Wie stärke ich die Medienkompetenz meines Kindes?

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Musikhören übers Smartphone, Spielen auf dem Tablet, die Lieblingsserie online anschauen – die digitalen Medien sind längst ein fester Bestandteil des Alltags geworden. Kinder wachsen heute mit einem breiten Medienangebot auf und lernen oft erstaunlich schnell, verschiedenste Geräte zu bedienen. Aber wie bringt man Kindern bei, mit diesem unüberschaubar großen Angebot und Inhalten richtig umzugehen? Diese Frage stellen sich nicht nur Eltern, sondern auch das Bundesjugendministerium misst der Entwicklung der Medienkompetenz von Kindern mittlerweile große Bedeutung bei und hat verschiedene Initiativen und Aktionen ins Leben gerufen. Schließlich ist der verantwortungsbewusste, kritische und kreative Umgang mit digitalen Medien nicht nur ein wesentlicher Aspekt für das soziale Leben, sondern auch ein wichtiger Bestandteil künftiger beruflicher Kompetenzen. Wir geben im Folgenden ein paar grundsätzliche Tipps zum sinnvollen Umgang mit Medien.

Medienkompetenz ist nicht gleich Mediengewöhnung

Kinder konsumieren die verschiedenen Medienangebote intuitiv und selbstverständlich, oft genug aber auch vollkommen kritiklos. Zwar können sie Computer, Tablet und Smartphone problemlos bedienen, mit der Auswahl der Inhalte sind sie aber schnell überfordert.

Nicht nur nutzen, sondern auch auswählen lernen

Medienkompetenz heißt nicht nur, die digitalen Medien technisch nutzen zu können, sondern vor allem, angebotene Inhalte kritisch einzuschätzen und eine angemessene Auswahl treffen zu lernen. Auch die Nutzungsdauer spielt eine große Rolle für den eigenverantwortlichen Umgang mit den digitalen Medien: So sollten medienkompetente Kinder ihren Medienkonsum realistisch einschätzen und bewusst steuern können.

Medienkompetenz als Teil der Schulausbildung?

Beim Umgang mit digitalen Medien in der Schule hat Deutschland einiges aufzuholen: Während es in anderen Ländern schon länger üblich ist, dass Schulkinder interaktive Inhalte in ihre Hausaufgaben und Schulprojekte integrieren sollen, ist die Medienkompetenz bei uns noch meist Familiensache. Erst nach und nach erhielten die digitalen Medien Einzug in den Unterricht und werden zunehmend auch als Werkzeug zum Erarbeiten von Lerninhalten angesehen.

Das Internet als Schlüsselmedium für Kinder und Jugendliche

Von allen verfügbaren Medien ist das Internet mit Abstand das wichtigste für Kinder und Jugendliche. Sie nutzen es – bewusst oder unbewusst – praktisch rund um die Uhr. Beim Fernsehen und Musikhören, zum Spielen, für die Hausaufgaben und in der Kommunikation mit Freunden und Familie sind sie die meiste Zeit online. Aber auch Online-Medienkompetenz müssen Kinder erst lernen. Informationen und klare Absprachen helfen dabei.

  1. Augen auf: Achten Sie darauf, welche Inhalte Ihr Kind konsumiert, wenn es im Internet ist. PC und Tablet sind nicht geeignet, um Kinder davor zu „parken“ – nehmen Sie Anteil am Medienkonsum Ihres Kindes und helfen Sie ihm, eine Auswahl zu treffen.
  2. Gefahren kennen: Sprechen Sie mit Ihrem Kind auf altersgerechte Weise über die Gefahren des Internets. Es sollte wissen, dass es Bilder und Filme gibt, die es vielleicht ängstigen, aber auch, dass es Menschen gibt, die das Internet für kriminelle Machenschaften nutzen.
  3. Klare Absprachen: Sie sollten mit Ihrem Kind von Anfang an ausmachen, wann und wie lange es das Internet nutzen darf. Vielleicht hilft eine Strichliste oder ein Punktesystem am PC, damit Ihr Kind den Überblick behält und es keinen Ärger gibt.
  4. Informiert sein: Nutzen Sie das Internet gemeinsam mit Ihrem Kind, zumindest hin und wieder. So können Sie nicht nur bei der Medienauswahl unterstützen, sondern bekommen auch einen Einblick, was bei den Kindern der entsprechenden Altersgruppe gerade angesagt ist.
  5. Kindgerechte Seiten und Angebote nutzen: Das Bundesjugendministerium bietet verschiedene sichere Onlineformate für Kinder an, zum Beispiel den KinderServer, mit dem Computer und mobile Geräte in einen kindersicheren Modus geschaltet werden können. Auch die Kindersuchmaschine „Blinde Kuh“ und der kindersichere Surfraum „fragFINN“ bieten altersgerechte Angebote, in denen sich Kinder selbstständig bewegen können.

Medienkompetenz von Kindern entwickeln – ein paar Tipps

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In den Alltag integrieren: Medien sind ein fester Bestandteil des Alltags. Daher sollte auch die Entwicklung der Medienkompetenz ein alltäglicher Teil der Kindererziehung sein. Klare Regeln, offene, ehrliche Kommunikation und die ein oder andere Diskussion gehören dazu.

Nichts verteufeln: Auch wenn Sie selbst nicht viel mit Computerspielen oder Fernsehserien anfangen können, sollten Sie diese Angebote nicht zu sehr herabwerten – mitunter erhöht das den Reiz sogar noch. Achten Sie stattdessen darauf, dass der Medienkonsum in einem vernünftigen Rahmen bleibt und bieten Sie immer wieder alternative Angebote an, z. B. ein Buch vorzulesen, ins Kindertheater zu gehen oder gemeinsam einen Film zu schauen.

Vorbild sein: Verantwortungsvollen Medienkonsum lernen Kinder auch durch das Beispiel ihrer Eltern. Wenn Mama und Papa schon beim Frühstück am Handy herumspielen oder den ganzen Nachmittag vor dem Fernseher verbringen, ist es für Kinder schwer nachzuvollziehen, dass sie ihren Medienkonsum einschränken sollen.

Offen bleiben: Verfolgen Sie die Entwicklung der Medien und bleiben Sie offen für Neues. So können Sie den Medienkonsum Ihres Kindes leichter nachvollziehen und es aktiv dabei unterstützen, seine Medienkompetenz zu entwickeln.