Spiele für draußen: Wie lockt man Stubenhocker aus dem Haus?

Stubenhocker_123_(2)_650.jpg
© 123RF

Frische Luft tut gut – das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Spaziergehen im Park, Fußballspielen auf dem Bolzplatz oder eine Fahrradtour durch die Umgebung – wie genau die Freizeitgestaltung in der Natur aussieht, ist dabei erst einmal zweitrangig. Bewegung im Freien stärkt das Immunsystem und ist ein idealer Ausgleich zum Stillsitzen auf der Schulbank. Doch was können Eltern tun, wenn ihr Kind einfach nicht nach draußen will? Wenn es lieber am PC sitzt, malt oder puzzelt, als auch nur einen Fuß freiwillig vor die Tür zu setzen? Wir haben Ideen für spannende Aktivitäten im Freien für Sie gesammelt, mit denen Sie Ihre Stubenhocker bestimmt nach draußen locken können – zumindest von Zeit zu Zeit.

Mal richtig was erleben: Spiele und Aktivitäten, mit denen Sie Kinder nach draußen locken können

Bloß nicht raus – und schon gar nicht bei schlechtem Wetter! Mit einem schnöden Spaziergang oder einer Sandkiste lassen sich Computer-Cracks und Bücherwürmer wohl niemals nach draußen locken. Deshalb gilt bei Stubenhockern: Ruhig kreativ werden und sich Spiele und Unternehmung ausdenken, die nicht unbedingt alltäglich sind.

Schatzsuche: Kombinieren Sie einen Spaziergang doch mit einer Schatzsuche! Dafür können Sie vielleicht eine kleine Schachtel mit Süßigkeiten oder kleinem Spielzeug befüllen und an einem sicheren Ort verwahren. Pfeile auf der Straße oder kleine Rätsel, die unterwegs gestellt werden, weisen Ihrem Kind den Weg.

Wildpark/Zoo: Tiere - und besonders wilde -sind für die meisten Kinder spannend. Ein Ausuflug in den nächsten Tierpark oder Zoo ist deshalb eine willkommene Abswechslung zum Tierbuch.

Lagerfeuer machen: Mit Feuer haben Kinder meistens nicht viel zu tun. Eltern warnen - zurecht - immer wieder vor den Gefahren, die von Flammen ausgehen. Umso spannender ist ein Lagerfeuer, dass Sie - je nach Möglichkeit - im eigenen Garten in der Feuerschale machen können. Viele Grillhütten bieten zusätzlich öffentliche Flächen, um ein Lagerfeuer zu machen. Mit leckerem Stockbrot sind bestimmt auch Stubenhocker zu begeistern.

Geocaching: Ziellos draußen herum zu laufen wird vielen Kindern schnell langweilig. Viel aufregender ist Geocaching, eine Art Schnitzeljagd für ältere Kinder und Erwachsene. Via GPS müssen Verstecke gefunden und Rätsel gelöst werden - ideal für einen Ausflug mit der ganzen Familie.

Hundesitting: Die meisten Kinder wünschen sich ein eigenes Haustier, doch die wenigsten Eltern können den Wunssch nach einem Hund erfüllen. Stubenhocker, die nur ungern rausgehen, sind vielleicht begeistert, wenn sie mit dem Hund des Nachbarn spazieren gehen dürfen. Und auch viele Tierheime freuen sich, wenn jemand regelmäßig mit den Vierbeiern unterwegs ist. Der Vorteil bei Vereinbarungen wie diesen: Sie können regelmäßige Termine vereinbaren, an die sich Ihr Kind dann auch halten muss. So lernt es nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern kommt auch regelmäßig an die frische Luft.

Fahrradtour mit Eis essen: Die Aussicht auf eine Leckerei ist für viele Stubenhocker ein Anreiz, raus zu gehen. Zudem ist es immer sinnvoll, ein Ziel zu haben, wenn man zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, denn das motiviert und lässt Fragen wie "Wann können wir wieder nach Hause" überflüssig werden.

Besuch auf dem Bauernhof: Besonders für Stadtkinder ist es ein tolles Erlebnis, Kühe, Schweine und Hühner auf dem Land zu besuchen. Einige Bauernhöfe bieten die Möglichkeit an, die Stallungen zu bestimmten Öffnungszeiten zu besuchen und beim Melken der Kühe zuzuschauen. Aber auch der nette Bauer im nächstgelegenen Dorf hat bestimmt nichts gegen einen Besuch mit Kind - am besten einfach mal nachfragen.

Warum will mein Kind nicht vor die Tür?

Stubenhocker_123_650.jpg
© 123RF

Es ist nicht immer Faulheit, wenn Ihr Kind keine Lust hat, nach draußen zu gehen. Deshalb sollten Sie sich mit Anschuldigungen und Unterstellungen zurückhalten.

Angst: Einige Kinder, die in der Schule leiden, unter einem großen Leistungsdruck stehen oder gemobbt werden, ziehen sich zurück – und das gelingt in den eigenen vier Wänden eben am besten. Ein vertrauensvoller Umgang gibt Ihrem Kind Sicherheit.

Zeit für sich: Für manche Kinder ist der Alltag anstrengender als für andere. Vielleicht braucht Ihr Kind einfach mehr Zeit zum Entspannen und um die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten?

Stubenhocker – na und?

Spielen in der Natur ist super für Körper und Geist. Ausgelassenes Toben ist in der Wohnung meist nicht möglich – und bringt meist mehr Stress als dass es zum Abbau von überschüssiger Energie beiträgt. Viele Kinder verbringen ihre Freizeit trotzdem lieber drinnen. Und das ist auch gar nicht weiter schlimm, solange für einen guten Ausgleich gesorgt wird. Etwa eine Stunde pro Tag sollte sich Ihr Kind an der frischen Luft bewegen – da ist es vollkommen in Ordnung, wenn es sich hinterher mit einem Buch zurückzieht. Problematischer ist es, wenn Ihr Kind nur am Smartphone hängt, Fernsehen schaut oder vor dem Rechner sitzt. Vereinbaren Sie deshalb ein Limit, wie lange Ihr Kind diese Medien täglich konsumieren darf. Tipps zum Medienkonsum bei Kindern haben wir für Sie zusammengestellt.