Kleinkinder in Bewegung

Von kleinen Hüpfern und großen Sprüngen

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Wer Kinder beim Schaukeln-Lernen beobachtet, weiß, wie schwierig das ist: Das Zusammenspiel von Vor und Zurück müssen die Kinder probieren und üben und irgendwann klappt es. Auch laufen, Treppen steigen, balancieren, hüpfen oder einen Ball fangen können Kinder nicht durch Erklärungen der Eltern lernen, sondern nur durch neugieriges Ausprobieren.

Zum Glück haben die Sprösslinge von klein auf Spaß daran, herumzutoben und ihre körperlichen Fähigkeiten spielerisch zu entdecken. Bewegung ist Ausdruck ihrer Lebensfreude. Gleichzeitig ist sie vor allem in den ersten Lebensjahren die Grundlage, die Welt zu begreifen. Nur durch die Lust auf Bewegung und die Freude daran entwickelt sich ein unselbstständiger Säugling zu einem selbstständigen, selbstbewussten und gesunden Erwachsenen.

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Bewegungsspiele mit Kleinkindern

Warum ist Bewegung so wichtig für die Entwicklung von Kleinkindern?

Im vollgepackten Familienalltag muss nicht immer großes Programm veranstaltet werden, um die Kinder in Schwung zu bringen. Rollbrett, Bogenroller, Hüpfpferd, Hüpfkissen oder Balanciersteine verführen jedes Kind zum Herumsausen, Hüpfen und Ausprobieren.

Die Kleineren lieben Kriechtunnel, Bällebad und Rutscherauto, die sie indoor in Bewegung halten. Und wann immer Zeit ist, darf draußen getobt werden. An der frischen Luft und mit viel Freiraum sind Kinder automatisch aktiver.

Mit Mama und Papa spielen – das lieben alle Kinder. Zehn Spielideen für Sie:

  • Die Indianer kommen
    Auf Zehenspitzen schleicht die Indianerfamilie durchs Wohnzimmer. Wer kann sich am besten lautlos fortbewegen? Spaß macht es auch zu staksen wie ein Storch oder zu watscheln wie eine Ente und dazu die entsprechenden Laute von sich zu geben.
  • Hurra, ein Tor!
    Mamas oder Papas Beine sind das Tor. Das Kind darf den Ball hindurch schießen und über seine Tore jubeln.
  • Herumsausen und fangen
    Da war doch Mama tatsächlich zu langsam und der Nachwuchs hat sie beim Fangenspielen erwischt! Umgekehrt funktioniert der Spaß auch. Schon Zweijährige können ziemlich schnell unterwegs sein.
  • Der Löwe ist los
    Auf einer begrenzten Fläche, zum Beispiel einem Teppich, knien das Kind und der Spielpartner. Sie klemmen ein kleinen Kissen zwischen die Köpfe und versuchen den anderen mit viel Löwengebrüll aus der Arena zu drängen.
  • Fang‘ das Licht
    Im dämmrigen Zimmer lässt ein Mitspieler den Lichtkegel einer Taschenlampe über den Boden und die Wände wandern. Die Kinder versuchen, den Lichtkegel zu berühren.
  • Wenn die Kugel rollt
    Ein Tischtennisball wird über den Boden gerollt. Das Kind rennt hinterher und versucht, einen Becher über den Ball zu stülpen.
  • Wohnungs-Memory
    Memory-Karten oder gleichartige Gegenstände (zwei Löffel, zwei Waschlappen, zwei Bauklötze) werden an verschiedenen Stellen in der Wohnung oder im Zimmer verteilt. Das Kind sucht jeweils die passenden Paare.
  • Wäscheklammer-Flitzer
    Die Spielpartner befestigen jeweils fünf Wäscheklammern an der Kleidung. Jetzt gilt es, die Klammern des anderen zu erbeuten und die eigenen zu verteidigen.
  • Balance im Labyrinth
    Springseile oder ein Balanciertau werden als Labyrinth auf den Boden gelegt. Auf dieser Seilstrecke balancieren die Kinder über einen „gefährlichen Abgrund“.
  • Luftballon schieben
    Mit einem Seil oder Kreide wird ein Ziel auf dem Boden markiert. Ein Luftballon ist jetzt dorthin zu bugsieren, ohne Füße und Hände zu benutzen.

Warum ist Bewegung so wichtig für die Entwicklung von Kleinkindern?

Körperliche Entwicklung:
Der Körper braucht Bewegung, um starke Knochen zu bilden, die Muskulatur und die Organe aufzubauen und den Stoffwechsel zu trainieren. Kraft, Motorik, Ausdauer wachsen. Das Kind ist fit und fühlt sich wohl.

Intellektuelle Entwicklung:
Bewegung macht schlau – das gilt vor allem im Kleinkindalter. Denn in den ersten Lebensjahren lernen Kinder in erster Linie über Wahrnehmung und Bewegung. Diese regen über die Sinnesempfindungen die Gehirnentwicklung an. Beim Rennen, Balancieren, Hüpfen werden die Raumerfahrung, das Koordinationsvermögen und der Gleichgewichtssinn gefordert und weiterentwickelt. Defizite hier können sich zum Beispiel beim räumlichen Vorstellungsvermögen oder dem Zugang zur abstrakten Welt der Mathematik zeigen.

Emotionale Entwicklung: Über den Körper und die Bewegung setzen sich Kinder aktiv mit ihrer Umwelt auseinander, erarbeiten sich Wissen, lernen sich selbst einzuschätzen und gewinnen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. So wächst auch das Selbstbewusstsein. Bewegung hebt die Laune, baut Stress ab und reduziert Angstgefühle.