Eifersucht unter Geschwistern – wie gehe ich damit um?

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Schon so lange hat sich Ihr Kind ein Geschwisterchen gewünscht. Ist es nun da, fragt es, wann Sie das Baby wieder zurückgeben können. Grund dafür ist oft die Eifersucht auf das neue Wesen, dem Mama und Papa jetzt so viel Liebe und Aufmerksamkeit schenken. Und auch bei älteren Geschwisterkindern ist es nicht selten: In einem Moment spielen Sie noch ganz vertraut miteinander und im nächsten gibt es Streit, weil der andere mehr darf oder kann. Eifersucht kommt in jeder Familie vor und Sie sollten sich deswegen keine Vorwürfe machen. Warum Ihr Kind eifersüchtig ist und wie Sie damit umgehen können, lesen Sie in diesem Artikel.

Mögt Ihr mich nicht mehr? – Eifersucht auf das neue Baby

Auch wenn Sie Ihr Kind schon während der Schwangerschaft auf das Geschwisterchen vorbereitet haben, wird die Situation, dass es jetzt plötzlich jemand anderen gibt, dem Mama und Papa Aufmerksamkeit schenken, erst mit der Geburt so richtig real. Ganz gleich, ob Ihr erstes Kind noch kleiner ist oder bereits in die Schule geht, wird es vor allem in den ersten Lebensmonaten des Babys unter der neuen Situation leiden und oft auch negative Gefühle verspüren.

Entthront-Werden: Vor der Geburt galt Ihre gesamte Aufmerksamkeit wahrscheinlich Ihrem ersten Kind. Nun steht das neue Baby im Mittelpunkt. Für Ihr Kind ist die neue Situation erst einmal unverständlich, denn das Baby kann doch nichts außer schlafen, weinen und essen – Warum bekommt es trotzdem so viel Aufmerksamkeit? 

Unsicherheit: Kinder zwischen etwa 2 und 4 Jahren können nur schwer verstehen, dass die Liebe der Eltern mit einem neuen Kind nicht weniger wird. Die neue Situation macht Sie unsicher und ruft bei vielen auch Verlustängste hervor, da sie die unbekannten Umstände noch nicht einschätzen können.

Enttäuschung: Ihr Kind kann sich nur schwer vorstellen, dass es auch mal so klein war und nicht alleine essen oder spielen konnte. Aus diesem Grund ist die Enttäuschung meist groß, wenn nicht sofort ein neuer Spielkamerad zur Seite steht.


Verhaltensänderung: Nicht selten zeigen Erstgeborene nach der Geburt des Geschwisterchens wieder Verhaltensweisen, die sie eigentlich schon abgelegt hatten – z. B. krabbeln statt laufen oder am Finger lutschen – hier hilft es meist wenig zu sagen, dass Ihr Kind doch schon zu groß dafür sei. Nehmen Sie das Verhalten am besten mit Humor. Diese Verhaltensweisen verschwinden meist wieder von ganz alleine.

Liebe teilen: Eifersucht und Rivalität unter älteren Geschwistern

Wie alle Beziehungen im Leben ist auch die zwischen Geschwistern sehr komplex. Ganz egal, wie sehr sie sich lieben und wie stark sie zusammenhalten können, an manchen Tagen kommt das Gefühl auf, dass Bruder oder Schwester von den Eltern bessern behandelt werden, mehr Aufmerksamkeit, Liebe oder Vorrechte bekommen – und damit auch die Eifersucht. Das führt bei Geschwistern dann häufig zu Streit über Belanglosigkeiten, hinter dem eigentlich der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Liebe der Eltern steht. Auch wenn Sie als Eltern bemüht sind, Ihren Kindern gleichermaßen gerecht zu werden, kommt es vor, dass Sie sich zu einem Kind mehr hingezogen fühlen. Gründe dafür können die Persönlichkeit oder ein einschneidendes Erlebnis mit Ihrem Kind sein. Sie sollten trotzdem immer versuchen, beide Geschwister gerecht zu behandeln.

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Kinder haben feine Antennen und spüren ein Ungleichgewicht in der Familie schnell. Dauerhafte ungerechte Behandlung kann sogar so weit führen, dass Ihre Kinder auch später Probleme haben, Beziehungen zu anderen aufzubauen. Aber keine Sorge, geteilte Aufmerksamkeit wird Ihrem Kind auch guttun: Denn so lernen Kinder, dass es nicht immer nur ausschließlich um sie allein gehen kann.

Was kann ich bei Eifersucht unter Geschwistern tun?

  • Liebe zeigen: So banal es klingen mag, zeigen Sie Ihrem Kind so oft wie möglich, wie sehr Sie es lieben. Besonders gut tut es Ihrem Kind, wenn es merkt, dass es Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit besitzt.
  • Zeit nehmen: Besonders am Anfang ist es für Mütter eher schwierig, sich Zeit nur für ihr großes Kind zu nehmen. Führen Sie deshalb schon vor der Geburt ein, dass sich Ihr Partner oder die Großeltern bewusst Zeit nehmen, um gemeinsam mit Ihrem ersten Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. Auch für Ihre älteren Kinder können Sie bewusst Aktionen planen, die nur Sie beide gemeinsam unternehmen.
  • Nicht vergleichen: Oft fällt es schwer, keine Vergleiche zwischen den Kindern herzustellen. Versuchen Sie dies zu vermeiden, denn oft tut es Ihrem Kind eher weh, als dass es sich angespornt fühlt, mehr zu lesen oder die Hausaufgaben ordentlicher zu erledigen.
  • Wir-Gefühl stärken: Auch wenn Zeit mit einem Kind wichtig ist, sollten Sie auch öfter gemeinsam was unternehmen. Ein schöner Ausflug oder auch nur das Abendessen mit der gesamten Familie können helfen Ihren Kindern zu zeigen, dass Sie alle ein Team sind.