Vater-Tochter-Beziehung

Die erste große Liebe

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Viele Väter denken, dass die Mutter die wichtigste Person in der Entwicklung ihrer Tochter ist. Jedoch steht fest: Als Vater sind Sie der erste Mann in ihrem Leben und gerade in den ersten Lebensjahren eine der wichtigsten Bezugspersonen. Väter sind mindestens genauso wichtig wie Mütter und haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Tochter – bis ins Erwachsenenalter. Sie geben ihr die ersten Einblicke in die Welt der Männer und sind in gewisser Weise auch Übungsfeld, wenn es darum geht, Zuspruch und Anerkennung zu erfahren. Welchen Einfluss Sie auf Ihre Tochter haben und wie sich die Vater-Tochter-Beziehung stärken lässt, haben wir für Sie zusammengetragen.

Worauf hat die Vater-Tochter-Beziehung einen Einfluss?

Selbstbewusstsein: Der Liebe der Mutter sind sich die meisten Mädchen sehr sicher. Um den Vater aber wollen sie kämpfen. Daher stärken Sie durch Liebe und Anerkennung das Selbstvertrauen ihrer Tochter ungemein. Verschiedene Studien belegen, dass Frauen mit einer starken Beziehung zu ihrem Vater im Erwachsenenalter weniger zu Depressionen oder Essstörungen neigen.

Beziehungen: „Man heiratet den Vater.“ Was meist mit einem zwinkernden Auge gesagt wird, hat tatsächlich einen wahren Hintergrund: Da Menschen sich mit dem, was sie kennen, am wohlsten fühlen, suchen sich erwachsene Frauen den Partner oftmals nach den Eigenschaften ihres Vaters aus – wenn auch unbewusst. Oder sie verlangen in späteren Beziehungen nach ständiger Aufmerksamkeit und Liebe, um frühere Liebes-Defizite auszugleichen

Denken: Männer und Frauen gehen unterschiedlich mit Situationen um. Auch wenn die Verallgemeinerung, dass Frauen nach Gefühl und Männer mit dem Verstand entscheiden, natürlich nicht immer zutrifft, beeinflussen die Handlungen des Vaters auch die der Tochter. Durch beobachten erfährt sie, dass es auch noch andere Wege gibt, mit einer Situation umzugehen – und nicht nur so wie Mama es immer macht.

Selbstständigkeit: Väter gehen anders mit ihren Kindern um als Mütter. Meistens sind sie weniger ängstlich und trauen ihren Kindern mehr zu. Das hat auch einen Einfluss auf die Eigenständigkeit von Mädchen. Studien in den USA haben herausgefunden, dass Frauen in Führungspositionen meist eine besonders gute Beziehung zu ihrem Vater hatten.

Wenn die Tochter zur Frau wird: Vater-Tochter-Beziehung in der Pubertät

Früher oder später wird aus dem süßen Mädchen eine junge Frau. Spätestens, wenn die Figur in der Pubertät anfängt weibliche Rundungen zu entwickeln, wird allen Vätern klar, dass ihre Tochter erwachsen wird. Dadurch ändert sich etwas in der Beziehung und oft kommen Distanz und Schamgefühle auf: Das Kuscheln ist nicht mehr so natürlich wie früher und auch ins Bad können Sie jetzt nicht mehr reinplatzen, wenn Ihre Tochter sich gerade duscht. Versuchen Sie ihr den nötigen Freiraum zu geben. Auch Gefühle von Eifersucht sind vollkommen normal, wenn Ihre Tochter den ersten Freund mit nach Hause bringt. Anstatt jetzt den Zeigefinger zu heben und neue Verbote einzuführen, sollten Sie Ihrer Tochter weiterhin zeigen, wie sehr Sie sie schätzen und lieben. Wenn sie merkt, dass sie bei ihrem Vater immer einen sicheren Hafen hat und Sie sie unterstützen, wird die Beziehung auch durch die anstrengenden Jahre bis zum Erwachsenwerden stark bleiben.

Vater-Tochter-Beziehung in Scheidungsfamilien

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In Deutschland wächst etwa jedes fünfte Kind aufgrund von Trennung oder anderen Umständen nur bei einem Elternteil auf – meistens bei der Mutter. Die männliche Perspektive ist aber nach wie vor wichtig für die Entwicklung des Mädchens. Auch wenn die Beziehung zur Mutter vorbei und ggf. auch schwierig ist, sollten Sie versuchen, den Kontakt zu Ihrer Tochter aufrecht zu erhalten und zu stärken. So können Sie ihr viel Gutes tun.

Wie kann ich die Vater-Tochter-Beziehung stärken?

Eigene Gefühle zulassen:

Der Vater bringt vielleicht etwas mehr Rationalität mit in die Beziehung. Das muss aber keinesfalls bedeuten, dass Sie keine Gefühle zeigen dürfen. Vielmehr wird es der Tochter guttun, wenn sie sieht, dass ein Mann auch seine Gefühle zeigen kann.

Zeit nehmen:

Elternzeit für Väter macht es möglich: Zeit nehmen, um eine feste Beziehung zur eigenen Tochter aufzubauen. Die ehrliche Aufmersamkeit, die Ihre Tochter von Ihnen in dieser Zeit erfährt, hat einen starken Einfluss auf die Entwicklung und wird sie stärker zusammenschweißen.

Kuscheln:

Besonders in den ersten Lebensjahren ist Körperkontakt extrem wichtig für die Bindung zu Ihrem Kind. Papa muss nicht immer nur zum Toben und Quatsch machen da sein, sondern kann auch beim Kuscheln seine Liebe zeigen.

Interesse wecken:

Gehen Sie nicht von vornherein davon aus, dass sich Ihre Tochter nicht dafür interessieren wird, wie man Fußball spielt oder etwas repariert. Aktivitäten, die nicht unbedingt mit "Mädchensein" in Zusammenhang gebracht werden, machen vielen trotzdem Spaß. So können sich Hobbys entwickeln, die Sie beide zusammen machen und die Beziehung stärken.