Wir bekommen noch ein Baby!

Wie gelingt die Vorbereitung auf Brüderchen oder Schwesterchen?

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Eine erneute Schwangerschaft heißt für Eltern meist große Freude. Nun verändert sich ihr Leben erneut und ein weiterer kleiner Mensch kommt in die Familie. Auf viele Fragen der Schwangerschaft haben Sie schon Antworten. Aber nun müssen Sie auch Ihr erstes Kind auf das baldige Geschwisterchen einstimmen. Wir haben einige Tipps und Anregungen für die Vorbereitung auf das neue Brüderchen oder Schwesterchen. Erfahren Sie, wie Sie die Schwangerschaft gemeinsam mit Ihrem Kind erleben können.

Großer Bruder oder große Schwester: Wann erzähle ich meinem Kind von der Schwangerschaft?

Der richtige Zeitpunkt Ihrem Kind zu erzählen, dass es ein Brüderchen oder Schwesterchen bekommt, hängt stark vom Alter des Kindes ab. Kinder reagieren jedoch sehr feinfühlig auf Veränderungen in ihrem Umfeld und werden bald merken, dass etwas anders ist als sonst. Nutzen Sie einen ruhigen Moment, in dem alle beisammen sind, um Ihrem Kind zu erzählen, dass es bald ein großer Bruder oder eine große Schwester sein wird. Bilderbücher oder Geschichten, in denen Kindern die neue Situation altersgerecht erklärt wird, können Ihnen dabei helfen.

Unter drei Jahren: Kleinkinder haben noch kein ausgeprägtes Zeitgefühl. Eine Geburt, die in sechs oder sieben Monaten ansteht, lässt sich nur schwer erklären. Warten Sie hier vielleicht lieber mit den Neuigkeiten, bis sich Ihr Baby im Bauch stärker bewegt und tritt. Wenn Ihr Kleinkind spüren kann, dass da etwas in Mamas Bauch wächst, wird die neue Situation weniger abstrakt. Sie sollten auch Familie und Freunde instruieren, dass Sie die ersten sein möchten, die Ihrem Kind erzählen, dass es bald ein großes Geschwisterkind sein wird.

Ab etwa drei Jahren: Ihr Kind wird schnell merken, dass Ihr Bauch wächst und sich Dinge verändern. Weihen Sie es deshalb möglichst früh in die Schwangerschaft ein. So hat Ihr Kind nicht das Gefühl, dass Sie ihm etwas verheimlichen und kann sich auf seine neue Geschwisterrolle einstellen. Wahrscheinlich wird es auch viele Fragen haben und neugierig sein, wie sich das Baby entwickelt.

Tipps für die Vorbereitung auf Brüderchen und Schwesterchen

  • Rituale üben: Nach der Geburt des Geschwisterchens wird sich einiges verändern. Wahrscheinlich wird nun auch der Vater oder Oma und Opa mehr Zeit mit dem Erstgeborenen verbringen, es zum Kindergarten bringen oder die Gutenachtgeschichte vorlesen, damit sich die Mutter um das Neugeborene kümmern kann. Am besten führen Sie diese Veränderungen schon vor der Geburt ein, damit Ihr Kind nicht zu überrascht ist und die Veränderungen nicht mit dem Baby verbindet.
  • Keine falschen Versprechungen: Erzählen Sie Ihrem Kind besser nicht, dass es einen neuen Freund bekommt, mit dem es spielen und toben kann. Die Enttäuschung wird groß sein, wenn das Baby in den ersten Monaten doch noch nicht mitspielen kann.
  • Fotos anschauen: Die Vorstellung, wie ein neues Baby aussieht, ist für viele Kinder – und auch Erwachsene – eher falsch. Zeigen Sie Ihrem Kind Fotos davon, wie es selbst als Neugeborenes aussah und reden Sie mit ihm über diese Zeit. Auch Treffen mit anderen Babys können Ihr Kind auf das Geschwisterchen vorbereiten.
  • Miteinander sprechen: Schenken Sie Ihrem Kind die Aufmerksamkeit, die es nun braucht, um über seine Gefühle zu sprechen. Es sollte offen zugeben dürfen, dass es unsicher oder vielleicht auch wütend ist, dass es sich Mama und Papa bald teilen muss. Versuchen Sie nicht die Gefühle Ihres Kindes zu lenken und ihm zu unterstellen, wie sehr es sich auf das Baby freut.
  • Einbeziehen: Größere Kinder können Sie schon in die Planung für das Baby miteinbeziehen. Wenn Ihr Kind mitentscheiden darf, wo die Wickelkommode und das Bett stehen oder welche alten Spielzeuge es an das neue Baby übergeben könnte, fühlt es sich ernst genommen und kann schon den Stolz der großen Geschwister üben.
  • Üben: Ist Ihr Kind schon groß genug, können Sie ihm eine Puppe mit dem passenden Zubehör schenken. So hat es auch ein eigenes Baby, das gewickelt und gefüttert werden muss. In manchen Städten bieten Hebammen und Geburtskliniken auch kurze Vorbereitungskurse für werdende Geschwister an.
  • Nicht zu viel: Stehen rund um den Geburtstermin noch andere Veränderungen an, sollten Sie versuchen, diese schon vorher durchzuführen oder hinauszuzögern. Zu viele Veränderungen auf einmal überfordern Ihr Kind, deshalb sollten Kindergarten, Umzug oder die Schnullerentwöhnung gut geplant werden.

Wenn´s „schwierig“ wird: Wie reagiere ich auf mein Kind?

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Trotz Vorbereitung und Offenheit wird Ihr Kind wahrscheinlich trotzdem verunsichert sein und auf Ihre Schwangerschaft zumindest situationsweise mit einem eher anstrengenden oder schwierigen Verhalten reagieren. Versuchen Sie nun, nicht mit Ihrem Kind zu schimpfen oder es für das Verhalten zu bestrafen. Das kann in der Schwangerschaft manchmal eine besondere Herausforderung sein, wenn Ihnen übel ist oder der Rücken schmerzt. Jedoch sollten Sie trotzdem versuchen, auf Ihr Kind einzugehen, wenn es mehr Aufmerksamkeit als sonst verlangt oder häufiger bockig reagiert. So merkt Ihr Kind, dass es weiterhin bedingungslos geliebt wird und Sie seine Gefühle auch mit neuem Baby ernstnehmen.