Die körperliche Entwicklung von Kindern:

Vom Kleinkind zum Schulkind

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Eltern zu sein, kann mitunter ganz schön anstrengend werden: Wir wünschen uns das Beste für unser Kind und wollen es bestmöglich in seiner Entwicklung fördern. Dabei soll der Spaß natürlich nicht verloren gehen – Kinder sollen Kinder sein dürfen. Diesen Spagat zu meistern, fällt nicht immer leicht. Lesen Sie hier, welche Entwicklungsschritte Ihr Kind im Alter von zwei bis acht Jahren durchläuft und wie Sie es in seiner Entwicklung fördern können.

Es ist ganz normal und verständlich, dass man sich in seiner Elternrolle von Zeit zu Zeit hilflos fühlt – versuchen Sie gelassen zu bleiben und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl, denn vermutlich liegen Sie damit oftmals genau richtig.

Für die Entwicklung Ihres Kindes ist es wichtig, dass Sie keinen Druck ausüben: Vielleicht braucht Ihr Kind einfach etwas länger als andere Kinder? Sie können das Entwicklungstempo nicht beeinflussen, also stehen Sie ihm beiseite und helfen Sie, wo es möglich ist, aber lassen Sie Ihrem Kind auch ausreichend Freiraum für eine unbeschwerte Kindheit.

Die Stufen der körperlichen Entwicklung von Kindern - Wie kann ich mein Kind fördern?

Es ist noch nicht lange her, da lag Ihr Kind noch als hilfloses Neugeborenes in Ihren Armen. Die ersten Jahre sind wie im Flug vergangen – Ihr Baby ist zu einem selbstbewussten Kind herangewachsen. Doch die körperliche Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen: Kinder werden nicht nur immer größer, sondern auch ihre motorischen Fähigkeiten und ihre Sinnesentwicklung entwickeln sich immer weiter.

Wie entwickelt sich mein Kind?

Sprachentwicklung: Die Sprachentwicklung eines Kindes läuft eigentlich von ganz allein: Kleinkinder ahmen ihr Umfeld nach und entwickeln nach und nach ein Verständnis für die Sprache. Im Alter von zwei Jahren haben die meisten Kleinkinder einen Wortschatz von bis zu 150 Wörtern. Bis zum achten Lebensjahr kommen da noch eine ganze Menge Begriffe hinzu. Dabei „hören“ sie sich Sprache und Wortschatz in ihrem näheren Umfeld ab. Was zunächst mit einzelnen Wörtern oder Silben beginnt, erschließt sich schließlich bei größeren Kindern über Satzbau und Grammatik, ganz ohne sich über die Regeln bewusst zu sein.

Sehvermögen: Bei neugeborenen Babys beschränkt sich das Sehvermögen zunächst auf die Unterscheidung von hell und dunkel. Im Laufe der ersten beiden Lebensjahre lernen die Kinder Konturen zu erkennen, dreidimensional zu sehen und Abstände einzuschätzen. Die Sehschärfe nimmt in den folgenden Jahren immer weiter zu. Erst wenn Kinder in die Schule kommen, also im Alter von etwa sechs Jahren, ist die Entwicklung des räumlichen Sehvermögens abgeschlossen. Doch erst mit 10 bis 12 Jahren ist auch das Gesichtsfeld vollständig entwickelt. Erst jetzt ist das Sehvermögen Ihres Kindes vollständig ausgereift.

Soziale Entwicklung: Durch Körpersprache und Geräusche wie Weinen und Schreien nimmt Ihr Kind schon als Baby Kontakt zu Ihnen auf. Später, etwa mit sechs Monaten, fremdeln viele Kinder – ebenfalls ein Ausdruck sozialer Entwicklung. Doch erst im Alter von drei Jahren beginnt das eigentliche Interesse an anderen Menschen: „Warum lacht der Papa?“ Nun nehmen Kinder auch Kontakt zu außenstehenden Menschen auf – die ersten zarten Freundschaften entstehen. Mit vier bis fünf Jahren lernen Kinder schließlich, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Sie verstehen, dass andere Personen anders fühlen oder denken als sie selbst.

Hörvermögen: Zwar bildet sich das Gehör schon im Mutterleib aus, jedoch dauert es mehrere Jahre, bis es vollständig funktionsfähig ist: In den ersten drei Jahren lernt Ihr Baby, Hörinformationen sinnvoll zu deuten. Die Hörfähigkeit ist mit Eintritt ins Schulalter entwickelt, doch nicht immer können Kinder diese schon voll nutzen: Einigen kann es bis zum 8. Lebensjahr schwer fallen, eine Geräuschquelle zu lokalisieren.

Emotionale Entwicklung: Die emotionale Entwicklung ist ein wohl lebenslanger Prozess. Denn sind wir mal ehrlich – auch Erwachsene lernen im Umgang mit ihren Emotionen ständig dazu. Im ersten Lebensjahr lernt Ihr Kind, Gefühle wie Freude, Ärger oder Angst auszudrücken. Mit Beginn des zweiten Lebensjahres erkennen die Kleinen auch die Emotionen anderer Personen, doch erst mit etwa fünf Jahren können Sie sich in Andere hineinversetzen. Kleinkinder sind oft hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach „alleine machen“ und dem fürsorglichen Schutz vertrauter Personen. Diese Unsicherheit kann in Form von Wutausbrüchen zum Ausdruck kommen. Nach und nach finden Kinder Wege, mit ihren Gefühlen umzugehen.

Motorische Entwicklung: Für die motorische Entwicklung bei Kindern gibt es keinen festgelegten Zeitplan. Sicher ist jedoch: Die Entwicklung ist enorm angesichts der Fortschritte, die Kinder in den ersten acht Lebensjahren vollbringen. Im Alter von zwei Jahren können fast alle Kinder sicher laufen. Und auch die Feinmotorik entwickelt sich ständig weiter: Sind Kleinkinder im Umgang mit verschiedenen Gegenständen oftmals noch etwas unbeholfen, lernen Sie mit der Zeit präzise Bewegungen und können den benötigten Kraftaufwand immer besser einschätzen.

Tipps – Wie kann ich es fördern?

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Mit dem Kind sprechen: Indem Sie viel mit Ihrem Kind sprechen, können Sie die Entwicklung fördern. Achten Sie darauf, dass Sie ihm genug Zeit geben, zu antworten oder sich zu äußern. Auch Lesen / Vorlesen und Geschichten erzählen schult den Sprachgebrauch: Hier lernt Ihr Kind neue Wörter kennen und erhält ein Gefühl für Satzbau und Grammatik. Geraten Sie nicht in Panik, wenn Ihr Kind länger braucht, um deutlich zu sprechen: Viele Kinder lassen sich Zeit Wörter zu lernen, andere lispeln oder stottern. Das ist gar nicht mal so selten und verschwindet in den meisten Fällen von ganz alleine wieder. Sie sollten Sprachstörungen jedoch von einem Kinderarzt oder Logopäden untersuchen lassen, um eine medizinische Ursache ausschließen und ggf. Förderungsmaßnahmen einleiten zu können.

Andere Kinder treffen: In den ersten Lebensjahren sind Kinder sehr ichbezogen. Geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit, in Kontakt mit gleichaltrigen Kindern zu kommen. Zunächst beim Spielkreis, dann in der Kita und schließlich in der Schule wird Ihr Kind im Umgang mit anderen Menschen lernen zu teilen und Rücksicht zu nehmen. Auch mit Rollenspielen können Sie Ihr Kind dazu animieren, in andere Rollen zu schlüpfen und so neue Perspektiven zu erfahren. So lernt ihr Kind, Verständnis für andere zu haben.

Gezielte Geräusche zu erkennen, ist gar nicht so einfach – auch Erwachsene haben da oft Probleme. Spielerische Übungen und Wahrnehmungsspiele helfen dem kindlichen Gehör, akustische Reize besser zu verarbeiten und die Informationen zu bewerten. Größere Kinder lieben zum Beispiel Nachtwanderungen. Weil man jetzt nicht gut sehen kann, konzentriert man sich ganz automatisch auf das Hören: Was hören wir und aus welcher Richtung kommt das Geräusch?
Verständnis zeigen: Es ist wichtig, dass Ihr Kind lernt, mit seinen Gefühlen umzugehen und diesen Ausdruck zu verleihen. Unterstützen Sie es dabei und zeigen Sie Verständnis für seine Gefühle. So lernt Ihr Kind, dass es vollkommen normal ist, auch starke Gefühle zu haben und, dass diese zum Ausdruck gebracht werden müssen. Zeigen Sie Ihm, wie es seine Emotionen ausleben kann, ohne andere zu verletzen oder zu beleidigen. Ein fester Schlag ins Kopfkissen kann manchmal Wunder bewirken. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine, aber auch über Ihre eigenen Gefühle. So lernt es, seine Emotionen in Worte zu fassen.

Anreize schaffen: Kinder lernen das Sehen ebenso wie das Laufen. Dabei können Sie Ihr Kind spielerisch fördern: Bei Ballspielen lernt Ihr Kind, schnellen Bewegungen mit seinen Augen zu folgen und Abstände einzuschätzen. Gezielte Handbewegungen trainieren die Hand-Augen-Koordination, die im Schulalter wichtig beim Schreiben wird. Versuchen Sie Zeiten vor elektrischen Geräten zu minimieren. Fernsehschauen überanstrengt das Auge von Kleinkindern. Stattdessen lohnt sich ein Ausflug in die Natur – hier gibt es für kleine und große Kinder eine Menge zu entdecken – und es wirkt sich positiv auf die Sehkraft aus. Mit tollen Sinnenspielen im Freien können alle Sinne angeregt werden, Ihr Kind kann Farben lernen und die frische Luft genießen.

Erfahrungen sammeln: Im Laufe der Jahre optimieren Kinder Koordination, Kraft und Ausdauer – das kann für Eltern mitunter ganz schön anstrengend werden. Doch auch in Bezug auf die Motorik gilt: Übung macht den Meister. Je mehr Ihr Kind übt zu klettern und zu balancieren, desto sicherer werden seine Bewegungen. Die Unfallgefahr wird kleiner. Mit Puzzeln und Steckperlen können Sie die Feinmotorik spielerisch fördern. Das macht übrigens auch Erwachsenen Spaß.

Checkliste für Eltern: Die Entwicklung Ihres Kindes

  • Jedes Kind folgt seinem eigenen Tempo – und das lässt sich nicht beeinflussen.
  • Nicht vergleichen: Vergleichen Sie das Entwicklungstempo Ihres Kindes nicht mit Gleichaltrigen oder Geschwistern – Kind sein und lernen ist kein Wettbewerb!
  • Da sein: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie da sind und, dass es auch mit Problemen und Fehlern zu Ihnen kommen kann.
  • Strukturen schaffen: Geregelte Tagesabläufe geben Ihrem Kind das Gefühl von Sicherheit.
  • Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen: Eine professionelle Einschätzung der Entwicklung Ihres Kindes ist wichtig, um ggf. Förderbedarf rechtzeitig zu erkennen.
  • Draußen sein: Die meisten Kinder lieben die Natur. Ob mit zwei oder mit acht Jahren – hier gibt es eine Menge zu entdecken und es kommen alle Sinne zum Einsatz.
  • Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind. Das schult ganz nebenbei die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes.
  • Kind sein lassen: Genau so wichtig, wie das Erlernen von motorischen Fähigkeiten oder das Schreiben lernen ist es, das Kind einfach Kind sein zu lassen: Kinder müssen toben, faulenzen und wild sein dürfen.