Typisch Mädchen – Typisch Junge: Ist das „typisch“ angeboren?

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Mädchen laufen in rosa Kleidchen herum, spielen Prinzessin und spielen mit Puppen. Jungen werden mit blauen T-Shirts und Hosen ausgestattet und wollen raufen, Ritter spielen und interessieren sich für Bagger und Autos. Diese Stereotype halten sich noch immer hartnäckig in den Köpfen. Doch warum ist das so? Heutzutage achten viele Eltern explizit darauf, ihre Kinder geschlechtsneutral zu erziehen, um ihnen alle Entwicklungsmöglichkeiten offen zu halten und ärgern sich dann, wenn die Kinder doch in die „typischen“ Muster fallen. Ist es also angeboren, wie sich Mädchen und Jungen entwickeln oder gibt es noch andere Faktoren, die die Entwicklung der Geschlechter beeinflussen?

Warum sind Kinder „typisch“?

Die Hormone spielen mit: Der Testosteronspiegel bestimmt mit, wie sich das Gemüt Ihres Kindes entwickelt. Da das Hormon in den männlichen Hoden gebildet wird sind Jungen aus diesem Grund tatsächlich von Natur aus etwas wilder und rauflustiger. Aber auch Mädchen sind wild. Der Unterschied liegt darin, dass das wilde Verhalten bei ihnen meist wegerzogen wird, während es bei Jungs in Ordnung ist, wenn sie sich mal mit einem Freund balgen.

Ohne Absicht: Auch wenn Sie es nicht wollen, behandeln Sie Ihre Kinder unbewusst unterschiedlich, je nachdem ob diese Mädchen oder Junge sind. Forscher haben herausgefunden, dass Eltern mit ihren Töchtern mehr sprechen und dadurch eine bessere Grundlage für die Entwicklung des Sprachzentrums legen. Mit Jungen hingegen wird eher wild gespielt und getobt.

Die Medien suggerieren Unterschiede: Ganz gleich, ob Sie ein Spielzeuggeschäft betreten, eine Kinderserie schauen oder ein Buch lesen, oft sind hier schon Spielzeug und Geschichten so gestaltet, dass sie auf die typischen Rollenbilder zugeschnitten sind. Bei den Mädchen dreht sich alles um Feen und Rosa, während die Jungs Bagger und Fußball vorgesetzt bekommen.

Wie die Eltern, so die Kinder: Kinder nehmen sich ihre Eltern zum Vorbild. Wenn Sie mit etwa drei Jahren ihr Geschlecht entdecken, schauen sie meist eher auf den gleichgeschlechtlichen Elternteil, um herauszufinden, wie sich eine Frau oder ein Mann verhält. Bekommt es also von Anfang an mit, dass Männer stark und Frauen sensibel sind, wird es das auch für sein Rollenbild übernehmen.

Rosa & Blau - Geschlechtertrennung bei Spielzeug und Einrichtung?

  • Muss ein Mädchenzimmer rosa eingerichtet und mit einer großen Puppensammlung ausgestattet sein? Sollte das Kinderzimmerdes kleinen Jungen in Blau tapeziert werden und nur Actionfiguren und Autos beherbergen? Die Antwort lautet ganz klar: Nein! Generell gilt: Erlaubt ist was gefällt. Am Anfang entscheiden noch die Eltern, wie sie das Kinderzimmer einrichten und entscheiden sich häufig bewusst gegen die „typischen“ Farben. Später dürfen die Kinder mit aussuchen. Und dann sollten Sie den Wünschen nachgeben, ganz egal, ob Ihr Mädchen in einem blauen, grünen oder pinken Zimmer leben möchte. Ärgern Sie sich auch nicht, wenn alle Bemühungen um eine geschlechterneutrale Erziehung mal nicht fruchten und Ihr Sohn sich lieber mit Autos als mit der Spielküche beschäftigt. Das Ausprobieren von verschiedenen Rollen und Vorlieben gehört zur Entwicklung dazu. Wichtig dabei ist nur, dass Sie Ihrem Kind vermitteln, dass es sein kann und spielen kann, was es möchte und Sie ihm das Selbstvertrauen schenken, dass das auch ok ist. Spätestens im Kindergarten wird es wahrscheinlich eine Spielzeugecke für Mädchen und für Jungen geben. Hier wird Ihr Sohn dann sicherlich genügend Selbstvertrauen haben, die Autos beiseite zu legen um mit den Buntstiften zu malen, und Ihre Tochter wird den anderen Jungs klarmachen, dass sie genauso gut ein Ungeheuer mit dem Schwert bekämpfen kann, wenn sie es will.

Typisch Junge, Typisch Mädchen - Weg mit dem Rollenklischee

Typisch Junge – Typisch Mädchen: Weg mit dem Rollenklischee

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Freiheit geben: vermitteln Sie Ihrem Kind immer das gefühl, dass es seinkann, was es will und dass es perfekt ist, wie es ist.

Nicht in Klischees stecken: "Du darfst nmicht im drck spielen, du bist doch ein Mädchen" oder "Jungs müssen stark sein" sollten Sie Ihrem kind nicht vorbeten. Dadurch werden sie in Rollengedrängt, die nicht stimmen.

Aktivitäten variieren: Jungs können beim Kochen helfen und Mädchen das Fahrrad reparieren. Bringen Sie Ihrem Kind möglichst viele unterschiedliche Fertigkeiten bei. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein. So werden vielleicht auch spätere Hobbys entdeckt.

Abwechslung: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das Leben nicht nur rosa oder blau, sondern bunt ist. Stellen Sie Ihm Menschen mit "untypischen" Berufen vor: Ein Mann, der Frisör ist oer eine Frau, die Autos repariert. So wird es lernen, dass es nicht immer nur ein entweder/oder gibt.