Geh nicht weg! Wie geht man mit Trennungsangst bei Kindern um?

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Wie jeden Morgen verabschieden Sie Ihr Kind in der Kita, alles ist eigentlich wie immer, doch plötzlich klammert sich Ihr Kind unter Tränen an Ihnen fest und will Sie nicht gehen lassen. Oma und Opa möchten mal wieder mit Ihrem Kind zum Schwimmen oder in die Eisdiele gehen, dieses Mal aber weigert sich Ihr Kind, mit den vertrauten Großeltern mitzugehen und will um jeden Preis bei Ihnen bleiben. Trennungsängste im Kindergartenalter treten oft völlig unvermittelt auf und sind irritierend für Eltern und andere Bezugspersonen. Die gute Nachricht: Oft ist diese Phase schnell wieder vorbei. Bis dahin helfen Ihnen unsere Tipps, richtig mit dem Thema Trennungsangst umzugehen.

Trennungsangst – Ganz normal?

Ängste sind ebenso Teil unserer Gefühlswelt wie Freude, Wut, Trauer und viele andere Empfindungen. Daher ist vorübergehende Trennungsangst grundsätzlich eine vollkommen normale Entwicklungsphase, die im Verlauf der Kindheit immer wieder und unterschiedlich ausgeprägt auftreten kann.

Schon Babys fremdeln: Im Alter von sechs bis acht Monaten beginnen die meisten Kinder zu fremdeln: Plötzlich nehmen sie die Trennung von den Eltern bewusst als solche wahr und beginnen zu weinen, wenn eine andere Person als Mama oder Papa sie auf den Arm nehmen will. Viele bleiben bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr auf ihre Bezugspersonen fixiert und sind sehr misstrauisch gegenüber Fremden.

Vorübergehende Trennungsangst: Viele Eltern machen die Erfahrung, dass ihre Kinder völlig unvermittelt Trennungsängste entwickeln und sie Mama und Papa plötzlich rund um die Uhr „am Rockzipfel hängen“. Vielleicht ist es der Versuch, die eigene Gefühlswelt kennenzulernen und einzuordnen, vielleicht sind es andere Alltagserlebnisse, die erst verarbeitet werden müssen. Sicher ist nur, dass solche Ängste immer wieder auftreten können und meist nach einigen Wochen vorbei sind.

Trennungsangst als emotionale Störung: Bei einem sehr geringen Prozentsatz der Kinder ist die Trennungsangst nicht vorübergehend, sondern besteht als erstzunehmende Störung. Diese Kinder reagieren panisch selbst bei kurzzeitiger Trennung von den Eltern, gehen abends nicht allein ins Bett oder leiden unter Alpträumen. Wenn solche Ängste über lange Zeit bestehen bleiben, sollten betroffene Eltern und Kinder einen Kinderpsychologen aufsuchen. Eine individuelle Familientherapie kann helfen, die Trennungsängste in den Griff zu bekommen.

Nur Geduld – Tipps für den Umgang mit Trennungsängsten

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