Mein Kind ist Linkshänder

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Was muss ich beachten?

Im ersten Lebensjahr setzen die meisten Babys noch beide Hände gleichberechtigt ein: Rassel, Schnuller oder Esslöffel werden jeweils mit der Hand gegriffen, die sich gerade anbietet. Mit eineinhalb bis zwei Jahren, wenn sich die Feinmotorik weiter ausprägt und Kinder mehr und mehr Bewegungen eigenständig ausführen, zeigen viele bereits eine deutliche Vorliebe für die rechte oder die linke Hand. Bis heute ist nicht erwiesen, ob Linkshändigkeit vererbbar ist. Im Grunde ist es ja auch überhaupt nicht wichtig. Der einzige Unterschied zwischen kleinen Linkshändern und Rechtshändern liegt, wenn überhaupt, in den Herausforderungen, die der Alltag in einer „rechtshändig“ geprägten Umgebung bereithält. Hier erfahren Sie, wie Sie erkennen, ob Ihr Kind Linkshänder ist und was im Alltag zu beachten ist.

Rechtshänder und Linkshänder – Wie kommt das?

Funktionelle Asymmetrie: Bei fast allen Menschen ist eine der beiden Hände dominant, d. h. sie wird bevorzugt für alle Handbewegungen eingesetzt. Diese Dominanz ist angeboren und wird als funktionelle Asymmetrie bezeichnet, da die Hauptnervenstränge der einen Körperhälfte jeweils mit der gegenüberliegenden Gehirnhälfte verbunden sind: Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass bei Rechtshändern die linke Gehirnhälfte aktiver ist, bei Linkshändern dementsprechend die rechte.

Angeborene Händigkeit: Schätzungen gehen davon aus, dass 10 – 15 Prozent aller Menschen Linkshänder sind. Insbesondere in der älteren Generation sind aber viele angeborene Linkshänder, die rechtshändig erzogen wurden. Die erzwungene Umgewöhnung auf die rechte Hand gibt es in der heutigen Erziehung zum Glück nicht mehr, da die linke Hand längst ihren Ruf als die „schlechte Hand“ verloren hat. Studien haben zudem gezeigt, dass Linkshänder, die rechtshändig umerzogen werden, häufiger unter Lese-Rechtschreibschwäche und Konzentrationsstörungen leiden.

Für einen guten Start in der Schule

Beim Start in der Grundschule sollte feststehen, ob Ihr Kind Rechtshänder oder Linkshänder ist. Denn das Schreiben mit der „angeborenen“ Schreibhand ist unmittelbar mit dem Lernerfolg verbunden. Linkshändige Kinder, die, vielleicht aus Unwissenheit, mit rechts schreiben lernen, haben teilweise große Probleme, sich später auf die linke Hand umzugewöhnen. Bei den meisten Kindern ist die Links- oder Rechtshändigkeit bis zum Grundschulalter soweit ausgeprägt, dass Eltern und Lehrer Bescheid wissen und entsprechend damit umgehen können.

So erleichtern Sie Ihrem linkshändigen Kind den Alltag

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Besonders rechtshändige Eltern können auf ihr eigenes Verhalten achten, um ihrem linkshändigen Kind den Alltag zu erleichtern. Zum Beispiel können sie beim Tischdecken die Gabel für ihr Kind auf die rechte Seite des Tellers legen, oder Spielzeuge und Gegenstände in die Körpermitte reichen, anstatt gezielt auf die rechte Seite. Darüber hinaus gibt es einige spezielle Linkshänder-Produkte, die dem Kind helfen, seine motorischen Fähigkeiten ohne Frust zu entwickeln.
  • Scheren sind eine der größten Herausforderungen für Linkshänder. Im Schreibwarenhandel bekommt man auch Kinderscheren für Linkshänder
  • Linkshänder-Füller sind ab der Grundschule eine große Hilfe
  • Ein Anspitzer für Linkshänder erleichtert das Malen und Basteln im Kindergartenalter, in der Grundschule sollte er in der Federtasche dabei sein
  • Mit einem Schälmesser für Linkshänder kann das Kind selbständig in der Küche helfen