Wie kann ich die Grobmotorik meines Kindes fördern?

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Als Begriff ist Grobmotorik vielleicht etwas irreführend. Denn obgleich das „Grobe“ bei vielen Menschen Assoziationen an Ungeschliffenes, Unfertiges weckt, ist die Grobmotorik ein präzises Zusammenspiel aus Kraft, Gleichgewicht und Koordination, das für alle Bewegungen notwendig ist. Kinder müssen diese motorischen Fähigkeiten erst erlernen, angefangen vom gezielten Bewegen der Arme und Beine über das Krabbeln bis hin zum Laufen, Springen und Klettern. Aber wie kann man Kinder in ihrer Grobmotorik fördern? Wir haben für Sie Informationen und Praxis-Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihr Kind spielerisch in seiner grobmotorischen Entwicklung unterstützen können.

Grobmotorik – Was ist das überhaupt?

Feinmotorik vs. Grobmotorik: Als Motorik (gr. Bewegung) bezeichnet man die Gesamtheit der Muskelbewegungen des Körpers. Der Begriff Grobmotorik bezieht sich dabei auf alle Handlungen, die der Gesamtbewegung dienen, zum Beispiel Gehen, Laufen, Hüpfen. Feinmotorik umfasst die Bewegung, für die einzelne Muskelpartien koordiniert werden müssen, zum Beispiel die Hand-Fingerkoordination beim Greifen, aber auch die Mundmotorik beim sprechen oder die Gesichtsmotorik.

Gleichgewicht als Voraussetzung: Alle grobmotorischen Bewegungen setzen ein gut entwickeltes Gleichgewicht voraus. Kinder müssen zudem erst die entsprechende Muskelkraft bzw. Muskelspannung aufbauen, um Bewegungen wie Laufen oder Hüpfen ausführen zu können. Auch die grundsätzliche Körperwahrnehmung muss erst entwickelt werden. Erst, wenn Kinder einschätzen können, wie lang zum Beispiel ihre Arme sind oder wie groß sie selbst im Vergleich zu ihrer Umwelt sind, können sie den eigenen Körper sicher koordinieren.

Wichtige Entwicklungsgrundlage: Die Grobmotorik ist dabei nicht die Grundlage für alle späteren feinmotorischen Bewegungen, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für die Reaktionsfähigkeit Ihres Kindes im Schulalter.

Grobmotorik spielerisch fördern im Alltag

Balancieren: Balancieren geht eigentlich überall. Z. B. auf niedrigen Mauern, Baumstämmen oder auf den farbig abgesetzten Pflastersteinen auf dem Gehweg. Sie können Ihr Kind zum Balancieren anregen, indem Sie es vormachen – auf dem Weg zum Kindergarten, beim Spaziergang oder unterwegs in der Stadt.

Spielplatz: Spielplätze bieten viele verschiedene Möglichkeiten, die grobmotorischen Fähigkeiten zu fördern. Ohne, dass es Ihrem Kind bewusst ist, trainiert es beim Schaukeln, Klettern, Rutschen und Rennen seine Kraft, den Gleichgewichtssinn und seine Koordinationsfähigkeit.

Springen: Wenn es der Straßenverkehr zulässt, können Sie unterwegs gemeinsam mit Ihrem Kind Kantsteine herauf- und herunterspringen. Nach einem Regenguss über Pfützen zu springen oder einzelne, farblich abgesetzte Pflastersteine zu „überspringen“, macht Kindern großen Spaß und fördert spielerisch ihren Gleichgewichtssinn und ihr Körpergefühl.

Gemeinsam toben: Toben mit Mama und Papa macht allen Kindern Spaß – und es fördert die motorische Entwicklung. Kinder lernen, ihren Körper richtig einzuschätzen und trainieren Muskeln und Reaktionsvermögen.

Werfen und Fangen: Nicht umsonst zählen Bälle zu den beliebtesten Kinderspielzeugen überhaupt. Die verschiedenen Möglichkeiten des Werfens und Fangens, aber auch das Schießen eines Balles mit dem Fuß, sind wichtige Übungen für die Grobmotorik. Wenn Sie keine Lust haben, einen Ball hin und her zu werfen, können Sie zum Beispiel ein Dosenwerf-Spiel aus sauberen Konservendosen und einem weichen Ball selbst machen. Auch Tücher und Luftballons sind tolle Alternativen zum Werfen, Fangen und Jagen.

Ballspiele: Einen Ball mit dem Fuß zu schießen, ist für kleinere Kinder eine beachtliche grobmotorische Leistung. Nehmen Sie häufiger einen leichten Gummiball mit in den Park oder auf den Spielplatz. Nicht nur Jungen haben Spaß am Kicken mit Freunden oder mit den Eltern.

Spielzeuge und Spielgeräte für eine bessere Grobmotorik

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Hüpfbälle und Hüpftiere: Die beliebten Hüpftiere aus Giummi gefallen kleien Kindern besonders. Auch, wenn sie sich zunächst nur wenig damit bewegen, schulen sie doch ihr Gleichgewicht und lernen nach und nach, sich auf dem beweglichen Untergrund zu halten.

Laufräder und Roller: Diese Fahrzeuge vermitteln Kindern nicht nur Selbstbewusstsein durch die neue, schnelle Art der Fortbewegung, sie fördern auch die Balance, die Muskelkraft und die Ausdauer.

Hüpfmatten und Trampolin: Eine weiche Matte im Kinderzimmer oder ein Trampolin im Garten macht eigentlich jede weitere Anregung der Eltern überflüssig - die meisten Kinder hüpfen sehr ausdauernd und mit großem Spaß. vor allem beim Trampolin sollten Sie unbedingt auf Sicherheit achten und immer in der Nähe sein, wenn Ihr Kind hüpft.

Laufdosen und Stelzen: Für kleine Kinder sind Laufdosen eine tolle Übungsmöglichkeit, ältere Kinder freuen sich über Stelzen in verschiedener Höhe. Mit etwas handwerklichem Geschick können Eltern diese Spielgeräte auch selbst bauen.

 

Checkliste Grobmotorik: Darauf kommt es an

Raum lassen: Kinder brauchen Bewegungsfreiheit, um ihren Körper und dessen Fähigkeiten spielerisch auszuprobieren

Zeit lassen: Im freien Spiel experimentieren Kinder und „trainieren“ ihre Grobmotorik oft von ganz allein, z. B. auf dem Spielplatz

Beispiel geben: Kinder orientieren sich an ihren Eltern – fördern Sie die motorische Entwicklung ihres Kindes, indem Sie sich viel gemeinsam bewegen

Zusammen spielen: Balancieren, auf Mauern klettern oder über Pfützen springen macht Spaß und schult nebenbei die Grobmotorik

Fantasie: Werden Sie kreativ und regen Sie Ihr Kind zu neuen Spielen und Bewegungen an