich auf die ein oder andere nasse Hose ein und machen Sie kein Drama daraus, wenn mal etwas daneben geht. Auch dann nicht, wenn ihr Kind beteuert hat, dass es nicht muss – mitunter erkennen Kinder die eigenen Körpersignale einfach noch nicht so gut.

Trockene Nächte – Das kann etwas dauern

In der Regel brauchen Kinder nach dem Sauberwerden noch etwas Zeit, um auch trocken durch die Nacht zu kommen. Die Kontrolle der Blasenfunktion ist noch zu wenig ausgeprägt.

Wenn Ihr Kind tagsüber zuverlässig trocken ist, sollten Sie probehalber versuchen, die Windel nachts wegzulassen. Für die Übergangszeit ist eine saugfähige Matratzenunterlage praktisch, die es in verschiedenen Größen für Kinderbetten gibt. Es kann durchaus sein, dass Kinder auch mit vier oder fünf Jahren noch nicht trocken durch die Nacht kommen. Machen Sie sich deswegen nicht verrückt – früher oder später sind die Windeln endgültig Vergangenheit.