Mein Kind hat keine Freunde – Wie kann ich helfen?

Kinderpsychologie_keine_Freunde_123_650.jpg
© 123RF
Einen besten Freund, der die Geheimnisse teilt, immer zum Spielen bereit ist und mit ihrem Kind durch dick und dünn geht, das wünschen sich alle Eltern. Manchmal fällt Kindern die Freundessuche jedoch gar nicht so leicht wie man denkt. Warum ein Kind keine Freunde hat, kann viele unterschiedliche Gründe haben. Für manche Kinder ist das vollkommen in Ordnung und sie beschäftigen sich lieber alleine. Andere jedoch leiden sehr unter dieser Situation. Hier können Eltern helfen und zwischen den Kindern vermitteln. Jedoch ohne Zwang – denn mit einem „Freund“ den man nicht mag, spielt man genauso ungern wie alleine. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie Ihr Kind bei der Suche nach Freunden unterstützen können.

Warum sind Kinderfreundschaften wichtig?

Die Verbindung zu Gleichaltrigen ist grundsätzlich wichtig für die Entwicklung von Kindern. Anders als im Umgang mit Erwachsenen können sie ihren Freunden auf Augenhöhe begegnen. Sie teilen Interessen, Pflichten und Probleme und können sich darüber austauschen. So lernt Ihr Kind soziale Beziehungen aufzubauen und – wenn es älter wird – auch aufrecht zu erhalten. Im Umgang mit anderen Kindern erfährt Ihr Kind wie es ist, auf die Bedürfnisse von anderen einzugehen und zu teilen. Zusätzlich ist es besonders Kindern ein wichtiges Bedürfnis „dazu zu gehören“, denn Teil einer Gruppe zu sein stärkt das Selbstvertrauen. Dabei muss es nicht immer eine Gruppe sein, auch ein einzelner bester Freund oder eine beste Freundin ist wichtig für Ihr Kind. Es gehört zur Entwicklung dazu, sich von den Eltern und Erwachsenen abzugrenzen. Wenn da jemand ist, mit dem man das zusammen machen kann, hilft das bei diesem Prozess.

Keine Freunde: Woran kann es liegen?

Kinderpsychologie_keine_Freunde_1_123_650.jpg
© 123RF

Wille des Kindes: Nicht alle Kinder wollen Freunde finden. Manchen reicht es vollkommen aus, dass sie im Kindergarten oder in der Schule andere Kinder treffen. Den Nachmittag wollen sie dann für sich oder die Eltern und Geschwister haben. So lange Ihr Kind glücklich mit der Situation ist, sollten Sie keine Freundschaften erzwingen.

Andersartigkeit: Kinder können gemein sein. Der Kleidungsstil, eine große Nase oder eine Brille führen manchmal schon dazu, dass ein Kind ausgeschlossen wird. Auch Behinderungen oder Entwicklungsstörungen können dazu beitragen, dass Ihr Kind zum Außenseiter wird.

Verhalten: Kann Ihr Kind teilen und auf andere zugehen oder möchte es immer im Mittelpunkt stehen? Oftmals hat das Verhalten Ihres Kindes einen großen Einfluss darauf, ob andere Kinder gerne mit ihm befreundet sind.

Vorbilder: Kinder schauen sich fast alles von ihren Eltern ab. Wenn Sie selbst nur die nötigsten Kontakte pflegen, signalisieren Sie Ihrem Kind, dass Sie keinen zu großen Wert auf Freundschaften legen. Dieses Verhalten überträgt sich auch auf den Nachwuchs.

Keine Freunde - Das können Eltern tun