Beruf und Familie – welche Strategie funktioniert für uns?

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Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eines der meistdiskutierten Themen unserer Zeit. Denn ganz gleich, ob Mütter und Väter aus wirtschaftlichen Gründen auf zwei Einkommen angewiesen sind, oder ob sie einfach nicht die Wahl zwischen Kindern oder Karriere treffen möchten, gehen in vielen Familien heute beide Elternteile arbeiten. Nicht immer heißt das, dass sich auch die klassische Rollenverteilung geändert hat: Studien zeigen, dass die Hauptverantwortung für Haushalt und Kinder nach wie vor bei der Mutter liegt. Aber wie bekommt man Beruf und Familie unter einen Hut, ohne dass es in Stress ausartet? Wie lässt sich Streit um die Verantwortlichkeiten und Pflichten im Familienleben vermeiden? Wir stellen einige Strategien vor und geben Tipps für berufstätige Eltern.

Beruf und Familie unter einen Hut bekommen – geht das?

Anders als es in vielen Medien dargestellt wird, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht ausschließlich ein Problem der Mütter und Alleinerziehenden. Denn ebenso, wie die Frauen unter Druck stehen, zum Familieneinkommen beizutragen und sich eine Karriere aufzubauen, wird von Männern erwartet, dass sie sich als Hauptverdiener gleichberechtigt an der Kindererziehung und am Haushalt beteiligen. Wer Beruf und Familie ohne Stress unter einen Hut bekommen möchte, muss sich daher zunächst mit den eigenen Erwartungen auseinander setzen: Welche Erwartungen habe ich in meinem Beruf? Was wünsche ich mir für meine Kinder? Was erwarte ich von meinem Partner? Nur wenn die Prioritäten innerhalb der Familie festgelegt sind, können alle Familienmitglieder im Alltag an einem Strang ziehen.

Alltagsstress vermeiden – Tipps für berufstätige Eltern

  • Perfektionismus ablegen: Kaum jemand schafft es, im Job, als Eltern, als Partner und in der Haushaltsführung gleichzeitig zu glänzen.
  • Wünsche klar formulieren: Wenn Beruf und Familie schwer zu vereinbaren sind, sprecht mit eurem Arbeitgeber und auch mit eurem Partner und euren Kindern über eure Erwartungen.
  • Aktivitäten abwägen: Job, Schule und Kita sind stressig genug. Versucht gemeinsam mit den Kindern ein paar freie Nachmittage in der Woche einzulegen. So haben eure Kinder Zeit zum Spielen und ihr spart euch Fahrtwege und viel Organisation.
  • Freie Wochenenden: Wer unter der Woche arbeitet, möchte das Wochenende genießen. Durchgeplante Aktivitäten an jedem Wochenende können allerdings schnell in Freizeitstress ausarten. Besser ist es sich hin und wieder mal gar nichts vorzunehmen.
  • Aufgaben klar verteilen: Eine Familie ist wie ein Mini-Unternehmen und jeder sollte dazu beitragen, dass es funktioniert. Verteilt Aufgaben an die Kinder und teilt größere Hausarbeiten nach Verfügbarkeit zwischen euch und eurem Partner auf, ggf. mit einem „Putzplan“.
  • Familie genießen: Vergesst nicht, wofür ihr den täglichen Stress in Kauf nehmt und nehmt euch hin und wieder Zeit, eure Familie zu genießen – selbst wenn es nur ein paar Minuten sind.

Familienfreundliche Arbeitszeiten – der große Knackpunkt

Die besten beruflichen Qualifikationen nützen nichts, wenn die Arbeitszeiten nicht mit den Kitaöffnungszeiten oder mit den Arbeitszeiten des Partners zusammenpassen. Insbesondere für Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen, liegt hier eine große Herausforderung. Nicht selten kann ein Jobangebot nicht wahrgenommen werden, weil nur die Optionen Vollzeit oder Teilzeit bestehen.

 

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Unternehmen sind auf einem guten Weg

Viele Unternehmen haben mittlerweile erkannt, dass flexiblere Arbeitszeitmodelle nicht nur Familien nützen, sondern auch die Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer steigern. Gleichzeitig sind familienfreundliche Arbeitszeiten immer öfter ein Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers. Denn wer attraktive Modelle anbietet, sichert sich die besten Arbeitskräfte.

Hoher Bedarf an familienfreundlichen Arbeitsmodellen

Neun von zehn Müttern und Vätern gaben bei einer Befragung des Bundesministeriums für Familie an, dass familienfreundliche Arbeitszeiten ihnen bei der Wahl des Arbeitgebers ebenso wichtig sind wie die Höhe ihres Gehalts. Das liegt nicht nur daran, dass in immer mehr Familien beide Elternteile arbeiten, sondern auch daran, dass das Bewusstsein für eine gesunde Work-Life-Balance steigt. Eltern möchten die Zeit mit der Familie genießen und effektiver nutzen können.

Welche Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung gibt es?

  • Am weitesten verbreitet ist die Gleitzeitregelung, bei der die Angestellten nur in einer Kernarbeitszeit im Unternehmen sein müssen und ansonsten Arbeitsbeginn und -ende selbst festlegen.
  • Wer in der Projektarbeit tätig ist, kann häufig eine Funktionszeitregelung vereinbaren, bei der sich die Arbeitszeiten nach dem jeweiligen Arbeitsaufkommen richten. Ähnlich funktionieren Wahlarbeitszeiten, z.B. in der Gastronomie, bei denen Angestellte die gewünschten Arbeitszeiten im Dienstplan angeben können.
  • Bei Jahresarbeitszeitmodellen und Lebensarbeitszeitmodellen richtet sich das Arbeitsaufkommen je nach Auftragslage bzw. nach Verfügbarkeit des Arbeitnehmers, das monatliche Gehalt bleibt aber immer gleich.
  • Heimarbeit/Home Office wird oft als Ergänzung zu einem flexiblen Arbeitszeitmodell angeboten und setzt ein gewisses Vertrauen des Arbeitgebers in seine Angestellten voraus.