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Konzentrationsstörungen bei Kindern

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Wenn ihre Kinder hibbelig auf dem Stuhl sitzen, nach kurzer Zeit ihr Spielzeug wegschmeißen und sich ein neues suchen oder jede Ablenkung willkommen heißen, machen sich viele Eltern schnell Sorgen, ihr Kind würde unter einer Konzentrationsstörung leiden. Diese Vermutung trifft aber nicht immer zu. Konzentration muss gelernt werden, aus diesem Grund ist es vollkommen normal, wenn Ihr vierjähriges Kind sich nicht länger als 15 Minuten mit einer Sache beschäftigen kann. Als Faustregel gilt: Ein kleines Kind kann sich ca. doppelt so viele Minuten am Stück konzentrieren, wie es Jahre alt ist. Und auch bei älteren Kindern sollte nach spätestens eineinhalb Stunden Konzentration eine Pause eingelegt werden, um die Energiereserven wieder aufzutanken. Welche Faktoren einen Einfluss auf die Konzentration haben und wie Sie Ihr Kind bei einer Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung unterstützen können, dazu haben wir ein paar hilfreiche Hinweise für Sie gesammelt.

Konzentrationsschwäche oder Konzentrationsstörung?

Jedem fällt es mal schwer sich zu konzentrieren, da geht es Kindern nicht anders als Erwachsenen und nicht immer ist eine schwache Konzentration auch immer eine Konzentrationsstörung. Letzteres liegt zum Beispiel vor, wenn Ihr Kind über einen längeren Zeitraum Probleme hat, sich in unterschiedlichen Situationen zu konzentrieren. Eine Konzentrationsschwäche hingegen liegt vor, wenn Ihr Kind bei einer bestimmten Tätigkeit oder nur zu bestimmten Anlässen Probleme mit der Aufmerksamkeit hat.

Um herauszufinden, wo die Schwächen Ihres Kindes liegen, sollten Sie abwarten und beobachten: Kann es zum Beispiel beim Essen und Spielen ruhig sitzen und sich für eine angemessene Zeit mit seinem Spielzeugbeschäftigen und rutscht nicht unruhig auf seinem Stuhl herum, dann sollten Sie sich keine Sorgen über eine Konzentrationsstörung machen. Hier können unterschiedliche Ursachen, wie zu schwere Aufgaben oder eine unruhige Umgebung der Auslöser sein.

Die Anzeichen einer Konzentrationsschwäche sind bei jedem Kind unterschiedlich und lassen sich nicht immer sofort zuordnen. Aus diesem Grund sollten Sie mit einem Arzt abklären, ob und inwieweit diese jedoch wirklich aus einer Konzentrationsstörung resultieren. Zu möglichen Symptomen zählen z. B.:

  • Vergesslichkeit
  • Motivationsprobleme
  • Verwirrung
  • Ausdauerdefizite

Wo liegen die Ursachen von Konzentrationsstörungen?

Ablenkung: Prasseln zu viele Reize auf einmal auf das Gehirn ein, ist es schnell überfordert. Besonders Kinder müssen erst lernen, sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren und andere Reize auszublenden. Ein laufender Fernseher oder spielende Geschwister im Hintergrund werden dann schnell zu viel bei den Hausaufgaben. Aber auch ein immer wechselnder Arbeitsplatz bringt das Gehirn Ihres Kindes durcheinander.

Gefühle: Zwischen Sportkurs, Freunden und der Schule kommt die Zeit zum Entspannen oft viel zu kurz. Genau diese Zeiten sind aber wichtig, damit Ihr Kind sich ordnen kann. Nicht nur der Körper entspannt in dieser Zeit, sondern auch der Kopf und das Gemüt. Gefühle und Gedanken, die Ihr Kind beschäftigen und nicht verarbeitet werden, führen dazu, dass es sich schlechter konzentrieren kann.

Körperliche Ursachen: Der Körper Ihres Kindes ist voll auf Wachstum eingestellt. Da kann es vorkommen, dass die Hormone mal durcheinander geraten. Dies kann sich auch auf die Konzentration auswirken. Außerdem braucht Ihr Kind einen körperlichen Ausgleich zum Stillsitzen. Da muss es zwischendurch auch mal ordentlich toben, um sich später konzentrieren zu können. Zusätzlich hat die Muskelstärke Ihres Kindes einen Einfluss auf die Konzentration. Wenn Ihr Kind zu viel Kraft aufwenden muss, um aufrecht zu sitzen, bleibt nicht so viel Kraft, um sich zu konzentrieren.

Was hilft meinem Kind bei Konzentrationsstörungen?

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Arbeitsplatz und -zeit: Kinder brauchen feste Abläufe, um sich daran orientieren zu können. Das gibt ihnen Sicherheit und Ruhe. Sorgen Sie aus diesem Grund dafür, dass Ihr Kind immer am gleichen Ort und möglichst auch zur gleichen Zeit lernt. Sie können gemeinsam ausprobieren, wann die beste Lernzeit für Ihr Kind ist. Manche können sich direkt nach der Schule am besten konzentrieren, andere brauchen erst Pause und Ablenkung.

Unterstützen: Besonders jüngere Kinder haben oft Probleme, sich einen Überblick über viele Details zu verschaffen und verlieren sich dann schnell darin. Greifen Sie Ihrem Kind unter die Arme und stellen Sie gemeinsam einen Plan auf, was wann erledigt werden muss.

Konzentration üben: Es gibt Bücher oder auch Lernprogramme für den Computer, mit denen Ihr Kind seine Konzentrationsfähigkeit trainieren und spielerisch lernen kann, sich auf eine Sache zu fokussieren.

Pausen: Erholung zwischen den Arbeitsphasen ist wichtig, damit sich Ihr Kind danach wieder konzentrieren kann. Dabei ist es besonders hilfreich, wenn Ihr Kind zwischendurch mal an die frische Luft geht und tief durchatmet. Der Sauerstoff bringt im wahrsten Sinne frischen Wind ins Gehirn und hilft der Konzentration.