Du schaffst das – Wie erziehe ich mein Kind selbstbewusst?

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Selbstbewusste Kinder können sich durchsetzen, wissen, was sie wollen und haben es auch später leichter im Leben. Als Teil der Persönlichkeit wird Selbstbewusstsein in westlichen Kulturen als erstrebenswert angesehen. Aus diesem Grund wollen Eltern natürlich möglichst viel tun, um ihr Kind selbstbewusst zu erziehen. Grundsätzlich sind Kinder von klein auf unterschiedlich und haben schon Charaktereigenschaften, an denen Sie nicht nach Ihren Wünschen „rumerziehen“ sollten: Aus einem sehr schüchternen Kind wird nie der mutige Draufgänger werden, den Sie sich vielleicht wünschen. Sie können ihm aber ein wenig Hilfestellung geben, unter die Arme greifen und das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken. Wir sagen Ihnen wie.

Selbstbewusste Kinder: Welchen Einfluss haben die Eltern?

Kinder lernen am meisten durch Nachahmen. Besonders wenn sie noch klein sind, haben sie keine anderen Rollenvorbilder als ihre Eltern und nehmen ihr Verhalten als das einzig richtige Verhalten auf. Ihr Kind wird Sie beobachten und Ihre Verhaltensweisen als die eigenen annehmen. Allerdings sollten Sie sich keine zu großen Sorgen machen. Jeder macht mal Fehler. In keiner Familie läuft immer alles rund und Ihr Kind kann auch aus Ihren Fehlern lernen. Gehen Sie lieber offen damit um und spielen Sie Ihrem Kind nichts vor. Das ist anstrengend und wird nicht das Ergebnis bringen, das Sie sich wünschen.

Respekt: Achtung vor der eigenen Person – manchmal ist das gar nicht so einfach. Im Trubel steckt man zurück und die Anliegen des Kindes haben oberste Priorität. Als selbstbewusste Eltern sollten Sie aber auch mal konsequent „nein“ sagen können. Gleichzeitig sollten Sie die eigene Meinung Ihres Kindes respektieren und ernstnehmen.

Vertrauen: Eltern müssen in sich und ihre Fähigkeiten vertrauen, damit sie diese Lebensweise auch an ihre Kinder weitergeben können. Sie können nicht von Ihrem Kind verlangen, dass es etwas macht, das Sie selbst nicht schaffen. Zum Aufbau des Selbstbewusstseins muss Ihr Kind außerdem merken, dass Sie in seine Fähigkeiten vertrauen und ihm Dinge zutrauen. So stellt es sich Herausforderungen mit mehr Mut.

Liebe: Kinder verstehen nicht immer, dass man mal wütend aufeinander ist und sich trotzdem noch mag. Auch wenn Sie sauer sind, sollten Sie nicht nachtragend sein. Ihr Kind braucht die Gewissheit Ihrer bedingungslosen Liebe, um aus begangenen Fehlern zu lernen.

„Immer“ und „Nie“ und der Einfluss auf das Selbstbewusstsein von Kindern

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„Immer bist du so ungeduldig“, „nie kannst du dein Zimmer richtig aufräumen“, Sätze, die in der Eile oder der Aufruhr mal schnell über die Lippen kommen, nehmen sich Kinder zu Herzen. Hört Ihr Kind öfter, dass es etwas nicht gut genug macht oder den Ansprüchen seiner Eltern nicht genügt, glaubt es diese Tatsache irgendwann selbst und definiert sich über sie. Kinder verlieren dadurch die Motivation, es beim nächsten Versuch doch zu schaffen oder sich noch ein Stückchen mehr anzustrengen, um ein Ziel zu erreichen und bestätigen dadurch den Satz der Eltern. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sozusagen. Natürlich müssen Sie auch mal mit Ihrem Kind schimpfen und es darauf hinweisen, wenn es etwas falsch gemacht hat. Um das Selbstbewusstsein Ihres Kindes dabei nicht anzugreifen, sollten Sie jedoch versuchen, nicht die Persönlichkeit Ihres Kindes zu kritisieren, sondern das Verhalten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dadurch lernt Ihr Kind, was es falsch gemacht hat, während es sich immer noch von Ihnen geschätzt fühlt.

Wie erziehe ich mein Kind selbstbewusst? – so funktioniert´s

Ehrliches Lob: Kinder haben eine feinfühlige Wahrnehmung und spüren sofort, wenn ihre Eltern nicht ehrlich zu ihnen sind. Loben Sie Ihr Kind nicht übertrieben für die kleinsten Aufgaben, sondern wenn es sich wirklich angestrengt hat.

Realistische Aufgaben: Ist eine Aufgabe zu leicht, sinkt die Motivation und Ihr Kind fühlt sich von Ihnen nicht ernst genommen. Schwere Aufgaben liefern den nötigen Ansporn. Ist Ihr Kind aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt, sollten Sie helfen oder die Aufgabe vereinfachen.

Den Rücken stärken: Kinder brauchen die Gewissheit, dass ihre Eltern für sie da sind. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie ihm immer helfen und es unterstützen können. Lassen Sie ihm aber zunächst die Freiheit, Dinge selbst auszuprobieren. Falls es Hilfe braucht, wird es darum bitten.

Fehler zulassen: Selten klappt etwas beim ersten Mal. Auch wenn Ihr Kind ein paar Anläufe braucht, um das Zimmer ordentlich zu halten oder mit sauberer Handschrift zu schreiben, sollten Sie es ermutigen. Erklären Sie ihm, worin der Fehler besteht und lassen Sie es beim nächsten Mal erneut probieren.

Körpersprache üben: Eine aufrechte Haltung und ein fester Händedruck geben Ihrem Kind ein sicheres Körpergefühl. Das hilft ihm, selbstbewusster aufzutreten. Auch gutes Benehmen bewirkt bei vielen Kindern, dass sie sich selbstbewusster fühlen.