Fingerspiele für Babys und Kleinkinder

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Kille-kille Gänschen

Fingerspiele und Handstreichelspiele für Babys haben eine jahrundertealte Tradition, aber sie sind alles andere als altmodisch. Das, was schon unsere Urgroßeltern instinktiv machten – nämlich Sprache und liebevolle Berührungen für ihre Kinder spielerisch zu verbinden – gilt nach heutigen Erkenntnissen als wichtige Förderung für die Sprachentwicklung von Kindern. Nicht umsonst gehören Fingerspiele, Klatsch-Spiele und Abzählreime auch heute noch zum Krippen- und Kita-Alltag. Aber welche Fingerspiele eignen sich für welches Alter? Wir haben ein paar Tipps und Anregungen für schöne Fingerspiele für Sie.

Kinderleicht – Tipps und Ideen für Fingerspiele mit kleinen Kindern

Gemütlich muss es sein

nehmen Sie Ihr Baby für das Fingerspiel auf den Schoß oder kuscheln Sie sich zu ihm ins Bett - so kann es sich voll und ganz auf Ihre Stimme und auf die Bemühungen konzentrieren.

Kein Zwang

Zwingen Sie Ihr Kind nicht, wenn es schlecht gelaunt oder abgelenkt ist - vielleicht kommt ein besserer Zeitpunkt für das Fingerspiel oder vielleicht mag es einen anderen Reim einfach lieber.

Nachmachen lassen

Ihr Kind wird vielleicht bald versuchen, das Fingerspiel nachzumachen. Lassen Sie es in Ruhe probieren und sehen Sie darüber hinweg, wenn es den Reim oder die Bewegungen nicht ganz hinbekommt - der Spaß ist die Hauptsache.

Welche Fingerspiele gefallen Babys und Kleinkindern?

 

 

 Was Fingerspiele ausmacht, ist die Kombination aus Bewegungen und Reimen. Kinder mögen Fingerspiele mit einfacher Sprache, die sie sich schnell merken können und mitmachen können. Das wichtigste ist natürlich die „Pointe“ zum Schluss – fast alle beliebten Fingerspiele enden mit einer Überraschung oder einem kleinen Witz, die die Kinder begeistert erwarten. Wir haben ein paar Klassiker unter den Fingerspielen als Inspiration für Sie:

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Der Klassiker für die Kleinsten: Das ist der Daumen

Dieses einfache Fingerspiel kennt fast jeder – und schon Babys verfolgen fasziniert die spielerische Berührung ihrer kleinen Fingerchen zu dem Spruch. Beginnend mit dem Daumen, werden die Finger einer nach dem anderen angetippt oder sanft umgebogen, dabei wird jeder Finger benannt:

 

"DAS ist der Daumen, DER schüttelt die Pflaumen, DER hebt sie auf, DER trägt sie nach Haus, und DER kleine Schelm isst sie alle, alle, alle auf."

 

Der kleine Finger wird nicht angetippt, sondern sanft im Takt von „alle, alle, alle“ geschüttelt.

 

 

 

Klatschen und Kitzeln: Da hast du’s Taler

Dieses Fingerspiel für kleine Kinder ist sehr bekannt, auch wenn die einzelnen Finger genau genommen gar nicht zum Einsatz kommen. Nehmen Sie die Hand Ihres Kindes in Ihre Hand und klatschen mit der anderen Hand sanft auf seine Handfläche. Im Takt dazu sagen Sie den Spruch:

 

"Da hast du’n Taler, geh auf den Markt. Kauf dir ‘ne Kuh, ein Kälbchen dazu, das Kälbchen hat ein Schwänzchen, kille kille kille Gänschen!"

 

Bei der letzten Zeile „kille kille kille Gänschen“ wird das Kind an Bauch und Hals gekitzelt. Ihr Kind wird den lustigen Spruch schnell lernen und begeistert auf die Pointe warten. Viele Kinder bestehen darauf, das Fingerspiel abwechselnd zu machen und ihrerseits Mama oder Papa durchzukitzeln.

 

 

 

Alle zusammen: Himpelchen und Pimpelchen

Himpelchen und Pimpelchen ist ein „interaktives“ Fingerspiel, bei dem jeder Mitspieler seine Finger passend zum Spruch selbst bewegt. Dieses Fingerspiel kann man auch mit mehreren Kindern in der Runde spielen, daher ist es zum Beispiel in Kindergärten beliebt.

Für das Spiel werden beide Hände zu Fäusten geformt, nur die Daumen werden nach oben gereckt und „wackeln“. Gemeinsam sagen die Kinder den Spruch auf:

 

 "Himpelchen und Pimpelchen stiegen auf den Berg. Himpelchen war ein Wichtelmann und Pimpelchen ein Zwerg."

(Dabei werden die Hände langsam nach oben bewegt.)

 

"Sie blieben laaange dort oben sitzen und wackelten mit den Zipfelmützen.

(Die Daumen wackeln auf und nieder.)

 

 "Doch nach 75 Wochen  Sind sie in den Berg gekrochen."

(Jetzt werden die Daumen in die Fäuste gesteckt – so dass die „Zipfelmützen“ nicht mehr zu sehen sind.)

 

 "Da schlafen sie in guter Ruh. Seid mal still und hör gut zu! Chrr-pphhh, Chhrr-pphhh …."

(Die Fäuste werden an die Ohren gehoben und die Kinder machen leise Schnarchgeräusche.)

 

 

 

Fingerspiel für mehrere Kinder: Der Turm, der wackelt

Dieses Fingerspiel können Kinder immer wieder spielen – und vor allem haben sehr kleine Kinder daran genauso viel Spaß wie etwas größere.

Ein Kind macht eine Faust und streckt den Daumen nach oben. Das nächste Kind umschließt den Daumen mit der Faust und streckt seinen Daumen nach oben. Ein weiteres Kind schließt mit der Faust an und immer so weiter, bis alle Fäuste zu einem Turm verbaut sind. Dann sagen die Kinder gemeinsam den Spruch:


 "Der Turm,  der wackelt,  der Turm,  der wackelt,  die oberste Spitze fällt ab,  klipp-klapp."

 

Bei „klipp-klapp“ nimm das Kind, dessen Hand ganz oben ist, seine Faust weg, die anderen Kinder müssen den Turm aber weiter zusammenhalten. So geht es immer weiter, bis alle Hände aufgelöst sind.