Für die Entwicklung Ihrer Kinder: Helfen im Haushalt

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Der Haushalt ist Familiensache und sollte nicht immer auf ein Mitglied abgewälzt werden. Besonders Ihre Kinder können sich auch schon früh beteiligen: Aufräumen, Putzen, Kochen usw. können nach und nach mitübernommen werden. Damit stärken Sie den Stolz und den Zusammenhalt in der Familie und bringen Ihren Kindern schon früh wichtige Fähigkeiten bei. Warum es gut ist, wenn Kinder helfen und wie Sie sie zur Hausarbeit motivieren können – wir verraten es Ihnen.

Warum sollten Kinder im Haushalt mithelfen?

Selbstständigkeit: Spätestens von Ihrem jugendlichen Kind erwarten Sie wahrscheinlich, dass es im Haushalt mithilft. Selbstständigkeit muss aber schon vorher trainiert werden und kommt nicht von selbst mit dem 14. Geburtstag. Außerdem können sich junge Erwachsene auch in der ersten eigenen Wohnung oder WG besser organisieren, wenn sie schon im Elternhaus Aufgaben erledigen mussten.

Stolz und Wir-Gefühl: Gemeinsames Arbeiten für das eigene Zuhause stärkt den Familienzusammenhalt. Wenn jeder mit anpacken muss, steigt die Wertschätzung für die jeweiligen Aufgaben und jeder hat das Gefühl, etwas zum Familienleben beizutragen. Dadurch steigt auch der Stolz auf die eigene Arbeit.

 

 

Das beste Training: Viele Eltern zögern, wenn es darum geht, ihren Kindern Hausarbeiten zu übertragen. Zum einen sollen die Kleinen doch ihre Kindheit genießen, zum anderen sind viele Arbeiten schneller und ordentlicher erledigt, wenn man sie selbst schnell übernimmt. Jedoch trainieren Kinder hier ihre Wahrnehmung und auch ihre motorischen Fähigkeiten.

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Von klein auf: Welche Hausarbeit ist angemessen?

Etwa 3-6 Jahre: Jüngere Kinder wollen meistens gerne im Haushalt helfen, denn was Mama und Papa da machen ist interessant und will erforscht werden. Die Spielsachen wegräumen, Sockenpaare suchen, beim Kochen etwas anreichen oder den Blumen mit der eigenen Gießkanne etwas zu trinken geben - daran haben die Kleinen meist viel Freude.

Zwischen 6 und 10 Jahren: Jetzt kann Ihr Kind schon vollständig für sein Kinderzimmer verantwortlich sein. Neben Aufräumen zählen dann auch Staub wischen und Saugen dazu. Außerdem kann Ihr Kind jetzt schon bei der Wäshe helfen, den Müll rausbringen und Verantwortung für das Haustier übernehmen. Auch alleine anziehen, Schuhe binden und das Brot selbst schmieren können Sie Ihrem Kind zutrauen.

Von 10 bis 16 Jahren: Nicht nur Tischdecken und Spülmaschine ausräumen kann Ihr Kind jetzt schon alleine übernehmen. Die ersten eigenen Versuche in der Küche - vielleicht noch mit etwas Unterstützung - Rund um einfache Gerichte wie Nudeln, Soßen oder Spiegeleier und Pfannkuchen, nehmen Ihnen vielleicht an einem Tag das Kochen ab. Wenn Ihr Kind älter wird, sind auch schon kleinere Reperaturarbeiten wie Hämmern oder Glühbirne tauschen sowie Unkraut jäten ohne Probleme möglich.

Ab 16 Jahren: In der Pubertät steigt der Trotz sich im Haushalt zu beteiligen. Natürlich muss Ihr Kind aber trotzdem weiter mitmachen und Verantwortung übernehmen. Wer wie ein Erwachsener behandelt werden möchte, sollte sich auf so verhalten.

So motivieren Sie Ihre Kinder: Helfen im Haushalt

  • Mit gutem Beispiel voran: Sie können von Ihren Kindern nur verlangen, was Sie auch selbst vorleben. Deshalb sollten Sie die Ihnen übertragenen Hausarbeiten mit demselben Elan erledigen, den Sie sich auch von Ihren Kindern wünschen und auch zugeben, wenn Sie keine Lust haben und die Aufgaben trotzdem erledigen. Übrigens: Wenn Ihre Kinder mitbekommen, dass die Hausarbeit nicht immer nur an einem Elternteil hängen bleibt, sind sie auch motivierter mitzuhelfen.
  • Faire Verteilung: Die Hausarbeit sollte gerecht aufgeteilt werden. Entsprechend dem Alter und der Zeit werden die Aufgaben verteilt. Übertragen Sie Ihren Kindern nicht nur die Aufgaben, die Sie selbst nicht gern erledigen. Am besten ist es, wenn jeder einmal alles übernommen hat. So steigern Sie auch die Wertschätzung gegenüber den unterschiedlichen Aufgaben.
  • Einen Plan machen: Ein bunter Plan, auf dem die Aufgaben aufgeschrieben sind, und kleine Namenskarten, die hin und her geschoben werden können: So sehen alle, wer was zu tun hat und können ihren Namen von der Aufgabe wegnehmen, sobald sie diese erledigt haben.
  • Lob statt Lohn: Lieber einmal zu viel loben, als zu wenig. Durch Lob fühlt Ihr Kind den Wert seiner Arbeit und entwickelt Stolz und Selbstbewusstsein. Die Arbeit im Haushalt mit Taschengeld zu belohnen ist nicht hilfreich: Auch als Erwachsener müssen diese Arbeiten übernommen werden, ohne dass es dafür eine Belohnung gibt. Mehr zu Taschengeld Regeln können Sie in unserem Artikel lesen.
  • Nicht zu viel oder zu wenig: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Aufgaben gut übernehmen kann. Unterforderung vermittelt Ihrem Kind, dass Sie ihm nicht mehr zutrauen. Aufgaben, die überfordern, sorgen jedoch für Frust und senken die Motivation.
  • Auf Perfektion verzichten: Denken Sie daran: Ihr Kind lernt noch. Es hat nicht denselben Sinn für Ordnung und Sauberkeit wie Sie. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Staub nicht so gewischt ist oder das Geschirr nicht so in den Spüler geräumt ist, wie Sie es sich vorstellen. Reden Sie mit Ihrem Kind über die Erwartungen. Wenn Sie jedoch wortlos anfangen die Arbeiten zu „verbessern“, vermitteln Sie Ihrem Kind den Eindruck, seine Arbeit wäre nicht gut genug.