Selbstvertrauen: Wie kann ich mein Kind stark machen?

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Ein starkes Selbstvertrauen ist nicht nur wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes sondern auch für das ganze Leben, denn die Persönlichkeit wird stark davon beeinflusst, wie sehr das eigene Selbstvertrauen ausgeprägt ist. Der Grundstein dafür wird bereits in der Kindheit gelegt, denn die hauptsächliche Ausbildung des Selbstvertrauens findet etwa bis zum fünften Lebensjahr statt. Eltern mit älteren Kindern müssen jedoch nicht zu besorgt sein: Auch größere Kinder können mit ein paar Tricks ein stärkeres Selbstvertrauen entwickeln. Wir haben für Sie zusammengetragen, wie Sie das Selbstvertrauen bei Kindern stärken können.

Selbstvertrauen & Selbstbewusstsein: Gibt es einen Unterschied?

Oft werden die Begriffe Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein synonym verwendet. Hier besteht jedoch ein feiner Unterschied, denn das eine ist Grundlage für das andere:

(Sich) Selbst-bewusst-sein: Hier ist gemeint, dass sich Ihr Kind seiner Selbst bewusst ist. Dazu gehört, dass es seine Stärken und Schwächen kennt, weiß, über welche Fähigkeiten es verfügt und wo noch Verbesserungspotential besteht. Ein Kind mit einem starken Selbstbewusstsein ist meist sehr reflektiert. Wenn es im Selbstbewusstsein noch etwas Unterstützung braucht, hilft es oft, sich Hobbys und Interessen des Kindes anzuschauen und sich dieser bewusst zu werden.

(Sich) Selbst-vertrauen: Sich der eigenen Stärken bewusst zu sein, ist eine Sache. Eine andere ist es, auch darauf zu vertrauen. Kinder mit einem starken Selbstvertrauen gehen davon aus, dass ihre Fähigkeiten ausreichen, um eine Sache erfolgreich abzuschließen. Ein starkes Selbstvertrauen führt dazu, dass diese Kinder meist mutiger sind und auch mit unbekannten Situationen souveräner umgehen. Ein geringes Selbstvertrauen führt jedoch häufig dazu, dass die Kinder sich nicht so viel zutrauen und vieles verpassen, was für ihre Entwicklung wichtig wäre.

Wie entsteht Selbstvertrauen?

Grundlagen der Persönlichkeit – dazu gehört z. B., wie viel Selbstvertrauen ein Kind hat – werden schon vor der Geburt gelegt und sind in den Genen veranlagt. Wie diese Anlagen sich entwickeln und ausbilden, wird jedoch durch die Erziehung, also die Umwelt, bestimmt. Hier durchlaufen die Kinder immer wieder einen Kreis mit unterschiedlichen Stationen, die beeinflussen, wie sich ihr Selbstvertrauen entwickelt:

  • Eine Situation tritt auf und Ihr Kind bestimmt durch seine Einschätzung, ob es sich mit ihr auseinandersetzen möchte oder nicht. Beispiel: Der Lehrer stellt eine Frage im Unterricht.
  • Ihr Kind entscheidet sich für oder gegen die Handlung. Seine Entscheidung ist dabei von früheren Erlebnissen abhängig. Beispiel: Ihr Kind meldet sich, um die Frage zu beantworten.
  • Die Handlung führt zu einem Ergebnis. Dieses kann positiv oder negativ ausfallen. Beispiel: Ihr Kind beantwortet die Frage korrekt.
  • Das Ergebnis löst ein Gefühl bei Ihrem Kind aus, welches es sich für folgende, ähnliche Situationen merkt (Zurück zu Punkt 1). War das Ergebnis und das Gefühl positiv, ist das Selbstvertrauen gestärkt. Beispiel: Ihr Kind freut sich über die richtige Antwort und wird sich auch beim nächsten Mal melden. Auch, wenn die Frage vielleicht schwieriger ist.

Selbstvertrauen bei Kindern stärken – Tipps und Tricks

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