Stadtkinder & Natur: Wie kommt mein Kind nach draußen?

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Auf dem Land spielen die Kinder ganz selbstverständlich in der Natur, denn sie ist direkt vor der Haustür. Für Stadtkinder wird es schon etwas schwieriger ein paar Stunden einfach so im Freien zu verbringen. Dabei ist es gerade heutzutage wichtig, dass Ihr Kind als Ausgleich zu dem großen medialen Angebot einfach mal vor die Tür kommt, die Natur erkundet und frei spielen kann. Wir haben ein paar Anregungen für Sie zusammengetragen, die zeigen, dass auch Stadtkinder in der Natur spielen und diese entdecken können.

Warum brauchen Kinder die Natur?

Selbstvertrauen entwickeln: Beim Spielen in der Natur müssen Kinder aufmerksamer sein als bei den meisten anderen Spielen. Sie lernen dabei, unterschiedliche Situationen besser einzuschätzen, wie zum Beispiel die Höhe des Baumstumpfes, auf den sie klettern wollen. Dabei werden sie vielleicht auch einmal hinfallen und sich wehtun. Dadurch werden sie jedoch selbstständiger und sammeln Selbstvertrauen.

Freies Spiel: In der Natur haben Kinder weniger Vorgaben zum Spielen: Sie machen einfach das, was sie möchten, erkunden die Umgebung und können sich so lange und so intensiv mit ihr auseinandersetzen, wie es ihnen Spaß macht.

Kreativ & fantasievoll: Beim Draußenspielen haben Kinder selten Spielzeug mit dabei. Sie können sich hier aber aus Stöckern Schwerter basteln oder sich vorstellen, wie zwischen den Bäumen ein kleines Schloss steht. So wird nicht nur die Kreativität, sondern auch die Fantasie gefördert.

Fit bleiben: Kinder brauchen Bewegung –am besten an der frischen Luft. Wer den ganzen Tag drinnen ist oder nur sitzt, wird schnell faul und neigt zu Übergewicht. Draußen kann Ihr Kind nach Herzenslust toben und sich so richtig auspowern. Das hält Ihr Kind fit und beweglich.

Wo kann ich in der Stadt Natur entdecken?

Parks: Der Klassiker unter den naturbelassenen Flecken in der Stadt. In jeder großen Stadt gibt es auch mindestens einen großen Park. Oftmals ist hier auch ein schöner See angelegt. Bei einem Spaziergang oder einem Picknick kann Ihr Kind so die Natur um sich herum erkunden.

Vor den Stadttoren: Oft reicht es schon, bis kurz hinter die Stadtgrenze in anliegende Dörfer oder Wälder zu fahren. Ab und zu gibt es hier sogar speziell angelegte Spazierwege, die an tollen Punkten in der Natur entlangführen und den Kindern auf spielerische Art und Weise Wissen über Pflanzen und Tiere vermitteln.

Kleingartenverein: Ein Kleingartenverein ruft bei vielen immer noch das Bild vom Zwerg auf dem akkuraten Rasen hervor. Gerade bei jungen Familien sind die kleinen Gärten aber hoch im Kurs. Schauen Sie sich vielleicht nach einer freien Parzelle in Ihrer Nähe um, in der Sie mit Ihren Kindern Beete anlegen und Blumen oder Gemüse anpflanzen können. Hier kann Ihr Kind alle möglichen Insekten und Tiere inspizieren, die von den bunten Blumen angelockt werden.

Säen und Pflanzen: Wer keine Möglichkeiten hat, sich um einen großen Garten zu kümmern, kann mit wenigen Mitteln zuhause eine kleine Pflanzenzucht anlegen. Ein paar Tomatensamen oder Kresse in einem Topf auf der Fensterbank und Ihr Kind kann von Anfang an beobachten, wie die Pflanzen wachsen – und die leckeren Ergebnisse probieren. Auch vor dem Haus können selbst kleine Flächen bepflanzt werden, z. B. mit Sonnenblumen.

Futterstellen einrichten: Besonders im Winter eigenen sich kleine Futterplätze auf dem Balkon und vor dem Fenster hervorragend, um die städtische Tierwelt anzulocken. So können Sie und Ihr Kind Vögel oder Eichhörnchen nicht nur mit den willkommenen Körnern versorgen, sondern nebenbei auch noch entdecken, welche tierischen Nachbarn Sie haben.

Tipps für die Stadt – So bringen Sie Ihr Stadtkind in die Natur

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Vertrauen haben: Je nach Alter können Sie Ihrem Kind auch erlauben, alleine auf eine Entdeckungstour zu gehen. Dabei können Sie zum Beispiel einen Park besuchen, in dem sich Ihr Kind frei bewegen darf. Unter den wachsamen Augen von Erwachsenen werden Kinder niemals so frei spielen und so viel probieren, wie sie eigentlich möchten oder sollten. Vertrauen Sie Ihrem Kind, dass es auch mal selbst auf sich aufpassen kann.

Dreckig machen erlaubt: Beim Spielen in der Natur gibt es Dreck und Matsch. Das landet dann auch schnell auf der Kleidung. Die Erfahrungen, die Ihr Kind dabei macht, sind jedoch wichtiger als jedes Kleidungsstück.

Erkundungstouren starten: Mit einem Termin im Hinterkopf hetzen wir oft durch die Straßen, ohne zu sehen, wie viel Natur um uns ist. Nehmen Sie sich ab und zu Zeit, die Umgebung zu erkunden. So entdecken Sie selbst auf bekannten Strecken wahrscheinlich immer wieder etwas Neues.

Kleine Ecken genügen: Es muss nicht immer ein großer Park sein, um Natur in der Stadt zu entdecken. Schauen Sie sich um, dann entdecken Sie sicherlich einen Flecken Grün oder einen Baum, in dem Stadttiere wie Vögel oder Eichhörnchen leben.