Das Kinderzimmer gestalten – Tipps für jedes Alter

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Die Gestaltung des Kinderzimmers ist für die meisten Eltern ebenso wichtig wie die Einrichtung des Wohnzimmers. Schließlich soll sich der Nachwuchs von Anfang an wohlfühlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das erste Babyzimmer eingerichtet werden soll oder das Jugendzimmer neugestaltet wird. Auf alle Fälle soll die Einrichtung an die Bedürfnisse und Ansprüche des älterwerdenden Kindes angepasst werden können. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit Wandfarbe, Möbeln und ein bisschen Kreativität echte Wohlfühloasen für Ihr Kind kreieren können. Zudem finden Sie bei uns Informationen, was Sie bei der Gestaltung des Kinderzimmers berücksichtigen sollten und welche Bedürfnisse die Kinder in welchem Alter haben. Lassen Sie sich von tollen Ideen inspirieren, mit denen Sie das Kinderzimmer gemeinsam mit Ihrem Kind ganz individuell einrichten können.

Wie gestalte ich das Babyzimmer praktisch und kindgerecht?

Auf diesen Tag warten werdende Eltern sehnsüchtig: Das Baby kommt auf die Welt und zieht ins Babyzimmer ein. Dieses sollte schon deutlich vor dem Geburtstermin fertig eingerichtet sein, schließlich kann das Baby auch mal ein paar Tage oder Wochen zu früh zur Welt kommen. Zur Grundausstattung in Sachen Möbel gehören:

  • Kinderbett
  • Wickelkommode
  • Kleiderschrank

Besonders in den ersten Lebenswochen benötigt das Neugeborene noch nicht viel mehr. Aufwendige Deko nimmt das Baby ohnehin noch nicht wahr. Doch im Laufe der ersten Lebensmonate stellen viele Eltern fest, dass weitere Möbel und Einrichtungsgegenstände das Leben nicht nur erleichtern, sondern das Kinderzimmer auch kindgerechter machen: So ist ein gemütlicher Sessel die ideale Sitzgelegenheit beim nächtlichen Stillen oder Füttern und auch zum Buch vorlesen perfekt. Eine schöne Wandfarbe oder Wandsticker sorgen für verspielte Hingucker, während Aufbewahrungsboxen und ein Regal beim Ordnung halten helfen und für zusätzlichen Stauraum sorgen. Auch die Beleuchtung und der Bodenbelag spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das Kinderzimmer praktisch und kindgerecht zu gestalten. Ausführliche Tipps und Infos, wie Sie das Babyzimmer gestalten können, haben wir für Sie gesammelt.

Möbel, die mitwachsen – Einrichtung für jedes Alter

Die Kinderzimmereinrichtung ist in den meisten Fällen ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Da Kinder schnell wachsen, kann es daher sinnvoll sein, auf „mitwachsende“ Möbel zu setzen. Von Betten, die sich vom Babybett zum Gitterbett und weiter zum Kinderbett umbauen lassen, über höhenverstellbare Stühle und Tische bis hin zu erweiterbaren Schränken – so können Sie nicht nur Kosten sparen, sondern die Möbel flexibel anpassen. Ebenso schnell wie Kinder wachsen, ändert sich oft auch der Geschmack. War gestern noch Grün die Lieblingsfarbe und der Besuch auf dem Bauernhof das größte Abenteuer, kann morgen schon der Zirkus oder die Farbe Rot eine unbändige Faszination ausüben. Das soll sich natürlich auch im Kinderzimmer widerspiegeln. Überlegen Sie sich deshalb, ob es wirklich blaue Möbel oder ein rotes Regal im Kinderzimmer sein sollen oder ob es nicht unter Umständen sinnvoller ist, auf neutrale Möbel zu setzen, die mit wenigen Accessoires in der aktuellen Lieblingsfarbe oder einem großen Poster ergänzt werden.

Wie lange können Geschwister sich ein Kinderzimmer teilen?

Wenn Geschwisterkinder sich ein Zimmer teilen sollen oder müssen, können Eltern einiges dafür tun, dass die gemeinsame Zeit im Kinderzimmer nicht zum Fiasko wird. Besonders Alter und Altersunterschied der Kinder sollten berücksichtig werden, damit der Nachwuchs sich wohlfühlt:

0–6 Jahre: In diesem Alter können die Kinder gut miteinander spielen und lernen durch die Nähe, Rücksicht aufeinander zu nehmen und auch zu streiten. Die vielfältigen Spielmöglichkeiten sorgen für viel Spaß.

7–10 Jahre: Gemeinsam spielen, gemeinsam Hausaufgaben machen: In diesem Alter kann ein geteiltes Zimmer helfen, die neuen Anforderungen der Schule zu meistern. Gleichzeitig brauchen die Kinder aber auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und zu erholen.

11–14 Jahre: Nach der Grundschule prasseln mit der weiterführenden Schule viele neue Eindrücke auf das Kind ein. Ein Geschwisterzimmer kann hier icherheit vermitteln. Durch die beginnende Pubertät kann es aber zu ernsthaften Reibereien kommen, die eine Trennung der Zimmer notwendig machen.

Nach dem 14. Lebensjahr: Die Selbstfindungsphase der Pubertät macht ein eigenes Zimmer für Jugendliche unverzichtbar. Die Möglichkeit, die Tür hinter sich zuzumachen, ist für die Entwicklung enorm wichtig.

Wie können Kinder das Kinderzimmer selbst mitgestalten?

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Je nach Alter des Kindes unterscheiden und wandeln sich die Anforderungen an ein Kinderzimmer. Während Neugeborene keine aufwendige Deko benötigen und eine Wickelkommode und ein Babybett vollkommen ausreichen, fordern ältere Kinder immer mehr Mitspracherecht ein. Das ist auch gut so, schließlich soll Ihr Kind sich in den eigenen vier Wänden wohlfühlen. Sicherlich freut sich Ihr Kind, wenn Sie es mit in den Einrichtungsladen nehmen und es sich Teile der Einrichtung selbst aussuchen darf. Und ein bisschen Bastelarbeit darf auch nicht fehlen: Mit ein wenig Kreativität entstehen so tolle Bilder und Deko-Ideen, die Ihr Kind selbst malen oder basteln kann. Wir haben Tipps für Sie, wie Kinder das Kinderzimmer selbst mitgestalten können. Eine schöne Idee für ältere Kinder und Jugendliche ist z. B. ein eigenes Gemälde an der Wand. Und so funktioniert’s:

Sie brauchen:

  • Beamer
  • Malvorlage, z. B. mit Tiermotiv oder ein Idol, am besten als Umrissbild
  • Bleistift
  • Wandfarben, je nach Geschmack in verschiedenen Farben

So geht’s:

Projizieren Sie die Malvorlage auf die Wand, auf der das Motiv aufgemalt werden soll und stellen Sie den Beamer so ein, dass Größe und Winkel passen. Mit einem Bleistift können Sie nun vorsichtig die Konturen des Motivs auf die Tapete aufzeichnen. Anschließend kann das Bild nach Belieben farbig oder auch nur mit Schattierungen ausgemalt werden.

Rot, Gelb, Grün – In welcher Farbe sollen wir das Kinderzimmer streichen?

Babyblau für Jungs, rosa für Mädchen? Bei der Wandfarbe im Kinderzimmer denken viele zunächst an diese „typischen“ Farben. Dabei stehen Eltern bei der Gestaltung weitaus mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

Farbwahl: Geschlechtsneutrale Farben wie Gelb oder Grün werden immer beliebter. Dabei können Sie mit der Farbwahl bestimmte Effekte erzielen: Während Rot eher anregend wirkt, bestechen Gelb oder Orange durch Freundlichkeit. Grün und Blau verleihen dem Raum eine beruhigende Wirkung.

Überstreichen: Bedenken Sie beim Streichen des Kinderzimmers, dass zu kräftige Wandfarben nur schwer wieder überzustreichen sind. Wenn die Farbe also zu einem späteren Zeitpunkt einmal nicht mehr gefällt oder die Wand aufgrund eines Umzugs wieder weiß gestrichen werden muss, kommen so unter Umständen Kosten und Aufwand auf Sie zu.

Schadstoffarm: Fast alle Wandfarben beinhalten Lösungsmittel oder Weichmacher, die Schadstoffe an die Umwelt abgeben. Besonders bei der Gestaltung des Kinderzimmers sollten Sie deshalb auf eine schadstoffarme Wandfarbe zurückgreifen. Diese sind durch das Gütesiegel Blauer Engel gekennzeichnet.

Mitspracherecht: Klar, beim Babyzimmer können die Kleinen noch nicht mitsprechen. Doch je älter Ihr Kind wird, desto mehr sollte es bei der Gestaltung des Kinderzimmers mitbestimmen können. Beziehen Sie Ihr Kind also auch bei der Wahl der Wandfarbe mit ein. Schließlich ist es sein eigenes Reich und soll sich wohlfühlen.

Meinungsänderung: Bedenken Sie, dass sich vor allem bei Kindern schnell der Geschmack ändern kann. Da das Streichen des Kinderzimmers immer viel Aufwand bedeutet, können Sie auch überlegen, das Zimmer in einer neutralen Farbe zu streichen und durch die Einrichtung und Accessoires wie Kissen und Vorhänge farbliche Akzente zu setzen. Diese lassen sich dann ggf. unkompliziert durch neue ersetzen. Entdecken Sie auch weitere Gestaltungstipps mit Wandfarben im Kinderzimmer sowie Alternativen zur Wandgestaltung, die wir für Sie zusammengestellt haben.

Welche Kinderzimmer Deko kann ich selber machen?

Im Kinderzimmer herrscht oft Chaos, das kennen alle Eltern: Klamottenberge mischen sich mit Bausteinen und Kinderbüchern, die Schulhefte sind unter den Malsachen auf dem Schreibtisch kaum wiederzufinden. An Dekoration ist hier also erst einmal schwer zu denken. Zudem bieten Kuscheltiere und Spielsachen im Regal sowieso schon tolle Hingucker. Doch mit zunehmendem Alter wünschen sich alle Kinder ein bisschen Deko. Wieso also nicht Sinnvolles mit Schönem verbinden? Egal ob Messlatte oder Garderobe, viele Einrichtungsgegenstände können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind basteln und gestalten. Zudem lassen sich mit wenigen Handgriffen auch bereits vorhandene Einrichtungsgegenstände kindgerecht dekorieren:

Sie brauchen:

  • Aufbewahrungsboxen aus Pappe
  • Malvorlagen von einem Lieblingsmotiv, z. B. Ritter, Pferde, Tiere auf Papier oder nach Wahl
  • Servietten mit einem schönen Motiv
  • Bunt- oder Filzstifte
  • Schere
  • Bastelkleber oder Serviettenkleber
  • Schwamm

So geht’s:

Je nach Alter des Kindes kann dieses alleine oder mit Ihrer Hilfe die Malvorlagen bunt ausmalen. Anschließend werden die Motive ausgeschnitten und mit Bastelkleber auf der Box befestigt. Gut trocknen lassen. Wenn Sie mit der Serviettentechnik arbeiten möchten, grundieren Sie am besten zunächst die Box in einer hellen Farbe. Nachdem die Farbe getrocknet ist, ziehen Sie vorsichtig die oberste Schicht der Serviette ab. Streichen Sie die Box dünn mit Serviettenkleber ein und lassen Sie ihn kurz antrocknen. Nun können Sie die Serviette auf die Box legen und mit einem Schwamm festdrücken. Arbeiten Sie immer von innen nach außen, um Risse zu vermeiden. Zum Schluss noch einmal gut mit Kleber bestreichen, denn so wird das Motiv versiegelt und hält besonders gut.