Schokolade, Lollis & Gummitiere – Kinder und Süßigkeiten

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Nach dem ersten Genuss eines Schokoriegels leuchten die Kinderaugen gleich doppelt so schön wie zuvor. Hat sich die Welt von Naschen und Schlecken erst einmal aufgetan, ist es schwierig, die Kleinen zurückzuhalten. Schon die Muttermilch und das Fruchtwasser sind leicht süßlich und auch später verlangt der Körper zwischendurch mal nach etwas Süßem. Eltern und Ärzte sind meist nicht so begeistert über die ganzen tollen Dinge aus Zucker, die Kinder so gerne mögen. Aber seien wir mal ehrlich: Wir haben uns früher auch über den Lolli von der Oma oder ein leckeres Bonbon gefreut. In Maßen darf Ihr Kind ruhig mal ein paar süße Naschereien verspeisen, ohne dass Sie ein schlechtes Gewissen haben müssen. Wir haben ein paar Tipps für Sie gesammelt.

Wie viel darf mein Kind naschen?

Ernährungsexperten raten, dass Kinder bis zum Alter von vier Jahren wenn möglich gar keine Süßigkeiten essen sollten. Das ist für Eltern bei Ihrem ersten Kind meist noch relativ gut zu beeinflussen. Spätestens beim zweiten Kind schauen die kleinen Augen aber schon auf die Naschereien der großen Geschwister und wollen auch einen Keks oder einen Lolli haben. Grundsätzlich gilt, dass etwa 10 % des Tagesbedarfs an Kalorien durch Süßigkeiten getilgt werden darf. Bei einem Vierjährigen wären das zum Beispiel 140 Kalorien, so viel wie vier Stück Schokolade, zwei Kugeln Eis oder eine Handvoll Gummibärchen.

Wie kann ich das Naschen beeinflussen?

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Verbieten hilft nicht: Wie auch beim Fernseh- oder Computerkonsum machen Verbote die Süßigkeiten nur noch interessanter. Besser ist es, die Naschereien fest in den Alltag zu integrieren und ihnen dadurch das Gefühl des Besonderen zu nehmen.

Feste Abmachungen: Auf Absprachen kann sich Ihr Kind gut einstellen und sich danach richten. Wenn es weiß, dass es jeden Tag nach dem Mittagsessen eine kleine Portion Süßigkeiten bekommt, dann hört wahrscheinlich auch das Quengeln für süße Naschereien für Zwischendurch auf.

Was ist mit Freunden & Verwandten? Sie selbst können meist sehr gut überblicken, wie viele Süßigkeiten Ihr Kind bekommt oder isst. Reden Sie auch mit Oma, Opa und Freunden, dass sie Ihrem Kind lieber mal ein Buch, ein kleines Spielzeug oder einfach einen netten Ausflug schenken sollen und sich mit unnötigen Süßigkeiten zurückhalten.

Besondere Anlässe: An Weihnachten, Ostern oder zum Geburtstag sind die Absprachen bzgl. der Süßigkeiten meist hinfällig. Das ist ok. Teilen Sie die verschenkten Süßigkeiten gemeinsam mit Ihrem Kind in gleichgroße Portionen ein. So kann es sich jeden Tag auf einen Schokoriegel oder ein Bonbon freuen, anstatt alles auf einmal zu essen.

Gesunde Süßigkeiten als Alternative

Das hauptsächliche Problem bei Süßigkeiten ist neben dem Fett- und Zuckergehalt, dass sie meist absolut keine Nährstoffe besitzen und oft mit vielen Zusatzstoffen versehen sind. Manche Eltern sind erstaunt, was sich in einem Schokoriegel so alles verbirgt. Aber auch Produkte, die mit „zuckerfrei“ beworben werden, sind nicht unbedingt weniger schädlich für Ihr Kind, denn hier werden andere Süßungsmittel verwendet. Als Alternative zu den produzierten Leckereien, können Sie selbst Süßigkeiten mit ein paar einfachen Zutaten herstellen. Zucker ist dann zwar immer noch enthalten, aber wenigstens wissen Sie, wie die Nascherei hergestellt wurde und was darin enthalten ist. Sie können Ihrem Kind zum Beispiel einen Quark mit leckeren Früchten und Honig servieren oder ein paar Trockenfrüchte zusammen mit Nüssen zum Knabbern anbieten. Für unterwegs eigenen sich zugeschnittenes Obst oder ein Vollkornkeks, Reiswaffeln oder Sesamstangen besonders gut.

Süßigkeiten – Unsere Tipps für verantwortungsvolles Naschen

Karies vorbeugen: Um den Bakterien die Chance zu nehmen die Zähne anzugreifen, sollte Ihr Kind etwa eine Stunde nach dem Verspeisen von Süßigkeiten siene Zähne putzen. Viel früher sollte es den Zucker jedoch nicht von den Zähnen schrubben, da der Säuregehalt im Mund dann noch zu hoch ist und das Zähneputzen dann den Zahnschmelz beschädigt.

Als Nachtisch servieren: Süßigkeiten sollten nicht als Snack für Zwischendurch, als Belohnung oder zum Tröstenn erlaubt werden. Ihr Kind wird in diesen Fällen anfangen die Nascherei mit bestimmten Erlebnissen zu konnotieren. Unter Umständen entwickelt sich dann das Gefühl, dass Süßes Probleme lösen kann, was zum sogenannten Frustessen führen kann.

Vitamine dürfen nicht fehlen: Die Süßigkeiten sollten keinesfalls eine Hauptmahlzeit ersetzen, sondern immer nur in Maßen als leckeres Extra zum Essen serviert werden. Auch süße Hauptspeisen wie Milchreis oder Pfannkuchen sollte es nicht zu häufig geben.

Ein fester Platz: Lassen Sie Ihr Kind die Süßigkeiten am besten immer nur am Tisch und im Sitzen essen und nicht beim Spielen nebenbei. Der Genuss wird so bewusster und Sie können besser kontrollieren, wie viel Süßes Ihr Kind isst.

Portionen planen: Je nachdem wie alt Ihr Kind ist, kann es sich seine Süßigkeiten für etwa eine Woche selbst einteilen. So merkt es schnell: Was ich esse ist endgültig weg. Dadurch steigern Sie das Bewusstsein für die Mengen an Süßigkeiten.