Das erste eigene Handy: Ab welchem Alter ist es sinnvoll?

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Wer öfter auf dem Smartphone von Mama und Papa spielen darf, wird früher oder später auch ein eigenes Handy verlangen. Während jüngere Kinder dies häufig einfach nur zum Spielen benutzen möchten, kommt es bei Älteren eher darauf an, mit einem Markengerät dazuzugehören und Kontakt zu halten. Auch für Eltern stellt sich früher oder später die Frage, wann ihr Kind ein eigenes Telefon besitzen sollte. Medienexperten sind sich einig, dass es bei der Entscheidung für oder gegen ein eigenes Telefon vor allem auf die Reife des Kindes ankommt. Da kann es sein, dass ein achtjähriges Kind ein größeres Verantwortungsgefühl besitzt als ein anderes Kind mit zehn Jahren. In der Grundschule brauchen die Kinder nach Expertenmeinung jedoch auf keinen Fall ein Smartphone. Viele Eltern wollen Ihre Kinder aber im Notfall erreichen können. In diesem Fall reicht auch ein Handy ohne Internetfunktion oder ein sogenanntes Notfalltelefon extra für Kinder. Ab zehn oder elf Jahren kann Ihr Kind dann meist auch die Verantwortung für ein Smartphone mit erweiterten Funktionen übernehmen. Wir haben für Sie herausgefunden, was wichtig ist, wenn Sie Ihrem Kind ein Handy überlassen.

Die Kosten eines Handys: Ab welchem Alter eignet sich welcher Vertrag?

Prepaid: Einmal das Guthaben aufladen und dann nach und nach verbrauchen. Diese Vertragsart eignet sich besonders bei jungen Kindern bis 13 Jahren sehr gut, um ihnen ein Gefühl für das Guthaben und dessen Wert zu vermitteln. Die Übersicht darüber fällt den Kindern oft besonders schwer, da sie zwar den Wert des Guthabens einsehen können, aber es nicht wie ihr Taschengeld in der Hand halten. Sie können mit Ihrem Kind vereinbaren, dass Sie das Handy einmal im Monat mit einem bestimmten Betrag aufladen. Ist dieser aufgebraucht, können die Kinder niemanden mehr anrufen und keine Nachrichten verschicken. Angerufen werden können die

Kinder allerdings weiterhin. Sie können Ihr Kind also in dringenden Fällen erreichen.

Flatrate: Ein Vertrag mit einer Flatrate können Sie für ältere Kinder abschließen. Da das Telefon in diesem Alter meist nicht nur für Notfälle, sondern vielmehr für soziale Kontakte und Surfen genutzt wird, ist es günstiger, wenn ein Vertrag mit genügend Internetkapazität und Freiminuten eingerichtet wird. Jedoch sollten Sie hier darauf achten, dass Ihr Kind sich nicht in den Tiefen des Internets verliert und neben dem Handy auch andere Hobbys und reale, soziale Kontakte pflegt.

Cybermobbing, Datenklau & mehr: Gefahren von Smartphones

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Datenklau: Mal eben schnell die Adresse oder Kontodaten angeben, um eine neue App herunterzuladen oder Funktionen freizuschalten. Kinder sind in diesen Situationen eher zielgerichtet und gehen relativ unkritisch mit den eigenen Daten um. Hier sollten Sie ein Auge darauf haben und Ihrem Kind einschärfen, keine Daten ohne Absprache mit Ihnen preiszugeben.

Privatsphäre: Die gängigen Nachrichten-Apps wie zum Beispiel WhatsApp machen es möglich, Bilder und Videos einfach auszutauschen. Auch in sozialen Netzwerken wird schnell ein Bild hochgeladen, um die Reaktionen der Freunde abzuwarten. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass die Bilder und Videos gespeichert bleiben und es sich genau überlegen sollte, welche Bilder von ihm im Internet existieren sollen.

Cybermobbing: Kinder sind sich häufig nicht bewusst, wie viel sie mit unbedachten Worten anrichten können. Vielen fällt es online leichter, sich ihrem Ärger über eine Person Luft zu machen, da sie nicht vor ihnen steht. Andersherum kann Ihr Kind das Opfer von Cybermobbing werden. Vermitteln Sie ihm das Gefühl, dass es mit seinen Problemen nicht alleine ist und sich für Hilfe immer an Sie wenden kann.

Versteckte Kosten: Auslandsnummern, Roaming-Gebühren oder In-App-Käufe sind meist auch nicht in einem Flatrate-Vertrag abgedeckt. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, genau zu überprüfen, was es herunterlädt und welche Nummern es anruft. Um sicherzugehen, können Sie bei den meisten Betriebssystemen spezielle Einstellungen für Kinder vornehmen und Nummern und Dienste sperren lassen.

Handys für Kinder – Nutzungsregeln sind wichtig

Feste Hany-Zeiten: Bei den Mahlzeiten, in der Schule, bei den Hausaufgaben und vor dem Schlafengehen sollte das Handy ausgeschaltet sein. Vielleicht machen Sie mit Ihrem Kind aus, dass es morgens, mittags und abends einmal auf sein Handy schauen darf.

An Kosten beteiligen: Damit Ihr Kind lernt, wie teuer es ist, ein eigenes Handy zu besitzen, kann es bei der Anschaffung des Geräts etwas von seinem Taschengeld dazugeben und sich auch an den monatlichen Kosten beteiligen. Dadurch steigt das Verantwortungsgefühl für das eigene Handy und auch die Ausgaben für den Vertrag werden realer.

Gemeinsam entdecken: Zeigen Sie Ihrem Kind, wie sein neues Handy funktioniert und stellen Sie wichtige Sicherheitseinstellungen direkt ein. Anfangs sollte Ihr Kind sein Handy auch noch nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit Ihnen bedienen.