Erziehungsfehler

Gibt es das überhaupt?

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Machen wir das wirklich richtig? Erziehungsfragen bieten nicht nur großes Diskussionspotenzial, sie sind auch immer wieder Gegenstand von Zweifeln. Wie löse ich Konflikte mit meinem Kind, wie werde ich seinen Bedürfnissen gerecht? Die Angst, Fehler bei der Erziehung zu machen, kennen fast alle Eltern. Aber gibt es überhaupt so etwas wie Erziehungsfehler? Wir haben uns mit dem Thema beschäftigt und finden: Fehler werden nur dann zum Problem, wenn man nicht daraus lernt.

Wie finde ich heraus, ob ich Fehler in der Erziehung mache?

Fehlerbewusstsein: Erziehung ist Bauchsache – aber auch eine Frage der eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen. Wenn Sie unsicher sind, kann es helfen, auf die eigene Erziehung zurückzublicken: Was hat Sie geprägt, was hat Ihnen gefallen und was nicht? Oft helfen diese Erkenntnisse, Erziehungsfehler zu vermeiden.

Nie auslernen: Vermeintliche Erziehungsfehler machen sich manchmal erst bemerkbar, wenn es schon Probleme mit Ihrem Kind gibt. Es ist trotzdem nicht zu spät, aus Ihren Fehlern zu lernen. Wichtig ist, dass Sie sich – und Ihrem Kind – eingestehen können, dass Ihr Verhalten nicht richtig war.

Selbstvertrauen: Von allen Seiten kommen Ratschläge, was Kinder brauchen und wie man sie optimal fördern sollte. Vertrauen Sie auf Ihre Kompetenzen als Eltern und erziehen Sie Ihr Kind so, wie es sich für Sie und Ihre Familie richtig anfühlt. Eine authentische Haltung in Erziehungsfragen ist eine sichere Grundlage.

Die größten Erziehungsfehler und wie Sie sie vermeiden können

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Die meisten Eltern werden zustimmen, dass es keine allgemeingültigen Erziehungsstandards geben kann: Jede Familie funktioniert anders und jedes Kind ist einzigartig in seiner Persönlichkeit und seinen Bedürfnissen. Eindeutige Regeln für das, was gut und richtig ist, gibt es in der Kindererziehung also nicht – wohl aber ein paar Dinge, die Eltern grundsätzlich vermeiden sollten.

Bitte nicht …

Lieber so:

  • Liebesentzug: Liebe sollte niemals an Bedingungen gebunden sein. Einem Kind zu drohen „… dann habe ich dich nicht mehr lieb“ oder es als Bestrafung bewusst zu auszuschließen, verletzt seine Gefühle und erschüttert zutiefst das Vertrauen in die Eltern.
  • Gefühle zeigen: Lassen Sie Ihr Kind ruhig wissen, dass sie wütend oder traurig sind oder dass Ihnen sein Verhalten den letzten Nerv raubt – aber stellen Sie niemals Ihre Liebe infrage und tragen Sie Ihrem Kind sein Verhalten nicht nach. Sie sind der Erwachsene: Im Zweifelsfall sollten Sie die Initiative übernehmen und auf Ihr Kind zugehen und den Konflikt beenden.
  • Fehlende Anerkennung: Ein selbstgemaltes Bild, Hilfe beim Kochen oder Aufräumen – Kinder probieren sich permanent aus und möchten für ihre Erfolge gelobt werden. Eltern, die diese Bemühungen ignorieren oder als selbstverständlich hinnehmen, schaden dem Selbstvertrauen ihrer Kinder und hemmen langfristig ihre Eigeninitiative.
  • Ehrliche Anerkennung: Anerkennung ist ein Grundbedürfnis von Kindern, aber sie erkennen schnell, wenn ein Lob übertrieben oder nicht ernst gemeint ist. Trauen Sie Ihrem Kind ruhig etwas zu und lassen Sie es seine eigenen Erfahrungen machen – nur so kann es seine Fähigkeiten und ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln.
  • Fehlende Orientierung: Wenn Regeln nur in bestimmten Situationen gelten oder sich mit ausreichend Geschrei biegen lassen, dann belastet das nicht nur den Familienalltag, es verunsichert vor allem die Kinder: Sie wissen nicht wirklich, woran sie sind und versuchen umso mehr, die Grenzen auszuloten.
  • Konsequent sein – in jeder Beziehung: Auch, wenn es den ein oder anderen Kampf bedeutet, sollten Sie Regeln konsequent umsetzen. Im Umkehrschluss kann das heißen, die eigene Erziehung kritisch zu beleuchten und zu überlegen, welche Regeln wirklich sinnvoll bzw. familientauglich sind. Konsequent sein bedeutet aber auch, Ihrem Kind gegenüber Wort zu halten, bei Versprechen ebenso wie bei Ankündigung von Strafen.
  • Überhöhte Ansprüche: Kinder, die unter Leistungsdruck stehen oder sich permanent mit anderen vergleichen lassen müssen, verlieren schnell die Freude am Lernen – und auch das Gefühl dafür, wer sie sind und was sie so besonders macht.
  • „Du bist okay so, wie du bist“: Unterstützen Sie Ihr Kind in seiner Persönlichkeit und geben Sie Ihm Raum, Zeit und Ihr Vertrauen, um seine Fähigkeiten zu entwickeln. Es sollte in Ordnung sein, wenn es Ihre Vorliebe für Sport nicht teilt oder sich mit dem Lesenlernen schwerer tut als seine Klassenkameraden: Versuchen Sie, Ihrem Kind den Rücken zu stärken, anstatt es „gleichmachen“ zu wollen.
  • Körperliche Gewalt: Kinder können ihre Eltern förmlich zur Weißglut treiben. Trotzdem sollten Eltern ihrem Ärger niemals mit Gewalt Luft machen. Schubsen oder Schlägen demütigen und verängstigen Kinder nicht nur, sie übernehmen das gewalttätige Verhalten früher oder später auch selbst.
  • Sinnvolle Konsequenzen: Niemand ist unbegrenzt geduldig und verständnisvoll. Wenn Sie kurz vor dem Explodieren sind, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um durchzuatmen. Eine „Strafe“ für ein Fehlverhalten muss nachvollziehbar für Ihr Kind sein und sollte vor allem niemals Ihre Beziehung zueinander infrage stellen.