Feinmotorik fördern bei Babys und Kleinkindern

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Kleine Bewegungen, die präzise mit Händen, Füßen und auch durch die Mimik ausgeführt werden, werden als Feinmotorik bezeichnet. Babys und Kleinkinder erlernen diese Bewegungen im Laufe der Jahre und präzisieren sie nach und nach. Die Feinmotorik ist Grundlage für viele Tätigkeiten und Bewegungen, die Kinder und auch Erwachsene im Alltag benötigen. Dazu gehört zum Beispiel das Schreiben und Malen, aber auch die Ausbildung der Sprechmuskulatur. Indem Sie Ihrem Kind altersgerechte Möglichkeiten zur Schulung der Feinmotorik anbieten, können Sie Ihrem Kind spielerisch helfen, seine filigranen Bewegungsfertigkeiten auszubilden. Hier erfahren Sie, welche Spiele und Anregungen für das Alter Ihres Kindes geeignet sind.

Wann sollte mein Kind was können und wie kann ich es fördern?

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Wie auch fürs Laufen oder Sprechen gibt es bei der Entwicklung der Feinmotorik keinen Zeitplan. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und das lässt sich nicht beeinflussen. Es gibt jedoch Anhaltspunkte und durchschnittliche Altersangaben, zu denen die meisten Kinder spezielle feinmotorische Bewegungen ausführen können. An diesen können Sie sich orientieren. Sie müssen sich aber nicht sorgen, wenn Ihr Kind diesem „Zeitplan“ hinterherhinkt – manche Kinder brauchen einfach länger als andere. Möchten Sie Ihr Kind in seiner feinmotorischen Entwicklung spielerisch fördern, sollten Sie darauf achten, dass die Spiele altersgerecht sind, um Ihr Kind nicht zu überfordern. Nur so wird Ihr Kind Freude an diesen Spielen haben.

Neugeborene: Bei neugeborenen Babys besteht der Greifreflex. Hände können nur zufällig zum Mund gebracht werden. Dabei sind die Hände überwiegend gefaustet. Ihr Baby muss nun erst einmal in der Welt ankommen. Die Feinmotorik müssen und können Sie jetzt noch nicht fördern.

3 Monate: Im Alter von drei Monaten können Babys ihre Hände schon etwas kontrollieren. Einzelne Finger werden in den Mund gesteckt und die Finger können eizeln bewegt werden. Ein Greifball ist nun eine spannende Möglichkeit für Ihr Baby, das Greifen zu üben.

4 Monate: Babys können nun absichtlich nach Gegenständen greifen. Diese werden mit Händen, aber auch dem Mund erkundet. Auge und Hand arbeiten nun zusammen. In den folgenden Monaten werden die Bewegungen immer gezielter.

6 Monate: Babys verwerden nun den Flachzangengriff, um auch kleinere Gegenstände zu ergreifen. Beißringe in verschiedenen Formen und Farben trainieren nicht nur das gezielte Greifen, sondern helfen auch beim Zahnen.

9 Monate: Der Zeigefinger kann isoliert benutzt werden, um auf Dinge zu zeigen.

12 Monate: Mit etwa einem Jahr können mit dem Pinzettengriff auch kleine Gegenstände gehalten und untersucht werden. Im Faustgriff versucht es mit dem Löffel zu essen oder mit einem Stift zu malen. Wachsmalstifte oder Buntstifte sind ideal, um die ersten Kritzeleien auszuprobieren.

18 Monate: Die Feinmotorik ist nun schon so weit entwickelt, dass die Kleinkinder selbständig Bonbons auspacken können. Beim Spielen mit Matsch können die Kleinen die fingermuskulatur trainieren.

2 Jahre: Langsam aber sicher wird deutlich, dass Ihr Kind eine Hand bevorzugt einsetzt. Ein Angel-Spiel bringt Übung darin, langsame und gezielte Bewegungen auszuführen.

3 Jahre: Beim Umgang mit der Schere lernen Kinder, ihre Kraft vorsichtig einzusetzen. Beim Basteln können sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

4 Jahre: Einige Kinder haben noch Probleme damit, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Beim Eierlauf im Garten müssen sich die Kinder darauf konzentrieren, geradeaus zu laufen und gleichzeitig das Ei nicht vom Löffel fallen zu lassen - ein tolles Spiel für den Kindergeburtstag!

5 Jahre: Die meisten Kinder können nun mit beiden Händen unterschiedliche Bewegungen ausführen. Beim Malen werden nun auch gegenständliche Dinge gemalt, da Kinder nun ihre Kraft besser einschätzen können und die räumliche Vorstellung besser ausgebildet ist. Eine tolle Abwechslung zum klassichen Malen ist es, mit den Füßen zu malen. Das schult die Feinmotorik der Zehen - und ist auch für Erwachsene ein großer Spaß!

6 Jahre: Mit sechs Jahren sind die feinmotorischen Fähigkeiten weit ausgebildet. Ihr Kind kann nun seine Kraft einschätzen und präzise Bewegungen ausführen. Beim Holz schnitzen in der Natur kann Ihr Kind seine feinmotorischen Fähigkeiten weiter ausbilden und kreativ sein.

Checkliste –  So können Sie die Feinmotorik fördern

Entwicklungstempo: Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo, das sich nicht beeinflussen lässt – versuchen Sie gelassen zu bleiben, wenn Ihr Kind etwas länger braucht, um Neues zu erlernen.

Jungs und Mädchen: Jungs hinken in der feinmotorischen Entwicklung den Mädchen oftmals etwas hinterher. Ist das gleichaltrige Mädchen in der Nachbarschaft also schon etwas weiter als Ihr Sohn, ist das vollkommen in Ordnung.

Anreize anbieten: Mit Spielen und Reizen geben Sie Ihrem Kind Gelegenheit, die Feinmotorik spielerisch auszutesten und zu trainieren. Achten Sie dabei darauf, dass das Spielzeug altersgerecht ist.

Natur: Besonders abwechslungsreich können Sie in der Natur die Feinmotorik Ihres Kindes fördern. Hier lernen Kinder, wie Sie Gegenstände mit Ihren Händen festhalten, wie Sie Finger einsetzen und wie viel Kraft sie für verschiedene Tätigkeiten benötigen.