Kinder und Musik – eine ganz besondere Verbindung

kinder_Musik_v2_123_650.jpg
© 123RF

Kinder, die ein Instrument spielen, sind intelligenter und lernen schneller – diese Annahme steckt wohl in den meisten Köpfen. Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass Musik, Singen und Musizieren eine ganz besondere Wirkung auf Kinder haben und sie fördern. Schon von klein auf, hat Ihr Kind den Drang, sich zu Musik auszudrücken, sei es durch lautes Mitsingen oder durch hemmungsloses Hüpfen und Tanzen. Was für viele belustigend ist, ist ein Ausdruck an Lebensfreude, der tief aus Ihrem Kind kommt. Auch am Abend haben viele Kinder nichts lieber, als von Mama und Papa noch ein Einschlaflied zu hören oder singen gerne auch mal mit. Aber was steckt hinter der Faszination von Kindern für Musik und wie und wann können Sie Ihr Kind musikalisch fördern? Wir haben interessante Informationen rund um das Thema Kinder und Musik für Sie zusammengetragen und geben Anregungen für Musikinstrumente, Kinderlieder und gemeinsames Musizieren mit Ihrem Kind.

Warum ist Musik für Kinder so wichtig?

Den eigenen Körper kennenlernen:

Die Stimme hat man von Geburt an. Als erstes beginnt Ihr Kind zu glucksen und zu plappern und irgendwann summt und trällert es. Als einziges Muskinstrument können wir die Stimme immer benutzen und so auch entdecken, welche Geräusche wir produzieren können. Das macht Kindern nicht nur Spaß, sondern sie lernen auch gleichzeitig sich und ihren Körper besser kennen.

Gefühle verarbeiten:

Auch Erwachsene kennen diese Wirkung: An einem fröhlichen Tag haben wir Lust auf belebende Musik, bei der man gerne mitsummt oder pfeift. Bei Liebeskummer oder entspannten Abenden darf es eher etwas ruhiger sein. Kindern geht es genauso. Die Musik hilft ihnen, Gefühle zu verarbeiten und auszudrücken.

 

 

Selbstbewusstsein schaffen:

Wer einen Liedtext beherrscht, ein Instrument spielen kann oder einen Tanz beherrscht, ist stolz. Die kleinen Fortschritte, die die Kinder spüren, wenn sie ein Lied mitsingen können oder Mama und Papa etwas vorspielen, geben Selbstvertrauen.

Zusammen stärken:

Gemeinsames Singen und Musizieren fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl. Nicht nur mit Mama und Papa, auch in einem Singkreis fühlt sich Ihr Kind als Teil der Gruppe. Hier lernt es, auf die anderen zu achten und mit ihnen zusammenzuarbeiten, damit das Musikstück am Ende besonders schön klingt.

Lebensfreude:

Musik in Verbindung zum Tanz vermittelt auch Körpergefühl. Kleine Kinder haben nur sehr wenig Hemmung: Gefällt ihnen ein Lied beim Einkaufen im Supermarkt oder im Radio, tanzen sie drauflos. Das ist Lebensfreude und Gefühl pur.

 

Von Musik lernen – Einfluss auf die kindliche Entwicklung

Nervenverknüpfung:

Singen und Musizieren regen besonders viele unterschiedliche Areale im Gehirn an. Dadurch entstehen - vor allem in jungen Jahren - in Sekundenschnelle neue Verbindungen zwischen den Nervenbahnen. Die beiden Gehirnhälften werden gefordert zusammenzuarbeiten und können sich leichter verknüpfen. Fördern Sie Ihr Kind schon vor der Schule, können die so geschaffenen Nervenverknüfungen es Ihrem Kind erleichtern, Lesen, Schreiben oder Rechnen zu lernen.

Sprachentwicklung:

Durch die Melodie und den Rhythmus wird Ihr Kind auch für Sprache sensibilisiert. Auch wenn es "nur" zuhört, lernt es den Klang von Wörtern zu unterscheiden. Außerdem kann es durch Mitsingen auch seinen Wortschatz erweitern.

Konzentration:

Beim Zuhören, Mitsingen und alleine Singen lernt Ihr Kind, sich auf eine Sache zu fokussieren. Auch in der Zukunft kann es auf diese Fähigkeiten zurückgreifen.

Gedächtnis:

Liedtexte merken sich die meisten Kinder nach ein paar Wiederholungen. Ganz nebenbei trainieren sie aber auch Ihr Gehirn, sich mehr Dinge zu merken.

Welche Lieder für Kinder gibt es?

Nicht nur an Weihnachten kann man sich Zeit nehmen, gemeinsam zu schmettern. Die Lieder für Kinder sind zahlreich. Neben den Klassikern wie „Alle meine Entchen“ und Hänschen klein“ gibt es auch viele neue Lieder, die Sie jederzeit zusammen mit Ihrem Kind lernen können. Wenn Ihr Kind älter wird, wird es seinen eigenen Musikgeschmack entwickeln und wahrscheinlich auch die Lieder aus dem Radio mitsingen. Nebenbei können Sie aber auch bewusst viele andere Lieder gemeinsam mit ihm singen.

  • Kinderlieder: Beim Spielen, im Auto oder zwischendurch: Kinderlieder singen macht immer Spaß. Die unterschiedlichen Texte sind mal lustig und mal traurig und sprechen Kinder altersgerecht an. Noch mehr über Kinderlieder, und warum Singen für Kinder so wichtig ist, erfahren Sie im verlinkten Artikel.

  • Schlaflieder: Ein beruhigendes Schlaflied gehört zum Einschlafritual vieler Familien. Die beruhigenden Melodien und Rhythmen entspannen Ihr Kind und läuten so die erholsame Nacht ein. Besonders wichtig ist Ihrem Kind dabei auch die intensive Zeit, die es mit Mama und Papa verbringt. Also ruhig kuscheln und ganz beruhigt ins Land der Träume reisen. Lesen Sie hierzu unseren Artikel „Schlaflieder“.

  • Singspiele: In diesen Liedern werden die kleinen Sänger dazu aufgefordert, den Text durch Bewegungen zu bereichern. Klatschen, im Kreis drehen oder mit den Füßen stampfen machen nicht nur Spaß, sie beanspruchen auch beide Gehirnhälften und die Motorik Ihres Kindes.

Musiktherapie für Kinder

kinder_Musik_123_650.jpg
© 123RF

Musik berührt – Kinder ganz besonders. Gefühle können geleitet und Hemmungen überwunden werden. In der Musiktherapie wird nur auf Trommeln gehauen und gemeinsam gesungen? Viel mehr als das! In kleinen Gruppen oder auch im Einzelunterricht wird mit den Kindern gearbeitet. So können zum Beispiel auch Kinder, die Probleme mit dem Sprechen haben, lernen sich auszudrücken und werden langsam an das Thema Sprache herangeführt. Auch an aggressivem Verhalten von Kindern wird hier gearbeitet und sie finden andere Wege, um mit ihrer Wut umzugehen.

Ab wann kann ich mein Kind musikalisch fördern?

Musikalisch sind Kinder von Anfang an. Ob sie zunächst „nur“ mit ihrer Stimme spielen oder sich verträumt zu einer Melodie bewegen, sie spüren die Musik schon sehr früh in sich. Gemeinsam singen und Instrumente basteln können Sie auch schon mit kleinen Kindern. Vielleicht haben Sie auch bereits ein Klavier oder ein Keyboard zu Hause, auf denen Ihr Kind die ersten Tasten drücken kann. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind Spaß an diesen Aktivitäten hat, können Sie Ihr Kind auch für die musikalische Früherziehung anmelden. Diese wird für Kinder ab vier oder fünf Jahren empfohlen. In kleinen Gruppen lernt Ihr Kind unterschiedliche Instrumente wie Trommel, Xylophon oder Rasseln kennen. Die Kurse basieren auf einem ganzheitlichen Konzept, welches auch Gesang und Tanz mit einschließt und Ihr Kind auf spielerische Art fördert und fordert. Innerhalb des Kurses kann Ihr Kind sich der Musik nähern und hier vielleicht auch die Liebe zu einem bestimmten Instrument oder zum Tanzen und Singen entdecken. Zum Weiterlesen folgen Sie unserem Link zum Artikel über musikalische Früherziehung.

Gemeinsam „Krach“ machen – Musikinstrumente basteln mit Kindern

Musikinstrumente müssen nicht immer teuer gekauft werden, Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind auch ganz einfach selbst gebastelt werden. Ein paar alte Konservendosen, Kronkorken oder Blecheimer hat jeder zu Hause. Im Handumdrehen werden daraus Rasseln und Trommeln. Ihr Kind wird großen Spaß daran haben, sich auf die Suche nach möglichen Instrumenten zu machen und diese dann gemeinsam mit Ihnen zu basteln.

Schepperstab für Kinder

Das brauchen Sie:

  • Holzstab oder Holzleiste
  • Zwei Nägel
  • Kronkorken
  • Hammer
  • Klopfbrett oder stabile Unterlage
  • Dicker Nagel zum Lochen

So geht´s:

Die Kronkorken auf die Unterlage legen und mit dem Hammer bearbeiten, sodass sie flach werden. Mit einem dicken Nagel ein Loch in die Mitte des Kronkorkens stanzen. Die Kronkorken gleichmäßig aufteilen und mit den dünneren Nägeln an den Stabenden befestigen. Den Nagel dabei nur soweit einschlagen, dass er nicht auf der Hinterseite des Stabs hervorsticht und die Nägel Platz zum Rasseln haben.

Was für ein Instrument passt zu meinem Kind?

Was will Ihr Kind? Die Vorliebe Ihres Kindes ist bei der Wahl des Instruments entscheidend. Auch wenn Sie selbst sich nicht von Anfang an für das Instrument begeistern können und eine andere Stilrichtung bevorzugen würden, sollte Ihr Kind hier die Entscheidung treffen – sonst fehlt es schnell an der Motivation. Lieber ein Kind, das mit Begeisterung an seinem Schlagzeug sitzt, als ein gelangweilter Nachwuchs, der überredet werden muss, die Geige in die Hand zu nehmen. Spaß steht im Vordergrund: Nur wenige Kinder haben Lust darauf, sich jeden Tag zum Üben hinzusetzen, da bedarf es manchmal schon ein paar Tricks zur Motivation. Jedoch sollte der Spaß immer im Vordergrund stehen. Sie wünschen sich, dass Ihr Sprössling ein begnadeter Pianist wird? Vielleicht hat er das Talent dazu, aber wenn der Druck zu hoch ist und die Lust verloren geht, wird Ihr Kind damit nicht glücklich werden. Eine angemessene Förderung funktioniert aber auch – oder vor allem – durch Spaß an der Sache. Gitarre, Flöte oder doch Klavier? Verschiedene Instrumente sind für unterschiedliche Musikstile besser geeignet und fordern unterschiedliche Eigenschaften und Fertigkeiten. Schnupperkurse in der Musikschule bieten hier die beste Möglichkeit, um sich an unterschiedlichen Instrumenten auszuprobieren. So können Sie sichergehen, dass das Musikinstrument – welches in der Anschaffung selten günstig ist – nach ein paar Monaten in der Ecke liegt.