Wickeln und Anziehen

Wickeln_Anziehen_750.jpg
© 123RF

Eigentlich ist es ruck-zuck erledigt: Windeln wechseln, ein frischer Body, Strampler und Mützchen. Dennoch haben Eltern gerade in der ersten Zeit mit Baby oft das Gefühl, als würde der halbe Tag nur aus Wickeln und Anziehen bestehen. Kein Wunder – in den ersten Monaten benötigen Babys mit Leichtigkeit 8-12 frische Windeln am Tag. Das Aus- und Wiederanziehen, das Säubern und Wickeln braucht ein bisschen Übung, und dazu kommt die Unsicherheit, ob das Baby warm genug angezogen ist oder zu warm, ob es ein Mützchen braucht oder noch ein Paar Söckchen. Wir haben für Sie die wichtigsten Infos zum Thema Wickeln und Anziehen zusammengestellt und noch ein paar praxiserprobte Tipps obendrauf gepackt: So können Sie den Herausforderungen am Wickeltisch etwas gelassener entgegentreten.

Baby anziehen – alltagstaugliche Tipps

Gerade am Anfang ist das An- und Ausziehen von Babys gar nicht so einfach. Die Arme und Beine sind noch so klein und unkontrolliert und nicht selten reagieren Babys mit lautem Protest und Zappeln auf das Umziehen. Mit der Zeit gewöhnen sich Kind und Eltern gleichermaßen an das tägliche Anziehen -wir haben ein paar Tipps, wie Sie sich die tägliche Routine etwas erleichtern können:

Babygerechte Kleidung: am wohlsten fühlt sich Ihr Kind in weicher, locker geschnittener Kleidung, die es nicht einengt und die Haut atmen lässt. Naturmaterialien verhindern, dass sich die Körperwärme staut.

In mehreren Lagen anziehen: Der Zwiebel-Look hat zwei Vorteile: Zum einen wirken die dünnen Luftschichten zwischen den einzelnen Kleidungsstücken wie eine Isolierung und verhindern Auskühlen oder Überwärmung. Zum anderen können Sie Ihrem Kind einfach ein Kleidungstück ausziehen, falls es doch zu warm werden sollte.

Bodys und Strampler: Durchgehende Kleidungstücke sind besonders komfortabel für Ihr Baby, weil sie nicht verrutschen oder einengen. Gerade in der Anfangszeit sind Wickelbodys und Strampler mit seitlicher Knopfleiste perfekt, weil sie nicht über den Kopf gezogen werden müssen.

Funktionalität: Schleifchen und Knöpfe sehen süß aus, sind im Alltag aber recht unpraktisch. Druckknöpfe und Gummibündchen sind ein unschlagbares Team, wenn es um schnelles, einfaches Anziehen geht.

Kleine Tricks für das tägliche Anziehen

  1. Ruhig und gelassen: Hektik oder Unruhe beim Umziehen macht Ihr Baby nervös. Versuchen Sie ruhig zu bleiben, auch wenn es mal eilt. Sprechen Sie mit Ihrem Baby und halten den Körperkontakt.
  2. Anzieh-Rituale: Ganz gleich, ob Sie die Spieluhr anschalten, ein kleines Lied singen oder das Umziehen immer mit dem gleichen Satz beginnen –Rituale helfen Ihrem Kind, sich zu orientieren und lassen es ruhiger werden.
  3. Ablenkung: Ein Mobile oder ein buntes Poster über dem Wickeltisch ist ein Blickfang, der die Aufmerksamkeit Ihres Babys auf sich zieht und das Umziehen erleichtert.
  4. Zügig und ohne Unterbrechung: Die meisten Babys sind nicht begeistert vom Anziehen. Versuchen Sie das Anziehen zügig hinter sich zu bringen und lassen Sie sich möglichst nicht dabei unterbrechen.

Ab nach draußen: Richtig angezogen bei jedem Wetter

Der Spaziergang im Freien gehört für die meisten Eltern zur täglichen Routine, aber gerade in der Übergangszeit sind viele verunsichert, ob ihre Kinder richtig angezogen sind. Der Gedanke, dass Babys grundsätzlich schön warm angezogen sein sollen, gilt heute als überholt. Zwar können Babys ihre Körperwärme noch nicht so gut speichern wie Erwachsene, gleichzeitig können sie Temperaturen aber auch weniger gut ausgleichen und überhitzen schneller. Wenn Sie Zweifel wegen der richtigen Babykleidung haben, fühlen Sie hin und wieder den Nacken Ihres Babys: Wenn sich die Haut warm, aber nicht heiß oder verschwitzt anfühlt, ist Ihr Baby mit größter Wahrscheinlichkeit passend zum Wetter angezogen.

Was soll mein Baby im Winter anziehen?

  • Mehrere Schichten leichter Kleidung: Langarm-Body und Strumpfhose, Strampler oder Hose und Pullover, ggf. ein Jäckchen
  • Schneeanzug oder eine gefütterte Jacke und eine Winterhose/Fußsack
  • Warme Wollsöckchen oder weiche, gefütterte Babyschuhe
  • Das Mützchen sollte bis in den Nacken reichen und auch die Ohren bedecken
  • Fäustlinge, als Teil des Schneeanzugs verbunden oder extra – lieber noch keine Fingerhandschuhe

Was soll mein Baby im Sommer anziehen?

  • Leichter Body aus Baumwolle, Langarm oder Kurzarm
  • Ggf. Baumwollhemdchen und leichte Baumwollhose oder einen dünnen Strampler
  • Babysöckchen oder auch barfuß
  • Sonnenhut, der auch die Ohren bedeckt – am besten zum Festbinden
  • Wenn es sehr heiß ist, gern auch mal ganz ohne Kleidung

Schwitzen und Überhitzung vermeiden – Tipps für den Sommer

Ruhiger Schlaf: Niemand schläft gut, wenn es heiß ist – bei Babys können hohe Temperaturen sogar zu Überhitzung führen, wenn sie schlafen. Versuchen Sie das Schlafzimmer möglichst kühl zu halten, z. B. durch Abdunkeln oder mit feuchten Tüchern, die Sie aufhängen können. Wenn es dennoch sehr heiß ist, verzichten Sie lieber auf Schlafanzug und/oder Schlafsack.

Autofahrten: Längere Autofahrten wenn möglich morgens oder am frühen Abend planen, da die Wärme im Auto und insbesondere in der Babyschale vielen Babys zusetzt. Ein Frottee- oder Stoffbezug für die Babyschale verhindert starkes Schwitzen, ein Sonnenschutz für das Fenster ebenfalls.

Keine Sonne im ersten Jahr: Frische Luft ja – aber im ersten Lebensjahr sollte Ihr Baby so wenig wie möglich der direkten Sonne ausgesetzt sein. Ein Sonnenschutz für den Kinderwagen und ein leichter, transportabler Sonnenschirm sind im Sommer Gold wert.

Mittagsstunden lieber drinnen verbringen: Legen Sie Spaziergänge, Besorgungen und Termine in den heißen Monaten lieber in die Morgenstunden oder in den frühen Abend. In der Mittagshitze ist dann Zeit, um in der kühleren Wohnung neue Energie zu tanken.

Ventilatoren und Klimaanlage meiden: Babys reagieren empfindlich auf Zugluft und erkälten sich schnell. Das gilt sowohl für die Klimaanlage im Auto als auch für Ventilatoren im Zimmer oder in den Schlafräumen – lieber darauf verzichten.

Mehr Informationen dazu finden Sie im Artikel Wie schütze ich mein Baby im Sommer vor zuviel Sonne und Hitze? .

Wie wickelt man ein Baby richtig?

Es gibt ausführliche und gut verständliche Anleitungen, wie man ein Baby wickelt – zum Beispiel hier im JAKO-O-Magazin im Artikel Wie wickele ich meine Baby richtig. Bis Sie die nötige Routine beim täglichen Wickeln haben oder wann immer Sie unsicher sind, sind solche Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Bildern eine gute Hilfe. Im Alltag werden Sie wahrscheinlich schnell feststellen, dass Wickeln häufig die reine Improvisation ist: Sie sind unterwegs und es ist kein Wickeltisch in Sicht. Ihr Kind fordert Sie beim Windelwechseln mit blitzartigen Drehungen oder wildem Gestrampel heraus. Und nicht selten wird eine neue Windel in genau dem Moment fällig, in dem Sie eigentlich zum vereinbarten Termin losmüssen.

Wann immer es schnell gehen muss oder Sie improvisieren müssen, helfen ein paar grundsätzliche To-Dos:

  • Ohne Wickeltisch möglichst bodennah wickeln - auf dem Teppich, auf dem Auto-Rücksitz etc.
  • Eine Wickeltasche ist vielen Eltern irgendwann zu sperrig. Ein oder zwei Windeln, eine faltbare Wickelunterlage und eine Reisepackung Feuchttücher passen aber in jede Handtsche oder ins Handschuhfach
  • Auch wenn es eilt: Fassen Sie Ihr Kind beim Wickeln sanft und mit der nötigen Ruhe an und versuchen Sie eventuelle Rituale einzuhalten
  • Gebrüll, Gezappel und "warme Duschen" beim Wickeln kommen immer wieder vor - Ihr Baby will Sie damit nicht ärgern

Wunde Haut und Windeldermatitis – was kann ich tun?

Einmal zu spät gewickelt oder etwas Säurehaltiges gegessen, schon ist die Haut an Babys Po gerötet und empfindlich oder zeigt kleine Pickelchen im Windelbereich. Fast jedes Baby hat hin und wieder mit Windelausschlag zu tun. Wenn sich der pH-Wert der Haut verändert, zum Beispiel durch langen Kontakt mit Urin, reagiert die Haut gereizt – bei dünner Babyhaut ist das leider besonders schnell der Fall.

Windeldermatitis kann verschiedene Ursachen haben

  • Die Windeln werden nicht häufig genug gewechselt, sodass die Feuchtigkeit die Hautschutzbarriere angreift
  • Die Haut ist beim Wickeln nicht ausreichend gereinigt worden, sodass Rückstände von Stuhl und Urin die Haut reizen
  • Die Windel sitzt zu eng, sodass kein Luftaustausch an der Haut stattfinden kann
  • Ihr Kind leidet unter Durchfall
  • Einige Kinder neigen verstärkt zum Wundwerden, wenn ihre Zähnchen durchbrechen

Für Ihr Baby ist der Windelausschlag unangenehm, aber in der Regel harmlos. Wenn die Pusteln gerötet und erhaben sind, eitern oder sich auch am Mund Ihres Babys ausbreiten, kann es sich um eine Hefepilzinfektion handeln. Hefepilze sind meist hartnäckiger als eine Dermatitis – in diesem Fall bekommen Sie vom Kinderarzt ein Rezept für eine antimykotische Salbe.

Wie bekomme ich den Windelausschlag schnell in den Griff?

Baby_umziehen_750.jpg
© 123RF
  • Wechseln Sie die Windeln häufig und möglichst immer sofort, wenn sie voll sind
  • Lassen Sie viel Luft an die Haut – im Idealfall verbringt Ihr Baby einige Zeit am Tag ohne Windel
  • Säubern die Sie gereizte Haut vorsichtig, aber sehr gründlich, am besten mit Lappen und warmem Wasser
  • Die Haut im Windelbereich sollte komplett trocken sein, bevor Sie eine frische Windel anziehen
  • Cremen Sie die wunden Stellen vorsichtig mit Wundsalbe oder Vaseline, ggf. auch mit einer babygerechten, zinkhaltigen Salbe ein

Checkliste für das tägliche Wickeln und Anziehen

  • Nötige Zeit – und eventuelle Pannen – einplanen
  • Lieber einmal öfter wickeln
  • Vor und nach dem Wickeln Hände waschen
  • Windeln, Lappen/Feuchttücher und Kleidung griffbereit haben
  • Gesunde Babyhaut kommt ohne Creme aus
  • Hemdchen und Pullover beim Ausziehen über den Hinterkopf, beim Anziehen über das Gesicht ziehen
  • Beim Wickeln ruhig etwas „windelfreie“ Zeit ermöglichen
  • Lieber mehrere Lagen dünne Kleidung anziehen
  • Naturmaterialien bevorzugen
  • Im Zweifelsfall die Temperatur im Nacken Ihres Babys prüfen
  • Unterwegs Ersatzwindeln und Wechselkleidung dabei haben