Richtig auf Kinder eingehen: Rund um das Thema Kinderpsychologie

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Kinderpsychologie – das klingt für viele Eltern nur nach rationaler Analytik und Therapeuten. Tatsächlich werden Kinderpsychologen zu Rate gezogen, wenn der Umgang mit einem Kind sehr problematisch ist oder die Eltern sich nicht mehr zu helfen wissen, aber auch im ganz normalen Familienalltag ist die Kinderpsychologie ständig präsent – nämlich immer dann, wenn wir darüber nachdenken, wie wir richtig auf unsere Kinder eingehen können, wie wir bei Problemen reagieren und wie wir Kinder zu selbstbewussten und selbständigen Menschen erziehen. Um Sie dabei zu unterstützen, haben wir einige der wichtigsten Fragen der modernen Kinderpsychologie gesammelt und geben Ihnen praxiserprobte Tipps und Informationen.

Glücklich und selbstbewusst: Lasst Kinder einfach Kinder sein!

Lasst Kinder einfach Kinder sein – die JAKO-O-Philosophie klingt so einfach und doch setzen sich Eltern in der Erziehung ihrer Kinder heute enorm unter Druck. Sie möchten ihren Kindern eine vielversprechende Ausbildung, die bestmögliche Förderung und die perfekte Kindheit bieten.

Wir sind der Meinung: Es braucht nicht viel, um Kinder zu selbstbewussten, glücklichen und verantwortungsvollen Menschen zu erziehen. Genauer gesagt, braucht es drei Dinge:

Jede Menge Zeit zum Spielen,

Freunde, mit denen man ungestört spielen kann

und bedingungslose Zuneigung.

Mut zum Bauchgefühl: Selbstbewusste Eltern für selbstbewusste Kinder

Alle Eltern wünschen sich eigenständige, selbstbewusste Kinder, die offen und ohne Furcht durchs Leben gehen. Aber wie kann man das Selbstbewusstsein von Kindern stärken? Vor allem wenn Sie Ihrem Kind zuhören, es ernst nehmen und ihm vertrauen – also durch Ihre Zuneigung und Aufmerksamkeit - wächst sein Vertrauen in sich selbst. Hier lesen Sie, wie Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes im Familienalltag stärken können.

Aber nicht nur Ihr Kind muss Selbstvertrauen lernen, auch Eltern brauchen Selbstbewusstsein. Lassen Sie sich nicht von Ratschlägen und Kritik verunsichern und lassen Sie sich keinen „richtigen“ Erziehungsstil vorschreiben: Kinder spüren mit ihrer Feinfühligkeit schnell, ob Sie authentisch sind oder nicht. Vertrauen Sie in der Erziehung auf Ihr Bauchgefühl und trauen Sie auch Ihrem Kind etwas zu. Hier finden Sie mehr darüber, wie Sie Ihr Kind selbstbewusst erziehen.

Freundschaften – die Essenz einer glücklichen Kindheit

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Erwachsene wissen: Gute soziale Kontakte machen glücklich und ausgeglichen. Das gilt auch für Kinderfreundschaften, selbst wenn diese aus Erwachsenenperspektive oft sprunghaft und instabil wirken:Heute findet sich der allerbeste Freund im Kindergarten, morgen im Nachbarshaus, übermorgen im Freibad oder auf dem Fußballplatz. Kinder lernen durch diese wechselnden Beziehungen, sich auf andere Menschen einzulassen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihrem Kind helfen, seine Schüchternheit zu überwinden.

Vertrauen und Abgrenzung: Über Freundschaftsbeziehungen entwickeln Kinder ihre sozialen Kompetenzen. Sie suchen dabei instinktiv nach „Gleichgesinnten“ mit ähnlichen Interessen. Das Vertrauen, das sie gleichaltrigen Spielkameraden gegenüber aufbauen, ist ebenso wichtig wie die Abgrenzung der Umwelt gegenüber: Die Kinder lernen, dass es noch andere Arten von Beziehungen und Zusammengehörigkeit gibt als die zu Eltern und Geschwistern. Mehr darüber, warum Kinderfreundschaften so wichtig sind, lesen Sie hier.

Wie kann ich Kinderfreundschaften fördern? Wenn Kinder wenig Freunde haben, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben: Einige sind sehr schüchtern, anderen reicht vielleicht ein Freund aus und sie suchen keine anderen Kontakte. Auch Kinder, die sich bezüglich Aussehen und Verhalten von den anderen unterscheiden, können zum Außenseiter werden. Wenn Ihr Kind insgesamt zufrieden wirkt, sollten Sie Freundschaften nicht erzwingen. Wenn Ihr Kinder sich aber nach Freundschaften seht, können Sie es auch unterstützen: Hier lesen Sie, was Sie tun können, wenn Ihr Kind wenig Freunde hat.

Ist das normal? Besonderheiten im Verhalten von Kindern

Jedes Kind ist einzigartig. Die einen lernen schnell, die anderen brauchen etwas mehr Zeit, einige sind ständig in Bewegung, andere können stundenlang basteln oder malen. Fast alle Eltern kennen und lieben die Besonderheiten ihrer Kinder. Und doch kommen manchmal Zweifel auf: Ist es normal, dass sich mein Kind so verhält?

Das Feld der Verhaltensauffälligkeiten ist in der Kinderpsychologie sehr weit gefasst und reicht von vorübergehenden Auffälligkeiten über Entwicklungsstörungen bis hin zu dauerhaften psychischen Störungen, die einer Behandlung bedürfen. Zu den häufigsten Diagnosen bei Kindern zählen:

Die wichtigste Regel im Umgang mit Auffälligkeiten lautet: Keine Eigendiagnosen! Wenn Ihnen das Verhalten Ihres Kindes Sorgen macht, lassen Sie sich vom Kinderarzt an einen Facharzt überweisen, um ggf. eine medizinische Diagnose zu bekommen. Experten können Ihnen auch sagen, wie Sie mit dem Verhalten Ihres Kindes umgehen sollten und was für Therapiemöglichkeiten es gibt.

Wie gehe ich mit den Ängsten meines Kindes um?

Wenn Kinder Angst haben, dann ist es für Eltern oft schwer damit umzugehen. Sicherheit und Geborgenheit zählen zu den wichtigsten Gefühlen, die wir unseren Kindern vermitteln möchten. Und nicht selten sind Kinderängste einfach irrational und treten ganz plötzlich auf. Wie soll man damit umgehen, wenn ein Kind von einem Tag auf den anderen plötzlich nicht mehr allein einschlafen will oder sich weigert, ein bestimmtes Geschäft zu betreten. Wichtig ist es, die Angst nicht als Provokation abzutun. Geduld ist oft das beste Mittel, denn viele Ängste gehen nach einer Weile von allein vorüber.

Verlass mich nicht – Trennungsängste

Auf einmal klammert sich Ihr Kind morgens in der Kita an ihnen fest oder weigert sich, den Nachmittag allein mit Oma und Opa zu verbringen. Solche Situationen kennen viele Eltern. Etwa ab dem dritten Lebensjahr entwickeln einige Kinder starke Trennungsängste, die über das „Fremdeln“ im Babyalter weit hinausgehen. Zwar sind dies nur Phasen, nervenaufreibend sind sie dennoch. Hier lesen Sie, wie Sie Ihrem Kind die Trennungsangst nehmen können.

Lass das Licht an! Wenn Kinder Angst im Dunkeln haben

Angst vor der Dunkelheit ist eine der „klassischen Ängste“ und betrifft beileibe nicht nur Kinder. Oft tritt sie plötzlich auf: Von einem Tag auf den anderen fürchten Kinder Monster, Hexen und allerlei Gruseliges im dunklen Schlafzimmer oder im Keller. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Angst vor der Dunkelheit ist im Grunde die Angst vor allem Unbekannten. Dramen beim Einschlafen lassen sich mit ein paar einfachen Mitteln vermeiden. Hier lesen Sie, wie Sie Ihrem Kind die Angst im Dunkeln nehmen.

Trauer und andere große Gefühle

Nicht alle Dinge lassen sich in ein paar Sätzen erklären. Die Gefühlswelt ist schon für Erwachsene kompliziert, wie sollen also Kinder damit zurechtkommen, ihre eigenen Gefühle und die der anderen zu verstehen und damit umzugehen? Tatsache ist: Kinder haben ein sehr feinfühliges Empfinden und setzen sich mehr mit ihren Emotionen auseinander, als viele Erwachsene glauben. Vor allem aber spüren sie, ob jemand authentisch ist oder nicht. Darum sollten Sie ehrlich sein, wann immer es um Gefühle, Sorgen oder Ängste geht.


Wie erkläre ich meinem Kind den Tod?

So abstrakt die Begriffe Leben und Tod für Kinder sind, viele beschäftigen sich auf ihre eigene Art sehr intensiv mit dem Thema. Beim Vorlesen, in Kinderfilmen und auch im Spiel mit anderen Kindern ist oft der Tod präsent, aber die Endgültigkeit dieses Zustands können Kinder nur schwer begreifen. Auch ist es für Kinder nicht vorstellbar, dass jedes Lebewesen irgendwann sterben muss, sie selbst eingeschlossen. In Gesprächen über den Tod ist es wichtig, dass Eltern behutsam, aber ehrlich vorgehen. Kinder sollen keine Verlustängste entwickeln, aber noch weniger sollten Sie das Thema Tod von Kindern fernhalten. Hier lesen Sie mehr darüber, wie Sie mit Ihrem Kind über den Tod sprechen können.

Trauerarbeit für Kinder – Wie verarbeiten Kinder Verluste?

Noch vor einigen Generationen gehörte der Tod auch für Kinder selbstverständlich zum Leben dazu: Die Großeltern und vielleicht Urgroßeltern lebten mit im Haus, so dass die Kinder Alter, Tod und Trauer als Teil des Familienlebens kennenlernten. Heute trifft der Tod eines lieben Menschen Kinder oft unvermittelt. Auch, weil viele Eltern das Thema bewusst vermeiden. Teilweise sind sie in der eigenen Trauer gefangen und können ihr Kind nicht so auffangen, wie es nötig wäre. Experten raten, trauernden Kindern ausreichend Möglichkeiten zum Abschiednehmen zu geben – sei es bei der Beerdigung, in einer professionell geleiteten Trauergruppe für Kinder oder einfach, indem sie dem Verstorbenen einen Brief schreiben oder gemeinsam mit den Eltern das Grab besuchen. Hier lesen Sie, wie Sie Ihrem Kind helfen können, den Verlust Familienangehöriger zu verarbeiten.