Wenn die Monster kommen: Was tun gegen Angst im Dunkeln?

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Schlafenszeit: Die Gutenachtgeschichte ist gelesen, nach einer ausgiebigen Kuscheleinheit möchten Mama oder Papa das Licht ausschalten, doch plötzlich gibt es Geschrei: Das Licht muss an bleiben. Die Angst vor der Dunkelheit kommt meist unvermittelt und für Erwachsene unerklärlich. Gestern noch ist das Kind friedlich im Halbdunkel eingeschlafen, heute vermutet es Monster, Hexen und alles Böse in den dunklen Ecken des Kinderzimmes. Woher kommt die plötzliche Angst im Dunkeln und wie sollen Eltern reagieren, damit das Zubettgehen nicht zur Geduldsprobe wird? Wir haben ein paar Tipps, wie Sie Ihrem Kind die Angst vor der Dunkelheit nehmen.

Wissenswertes über die Angst im Dunkeln

Kindheitsängste sind normal: Fast alle kleinen Kinder haben Angst vor der Dunkelheit. Diese Ängste sind zwar irrational, aber Teil der normalen kindlichen Entwicklung. Seltener ist die Angst so stark ausgeprägt, dass sie zu Panikattacken führt. Bis zum achten oder neunten Lebensjahr ist es damit meist vorbei.

Achluophobie: So lautet der medizinische Fachausdruck für Angst vor der Dunkelheit Sie schließt die Angst vor der Dunkelheit der Nacht ebenso ein wie die Angst vor dunklen Räumen und Orten.

Übergang zur Phobie: Auch viele Erwachsene meiden dunkle Kellerräume oder gehen nachts nur ungern vor die Tür. Bei einigen Jugendlichen und Erwachsenen hat die Angst vor der Dunkelheit aber auch phobische Züge und muss therapeutisch behandelt werden, damit sie nicht zur Einschränkung für den Betroffenen wird.

Woher kommt die Angst vor der Dunkelheit?

Alle Eltern, die vor dem Schlafengehen regelmäßig das Kinderzimmer nach Monstern absuchen oder dreimal die Fenster kontrollieren müssen, damit auch wirklich keine Werwölfe und Hexen hineinkommen können, wissen: Die Angst vor der Dunkelheit ist eigentlich eine Angst vor der eigenen Vorstellungskraft. Wie alle unbekannten oder schwer zu durchschauenden Dinge löst auch die Dunkelheit Verunsicherung aus. Gerade bei Kindern regt dies die Fantasie an: Was versteckt sich hinter dem Vorhang? Warum bewegt sich der Baum vor dem Fenster so komisch? War da nicht ein Geräusch?

Traumatische Erlebnisse als Ursache?

Wenn die Angst vor der Dunkelheit bei Kindern sehr stark ausgeprägt ist, dann kann auch ein bestimmtes Erlebnis dahinterstecken. Panik vor der Dunkelheit kann aber auch unbewusst durch die Eltern suggeriert werden, etwa wenn diese automatisch davon ausgehen, dass sich ihr Kind vor dem Dunkeln fürchtet oder wenn sie konsequent alle dunklen Orte und Situationen meiden. In diesem Fall bleiben die Ängste oft sehr lange bestehen, weil sie weniger intuitiv als „antrainiert“ sind.

Gute Nacht: Wie besiege ich die Angst vor der Dunkelheit?

Ganz wichtig: Nicht die Geduld verlieren

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Wenn Kinder plötzlich Angst im Dunkeln entwickeln, kann das Ins-Bett-Bringen zur Marathonveranstaltung werden. Nach dem ohnehin schon anstrengenden Familienalltag zerrt das zusätzlich an den Nerven der Eltern. Dennoch sollten Sie versuchen, Ruhe zu bewahren und Verständnis zu zeigen. Für Ihr Kind sind seine Ängste vollkommen real. Sie als Unsinn abzutun oder nicht zuzuhören, könnte das Vertrauen Ihres Kindes empfindlich erschüttern. Lassen Sie Ihr Kind ruhig erzählen, wovor es sich fürchtet und versuchen Sie gemeinsam herauszufinden, wie man Geistern und Gruselgestalten am besten beikommen kann. Sorgen Sie für eine ruhige, vertraute Atmosphäre beim Schlafengehen. Vielleicht können Sie eine Geschichte lesen, in der Angst und Mut thematisiert werden. Am wichtigsten aber ist Geduld, denn dann stehen die Chancen gut, dass Ihr Kind die Angst vor der Dunkelheit nach einiger Zeit von ganz allein wieder ablegt.