Mutter-Kind-Beziehung

Grundlage für starke, glückliche Kinder

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Die Beziehung zwischen Mutter und Kind ist einzigartig. Es ist die erste und prägendste Bindung, die ein Kind in seinem Leben eingeht – und sie beginnt, schon bevor der kleine Mensch überhaupt auf der Welt ist. Aus evolutionsbiologischer Sicht hat die Mutter-Kind-Beziehung einen recht banalen Zweck: Die enge Bindung an die Mutter ist besonders in den ersten Lebensjahren überlebenswichtig für ein Kind. Aber auch später, wenn ein Kind selbstständig wird und häufig bis ins Erwachsenenalter bleibt eine besondere Beziehung zwischen Mutter und Kind erhalten. Was eine gesunde Mutter-Kind-Beziehung ausmacht und wie Sie diese im Alltag pflegen können, das erfahren Sie im folgenden Artikel.

Warum ist die Mutter-Kind-Beziehung so etwas Besonderes?

Physische Verbindung: Wenn ein Baby geboren wird, dann haben Mutter und Kind bereits zehn Monate in intensiver Zweisamkeit verbracht: Das ist die Grundlage für ihre besondere Bindung. Schon im Mutterleib lernt das Baby die Stimme und die Persönlichkeit seiner Mutter kennen, so dass schon vor der Geburt eine gewisse Vertrautheit entsteht.

Nähe gibt Sicherheit: Von Anfang an wird die Mutter-Kind-Beziehung vor allem von Vertrauen geprägt: Ein Kind, das von seinen Eltern Zuwendung, Liebe und Nähe erfährt, entwickelt ein Urvertrauen und hat es auch später leichter, Beziehungen aufzubauen.

Überlebensinstinkt: Anders als die meisten Tiere sind menschliche Babys nach der Geburt für relativ lange Zeit völlig abhängig von einer Person, die sie versorgt. In den ersten Tagen nach der Geburt sorgt die Natur mit einem Hormonschub dafür, dass die Mutter starke Gefühle für ihr Baby entwickelt. Aber auch danach entwickelt und intensiviert sich die Mutter-Kind-Beziehung immer weiter.

Ständige Zweisamkeit: In seinen ersten Lebensmonaten verbringt ein Baby fast die gesamte Zeit mit seiner Mutter, häufig in engem Körperkontakt. Mutter und Kind bilden in dieser Zeit eine Einheit und lernen die Persönlichkeit und die Eigenarten des jeweils anderen ganz genau kennen.

Wie gestalte ich eine gesunde Mutter-Kind-Beziehung?

 

In den ersten Lebensjahren eines Kindes ist die Mutter-Kind-Beziehung vor allem von bedingungsloser Zuwendung und Liebe geprägt – in der Regel reagiert die Mutter immer dann, wenn das Kind etwas braucht, ob Trost, ob Nahrung oder Hilfe bei einer Aufgabe. Das ist auch richtig, denn auf diese Weise entwickelt ihr Kind ein gesundes Selbstwertgefühl und fühlt sich sicher und geborgen. Aber wie schafft man es, über die gesamte Kindheit und Pubertät und bis ins Erwachsenenalter eine gute, starke Beziehung zu seinem Kind zu erhalten? Neben aller Zuwendung und Liebe sollten auch gewisse Grenzen ein Teil der Mutter-Kind-Beziehung sein.

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Sowohl die Mutter als auch das Kind müssen lernen, die Freiräume des jeweils anderen zu akzeptieren. Das fällt im Alltag nicht immer leicht – schon allein, weil es sehr schwer ist, einen objektiven Blick auf die Beziehung zum eigenen Kind zu werfen. Grundsätzlich tun weder Selbstaufgabe noch Machtdemonstrationen oder emotionale Erpressung der Mutter-Kind-Beziehung gut. Wichtig sind – wie in jeder Beziehung – gegenseitiger Respekt, viel gemeinsam verbrachte Zeit, klare Kommunikation und hin und wieder auch etwas Zeit allein.

Tipps für eine starke Mutter-Kind-Bindung

  • Sprechen und Zuhören: Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es etwas erzählt, und bringen Sie ihm bei, selbst zuzuhören. Kommunikation ist nicht nur ein Informationsaustausch, sie schafft auch Vertrautheit und zeigt Interesse für den Gegenüber.
  • Gegenseitiger Respekt: Ein höflicher, aufmerksamer Umgang miteinander tut nicht nur der Stimmung in der Familie gut, es ist auch ein Zeichen von Respekt für den anderen.
  • Grenzen setzen: Ihr Kind sollte früh lernen, dass Sie eigene Bedürfnisse haben, die es berücksichtigen muss. Umgekehrt sollten Sie es respektieren, wenn Ihr Kind etwas nicht möchte, z. B. ein bestimmtes Spiel spielen.
  • Konsequent sein: Stehen Sie zu dem, was Sie gesagt haben und halten Sie Versprechen ein. So weiß Ihr Kind immer, woran es bei Ihnen ist und wird sich ein Beispiel daran nehmen.
  • Loslassen: Auch wenn es schwer fällt – Ihr Kind muss eigene Erfahrungen und Fehler machen dürfen. Bestärken Sie es darin, selbstständig zu werden und lassen Sie es neue Dinge ausprobieren.
  • Zeit miteinander verbringen: Was in den ersten Jahren selbstverständlich ist, wird mit dem Schulalter immer schwieriger. Nehmen Sie sich bewusst jeden Tag etwas Zeit füreinander, ganz gleich, ob Sie etwas unternehmen oder sich einfach unterhalten.
  • Beziehung zum Vater fördern: Die Beziehung zum Vater setzt die Mutter-Kind-Beziehung in Relation und verhindert, dass die Bindung zur Mutter einen „absoluten“ Charakter bekommt. Es ist wichtig für Ihr Kind, unterschiedliche Auffassungen oder Herangehensweisen im Umgang mit beiden Elternteilen kennenzulernen.
  • Verzeihen können: Einen Fehler verzeihen zu können ist eine der Grundlagen für eine gesunde Beziehung. Ganz gleich, ob Sie oder Ihr Kind einen Fehler gemacht haben, sie sollten sich immer aussprechen, um die negativen Gefühle aus der Welt zu schaffen.