Wenn die Rente nicht reicht – Altersarmut

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Altersarmut ist für viele ein Thema, mit dem sie sich nur sehr ungern beschäftigen. Das ist auch verständlich: Wem es heute gut geht und wer genug Geld verdient, möchte sich meist keine Gedanken darüber machen, wie es später aussieht und verlässt sich darauf, dass das Gehalt von heute schon für eine ausreichende Rente sorgen wird. Die Realität zeigt leider, dass das nicht immer so ist: Die Kinder des Babybooms vor etwa 65 Jahren kommen nun langsam ins Rentenalter – und das bei sinkenden Renten und steigender Anzahl an Menschen, die einen Rentenanspruch haben. Altersarmut ist aus diesem Grund keine Seltenheit mehr und besonders Frauen sind betroffen. Noch vor einigen Jahren wurde die Entscheidung, wer für die Kindererziehung aus dem Beruf aussteigt, nicht lange diskutiert. So müssen die Mütter dieser Generation auf eine hohe Rente verzichten. Aber auch heutzutage ist es häufig die Mutter, die aus dem Job aussteigt, um sich um die Kindererziehung zu kümmern. Wenn Sie sich auch Gedanken über Altersarmut bei Frauen machen, haben wir einige Fakten für Sie zusammengetragen. Außerdem finden Sie am Ende des Artikels einige Hinwiese für die private Vorsorge.

Altersarmut bei Frauen: Welche Risiken bestehen?

Die Antwort ist schnell klar: Frauen, die für einige Zeit im Beruf ausgesetzt haben, um sich um die Familie zu kümmern, können sich nicht auf eine ausreichende Grundsicherung im Alter verlassen. Aber warum ist das so?

Zu wenig Rentenpunkte: In der Elternzeit und auch in der Zeit danach sorgen familienfreundliche Arbeitsmodelle wie Teilzeit oder Mini-Job zwar dafür, dass Frauen etwas dazuverdienen können, für eine ausreichende Einzahlung in die Rentenkasse reicht das aber nicht.

Weniger Gehalt: Im Vollzeitjob, durch Aussetzen oder den Wiedereinstieg in Teilzeit: Frauen verdienen im Durchschnitt weniger Geld als Männer. In der Rente sieht es ähnlich aus: auch hier bekommen Frauen durchschnittlich fast die Hälfte weniger Geld als Männer.

Familie vor Vorsorge: Viele Familien haben nicht die Möglichkeit, Geld für später beiseite

zu legen, wenn sich ein Partner um die Kindererziehung kümmert. Das gesenkte Familieneinkommen wird dann durch das normale Familienleben, Urlaub und Geld für wichtige Notfälle bereits aufgebraucht.

Vorsorge durch den Mann? Auch heutzutage verlassen sich noch viele Frauen darauf, dass sie später durch ihren Ehemann mit abgesichert sind. Leider sprechen die Zahlen dagegen: die Renten der Männer sinken gleichermaßen, Frauen überleben ihre Männer im Durchschnitt um etwa zehn Jahre – bei weniger Witwenrente – und ca. jede zweite Ehe wird geschieden, ohne dass für die Frau vorgesorgt wird.

Kein Einblick: Die Familienfinanzen gehen beide Partner etwas an. Jedoch verlassen sich immer noch genügend Partner auf den anderen und haben keinen Überblick. Dies führt dazu, dass auch manch hohe Ausgaben nicht entdeckt werden und Sparpotentiale unentdeckt bleiben.

Mütterrente – Ausweg aus der Altersarmut für Frauen?

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Die geringen Leistungen, die Mütter im Alter erwarten können, zeigen, dass der Staat das Konzept der Erziehungszeit nicht ausreichend durchdacht hat: Frauen, die für die Kindererziehung im Beruf aussetzen oder ganz aufhören zu arbeiten, sorgen – ganz unromantisch gesagt – für neue Einzahler in die Rentenkasse. Anderseits wird ihnen dieser Fulltime-Job jedoch nicht als Arbeit angerechnet. Vielmehr werden sie dafür „bestraft“, denn später bekommen sie weniger Rente. Seit 2014 haben Mütter von vor dem 1. Januar 1992 geborenen Kindern einen Anspruch auf Mütterrente, mit der sie sich die Kindererziehungszeiten anrechnen lassen können. Dabei bekommen sie pro Kind eine Rentenerhöhung von 28 € pro Monat im Westen und 26 € pro Monat im Osten. Diese reicht allerdings noch lange nicht aus, um der Altersarmut entgegen zu wirken.

Gegen Altersarmut vorsorgen – Tipps für Mütter

Kommunikation: Über Geld redet man! Besonders in der Beziehung. Auch wenn es unangenehm ist, darüber nachzudenken, was mit den Partnern im Falle einer Scheidung passiert und wie beide im Alter abegesichert sind, entwerfen Sie gemeinsam einen Plan für die private Altervorsorge.

ÜberSpartipps informieren: Etwas Geld für die private Vorsorge hätten viele Familien gerne übrig. Informieren Sie sich, wie Sie als Familie im Monat Geld sparen können.

Steuern sparen: Haben Sie schon Ihre Steuerklassen überprüft? Bei Ehen, in der ein Partner wesentlich mehr verdient als der andere, kann es von Vorteil sein, die Steuerklasse zu wechseln. Dadurch haben Sie im Monat mehr Netto übrig, das in die Altersvorsorge fließen kann. Achtung: Beim sogenannten "Ehegattensplitting" zahlt der Geringverdiener vergleichsweise mehr Steuern und hat so weniger Rentenvorteile von seinem Gehalt. Hier heißt es also, das Mehr an Netto für die Vorsorge von beiden Partnern zu nutzen.

 Zusatzversicherungen abschließen:

Nicht alle zusätzlichen Versicherungen bringen was. Mit etwas Recherche und der passenden, unabhängigen Beratung von Profis finden Sie aber sicherlich eine Versicherung, die Sie im Alter absichert.

Riester-Rente:

Steht fest, dass Sie für längere Zeit aus dem Beruf aussteigen möchten, sollten Sie sich über die Möglichkeiten einer Riester-Rente informieren.