Schüchterne Kinder – wie können Eltern helfen?

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Hinter Mama und Papa kann man sich wunderbar verstecken und mit anderen Kindern will man lieber nicht spielen: Fremdeln gehört jedoch für alle Kinder mit dazu. Aber was, wenn die Zurückhaltung nicht nur zeitweise auftritt, sondern zur festen Charaktereigenschaft wird? Jeder Mensch ist unterschiedlich und schon in jungen Jahren sind einige mutiger als andere. Das ist vollkommen normal. Eltern sollten ihrem Kind jedoch unter die Arme greifen, wenn sich ihr Kind nichts zutraut, ungewohnten Situationen aus dem Weg geht und keinen Kontakt zu anderen knüpfen möchte. Schüchterne Kinder verpassen sonst wichtige Impulse für ihre Entwicklung. Durch die Herausforderungen lernen sie und bauen Selbstvertrauen auf, das für den Rest ihres Lebens wichtig ist. Wir haben interessante Fakten zum Thema Schüchternheit gesammelt und verraten Ihnen, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.

Schüchternheit bei Kindern – Wie entwickelt sie sich?

Gene: Schon bei Babys lassen sich Unterschiede in der Persönlichkeit erkennen. Während die einen entdeckungsfreudig herumrobben und ihre Umwelt erkunden, bleiben andere lieber auf der vertrauten Spieldecke und sind mit ihrem bekannten Spielzeug zufrieden. Diese Unterschiede sind den Kindern sprichwörtlich in die Wiege gelegt.

Erziehung: Den Grundbaustein liefern die Gene. Wie es dann weitergeht wird aber größtenteils von der Erziehung beeinflusst. Aus einem grundsätzlich schüchternen Kind wird zwar in der Regel kein Draufgänger, aber mit ein paar Tricks können Eltern ihrem Kind helfen, sich zu entfalten.

Gene und Erziehung stehen in einer Wechselwirkung, die von Kind zu Kind unterschiedlich ist. Fest steht aber, dass etwas Schüchternheit zur Entwicklung dazu gehört: Fremdeln – das kennen alle Eltern von ihrem etwa ein Jahr alten Kind. Wurde zuvor noch jedem Passanten ein glückliches Lachen geschenkt, dürfen ihnen die Eltern von heute auf morgen nicht mehr von der Seite weichen. Dieses Verhalten taucht im Laufe der Entwicklung immer wieder auf und ist noch kein Grund zur Sorge, denn genau in diesen Phasen entwickeln Kinder ihre Bindung zu den Eltern.

Schüchterne Kinder – Was beeinflusst die Zurückhaltung?

  • Elternhaus: Zunächst ist der Kontakt zu den Familienmitgliedern der Fokus Ihres Kindes. Das schüchterne Verhalten von Mama, Papa oder Geschwistern nehmen sie sich dann zum Vorbild. Bei sehr präsenten Eltern oder Geschwistern kann es aber auch passieren, dass kleine Kinder eher zurückstecken müssen und deshalb schüchtern werden.
  • Gleichaltrige: Erlebt Ihr Kind von den Kindern im Kindergarten oder den Schulkameraden ständig Zurückweisung und wird ausgegrenzt, zieht es sich zurück und es fällt ihm zukünftig schwerer auf Menschen zuzugehen.
  • Veränderungen im Umfeld: Ein Umzug, Schulwechsel oder ähnliches löst bei Kindern sozialen Stress aus: Sie müssen das bekannte Umfeld verlassen, neue Freunde finden und sich an die neue Situation gewöhnen. Für manche mag das aufregend sein, schüchterne Kinder ziehen sich aber jetzt meist erst recht zurück.
  • Unselbstständigkeit: Manchen Kindern wird alles abgenommen. Sei es, weil es schneller geht, wenn die Eltern eben schnell die Schultasche packen oder das Zimmer aufräumen oder weil sie den Ansprüchen nicht genügen. So haben Kinder keine Chance, Selbstvertrauen zu bilden und trauen sich weniger zu. Dies führt zu Schüchternheit.

Wie können sich schüchterne Kinder entfalten?

Ein schüchternes Kind braucht vor allem eins: Selbstvertrauen. Aus der Zuversicht, Dinge alleine schaffen zu können, schöpft es die Kraft, sich Herausforderungen zu stellen. Kann es vielleicht besonders schön malen oder hat großen Spaß an einer Sportart, dann kann es darüber eher Verbindungen zu anderen Kindern knüpfen und über die sozialen Kontakte noch mehr Selbstvertrauen aufbauen.

Als Eltern können Sie auch Einiges tun, um Ihr Kind zu unterstützen: