Schluss mit Stress: So klappt das Zeitmanagement in der Familie

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Entspannt und fröhlich den Alltag meistern, gelassen bleiben, selbst wenn es im Job, im Haushalt und mit den Kindern mal wieder drunter und drüber geht, das wäre so schön. In der Realität hetzen wir uns ab, um alle Termine unter einen Hut zu bekommen und haben am Ende doch nur wieder die Hälfte von dem geschafft, was wir uns vorgenommen hatten. Die eigenen Bedürfnisse bleiben im Familienalltag dabei oft zuerst auf der Strecke. Aber wie gelingt mehr Gelassenheit im Alltag? Ist Stress wirklich nur eine Frage des Zeitmanagements? Wir glauben, es geht nicht nur um die Organisation des Alltags, sondern auch um die Prioritäten: Was ist jetzt gerade wirklich wichtig?

Gelassene Eltern = gelassene Kinder?

 Ein gutes Zeitmanagement in der Familie tut nicht nur den Eltern gut, es prägt auch die Persönlichkeit unserer Kinder. Seit langem ist bekannt, dass Babys schon im Mutterleib das Stresslevel der Mutter wahrnehmen. Die aktuelle Forschung konnte zudem zeigen, dass ständiger Stress im Baby- und Kleinkindalter Kinder bis ins Erwachsenenalter beeinflusst: Je mehr die Eltern im Alltag unter Druck sind, desto stressempfindlicher sind auch ihre Kinder.

Also einfach gelassen bleiben?

Klingt eigentlich ganz einfach – bis der Familienalltag mit allen großen und kleinen Hürden dazwischenkommt. Wie schafft man es, gelassen zu bleiben, wenn das Kind einen Wutanfall hat, das Auto kaputt geht oder mal wieder drei Termine hintereinander zu meistern sind? Alle Eltern sind hin und wieder erschöpft oder einfach völlig entnervt. Aber wer im Alltag ein gewisses Maß an innerer Ruhe behält, vermittelt seinen Kindern emotionale Sicherheit, unabhängig davon, wie stressig der Alltag gerade ist.

Was bedeutet Zeitmanagement für die Familie?

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Unter einem optimalen Zeitmanagement stellt sich so mancher einen perfekt durchgeplanten Tagesablauf vor, etwa so wie es Spitzenmanager großer Firmen machen, wenn sie einen minutengenau abgestimmten Termin nach dem anderen absolvieren. Im Familienleben hat gutes Zeitmanagement eine ganz andere Bedeutung. Hier geht es nicht so sehr um perfekte Organisation, sondern vor allem darum, Prioritäten zu setzen. Wer sich auf das Wesentliche konzentriert, lebt zufriedener zusammen. Die Herausforderung bei dieser Art des Zeitmanagements ist es, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem, was der einzelne braucht und dem, was die Familie braucht. Eltern neigen dazu, ihre eigenen Bedürfnisse zum Wohl der Familie zurückzustellen – immer wieder, so lange bis sie erschöpft und frustriert sind. Zeitmanagement für die Familie bedeutet, sich auch Zeit für sich selbst zu geben und daraus neue Energie zu ziehen.

Alltagsstress – alles eine Frage der Einstellung?

Selbstverständlich hängt das persönliche Stresslevel auch von den Lebensumständen ab: wie groß die Familie ist, in welchem Alter die Kinder sind, ob ein oder beide Eltern berufstätig sind und, und, und. Zu einem guten Teil ist Alltagsstress aber auch vom eigenen Verhalten abhängig. So stehen wir unserer Gelassenheit schnell selbst im Weg.

Alles auf einmal wollen

Wer zu viele Dinge gleichzeitig schaffen will, verzettelt sich schnell. Am Ende wird nichts richtig fertig, der Frust wächst und in der Folge nimmt man sich wieder Neues vor. Klare Prioritätenlisten, zum Beispiel in Form von To-Do-Listen und einem Familienkalender, können helfen, dem Kreislauf aus Stress und Aktionismus zu entgehen.

Alles perfekt machen wollen

Überhöhte Ansprüche sind ein sicherer Stressfaktor, nicht nur für einen Menschen selbst, sondern auch für seine Umwelt. Denn wer immer alles perfekt machen will, erwartet das meist auch von seinen Familienmitgliedern, von den Kollegen oder von Freunden. Das strengt an und am Ende ist man doch selten zufrieden. Besser: Sich auf das konzentrieren, was jetzt gerade wichtig ist und den Rest auf später verschieben.

Alles allein machen wollen

Wer nicht delegieren kann, gerät leicht in Stress, insbesondere, wenn es eine Familie und einen Job zu managen gibt. Häufig sind es die Perfektionisten, die am liebsten alles selbst erledigen. Aber: Vertrauen in andere Menschen tut nicht nur gut, es spart auch eine Menge Kraft und Zeit. Insbesondere Kinder profitieren davon, wenn man ihnen von Anfang an kleine Alltagsaufgaben überträgt. So wird auch der Familienalltag auf lange Sicht entspannter.

To-do-Listen: unschlagbare Helfer für das Familien-Zeitmanagement

Eine To-do-Liste kann helfen, im Alltag Prioritäten zu setzen und sich nur das vorzunehmen, was man auch schaffen kann. Dafür gestalten Sie Ihre persönliche Liste am besten flexibel: Statt alles aufzulisten, was Sie an einem Tag schaffen wollen, unterteilen Sie die To-dos in

  • Pflichttermine
  • dringende Aufgaben
  • Dinge, die Sie immer schon erledigen wollten

Pflichttermine werden direkt in den Terminkalender übertragen, so dass sie fix sind. Auch für dringende Aufgaben können Sie einen Tag und eine bestimmte Zeitspanne festlegen. Alle anderen Dinge erledigen Sie so, wie es in den Alltag passt. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Liste laufend aktualisieren, damit Sie nichts aus dem Blick verlieren.