Worte zum Leben erwecken:

Kindern Geschichten erzählen

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Vor langer Zeit in einem unbekannten Land – Geschichten sind besonders für Kinder ein großer Spaß und wenn Mama, Papa, Oma oder Opa sie auch noch besonders spannend erzählen, kuscheln sich die Kleinen gleich noch tiefer in den Schoß und lauschen den spannenden Abenteuern der Heldinnen und Helden. Wenn Sie Ihre Geschichte besonders spannend gestalten möchten, haben wir ein paar Tipps und Anregungen für Sie.

Wie kann ich die Geschichte für mein Kind spannend gestalten?

Deutlich sprechen: Beim Geschichtenerzählen sollten Sie darauf achten, dass Sie die Worte deutlich aussprechen und ggf. auch etwas langsamer sprechen. Besonders, wenn Ihr Kind die Geschichte noch nicht kennt, braucht es die Zeit, um der Handlung folgen zu können.

Gestik und Mimik: Wenn Ihr Kind merkt, dass auch Sie voll in der Geschichte gefangen sind, kann sich die Stimmung schnell übertragen. Freude, Traurigkeit oder Spannung auch in der Mimik kann helfen, dass Ihr Kind in die Handlung eintauchen und mit den Figuren mitfühlen kann.

Lautstärke anpassen: Passiert während der Handlung etwas Geheimnisvolles oder der Held schleicht sich an jemanden an, können Sie Ihre Stimme zu einem Flüstern senken und gleichzeitig auch laut werden, wenn etwas Aufregendes passiert oder jemand schreit. Natürlich sollte sich Ihr Kind nicht erschrecken, aber wenn Sie die Lautstärke Ihrer Stimme verändern, erregen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes und sichern sich seine Konzentration.

Handlungen mitmachen: Steht in der Geschichte, dass ein Charakter gerade lacht, gähnt oder besondere Geräusche macht, können Sie diese in Ihre Geschichte mit einbauen. So wird das Gelesene direkt lebendiger.

Pausen lassen: Kurzes Innehalten und einen Spannungsbogen aufbauen, macht Geschichten auch für Kinder interessanter. Andersherum können Sie auch mal schneller reden, wenn der Prinz ganz schnell reiten muss, um seine Liebste zu retten.

Wechselnde Rollen: Nutzen Sie Ihre Stimme, um den unterschiedlichen Figuren einen Charakter zu verleihen. Die Geschichte wird lebendiger, wenn der grummelige Troll in seinen Bart murmelt und der König vielleicht etwas näselt. In Verbindung mit Bildern kann sich Ihr Kind noch mehr in die Handlung einfühlen und seine Fantasie wird angeregt.

Diese Themen sind für Kinder besonders spannend

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Geschmäcker sind unterschiedlich – das ist natürlich auch bei Kindern nicht anderes. Ob Ihr Kind am liebsten etwas von Tieren, Rittern, Zauberern oder Ungeheuern erzählt bekommt, können Sie nur durch Probieren herausfinden. Und die Vorlieben können sich auch verändern. Was Ihr Kind bis jetzt immer in Bann ziehen konnte, kann morgen auch langweilig sein. Bestimmte Grundthemen begeistern Kinder aber in jedem Alter:

Etwa 0 bis 2 Jahre alt:

Von Anfang an können Sie Ihrem Kind Geschichten erzählen und vorlesen. Auch wenn zunächst der Inhalt der Geschichten weniger interessant ist und Sie sich selbst die spannenden Geschichten aussuchen können, freut sich das Baby über die gemeinsamen Momente. Mit der Zeit werden aber natürlich auch die Themen der Erzählungen immer wichtiger. Besonders Bilderbücher werden dann spannend. Hier können Sie mit Ihrem Kind spannende Bilder entdecken und dazu Geschichten vorlesen oder erfinden.

Etwa 2-3 Jahre alt:

In diesem Alter begeistern sich die meisten Kinder für Geshichten aus dem alltäglichen Leben. Hier können Sie Personen und Orte wiedererkennen und sich einfacher in die Geschichte einfühlen. Wahrscheinlich beginnen Sie nun auch langsam schon selbst, Geschichten über zuvor Erlebtes zu erzählen. Sie können in Ihre Geschichten IhtrKind als Helden einbauen oder über ein Ereignis erzählen, welches Sie gemeinsam erlebt haben.

Ab etwa 3 Jahren:

Jetzt können die Geschichten schon etwas abstrakter und märchenhafter werden. Wichtig ist, dass Ihr Kind einen Helden in der Geschichte findet, der mit allen Situationen klarkommt und die Geschichte gut endet. Je älter Ihr Kind wird, umso länger können die Erzählungen auch werden.

Checkliste für spannendes Erzählen

  • Nicht zu spannend: Besonders Märchen oder Geschichten mit unbekannten Handlungen können für Kinder manchmal zu spannend werden. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind anfängt sich zu fürchten, sollten Sie erstmal mit Ihrer „normalen“ Stimme weiterlesen, bis es sich etwas beruhigt hat.

  • Vorher lesen: Auch vorgelesene Geschichten lassen sich leicht spannend gestalten. Umso besser Sie eine Geschichte kennen, desto leichter fällt es Ihnen wahrscheinlich auch, beim Lesen Spannung aufzubauen. So werden Sie während des Lesens nicht von der Handlung überrascht und können sich auf das Ausschmücken konzentrieren. Natürlich müssen Sie das Vorlesen aber nicht einstudieren. Das Lieblingsbuch Ihres Kindes werden Sie aber sicher ganz schnell fast auswendig kennen.

  • Unterbrechen lassen: Auch wenn Sie gerade in der Geschichte sind und in der Rolle der Charaktere aufgehen, sollten Sie Ihr Kind zu Wort kommen lassen. Zwischenfragen und Kommentare zeigen, dass sich Ihr Kind für die Geschichte interessiert und Ihnen aufmerksam zuhört. Vielleicht können Sie die Handlung auch mal verändern und gemeinsam weiterspinnen.