Sicherheit im Wasser - Was Eltern wissen müssen

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Ob Schwimmbad, Planschbecken oder Gartenteich: Kinder fühlen sich von Wasser magisch angezogen. Damit sie unbeschwert planschen können, sollten Eltern sich der Gefahren bewusst sein. Außerdem empfehlen Fachleuchte, dass Kinder bis zum Schuleintritt ihr Seepferdchen-Abzeichen gemacht haben.

Auf den Schwimmunterricht in den Schulen sollte man nicht setzen: Mehr als die Hälfte der Grundschüler kann nicht sicher schwimmen. Und ein Viertel der Grundschulen hat keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad. Zudem können sich die Lehrer im Schwimmunterricht oft nicht intensiv genug um ängstliche Nichtschwimmer kümmern. Die Eltern sind also in der Pflicht.

Tipps für Spaß und Sicherheit im Wasser

Kinder am Wasser immer im Blick behalten

Der allerwichtigste Tipp: Kleine Kinder in der Badewanne, in der Nähe von jeglichen Gewässern, im Schwimmbad, am Badestrand immer im Auge behalten! Schwimmflügel, -ringe oder –sitze schützen nicht zuverlässig vor dem Ertrinken.

Sicherheit zuhause

Sicherheit Wasserbottiche und Regentonnen sollten mit abschließbaren Deckeln gesichert werden. Ebenso müssen Gartenteiche und Schwimmbecken zuhause am besten durch einen Zaun vor neugierigen kleinen Nichtschwimmern geschützt werden.

Ertrinken im knietiefen Wasser

Selbst im nur knietiefen Miniteich im Garten können kleine Kinder ums Leben kommen. Einmal mit dem Kopf unter Wasser verlieren sie die Orientierung und finden nicht mehr an die Oberfläche.

Trockenes Ertrinken

Davon sind vor allem kleine Kinder betroffen, die mit dem Kopf in kaltes Wasser geraten. Dabei setzt ein Eintauchreflex ein, der in einen Stimmritzenkrampf übergehen kann. Vor allem, wenn sich der Krampf nicht rechtzeitig löst, kann es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff kommen. Schlimmstenfalls ersticken die Kinder, ohne Wasser eingeatmet haben.

Sekundäres Ertrinken

Wenn Wasser in die Lunge des Kindes gelangt ist, können sich noch Tage später Entzündungen und Ödeme in der Lunge bilden. Sie stören den Gastaustausch und können zum Tode führen. Bei Symptomen wie Husten, Atemnot, Erbrechen oder Müdigkeit sollte das Kind sofort ärztlich behandelt werden. Es empfiehlt sich, auch nach einem gut ausgegangenen Badeunfall das Kind vorsorglich von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Bei wilden Wasserspielen ihrer Sprösslinge müssen Eltern aber nicht in Panik verfallen. Sowohl sekundäres als auch trockenes Ertrinken treten extrem selten auf.

Wann Schwimmen lernen?

Jedes Kind kann schwimmen lernen und sollte es auch! Ein guter Lehrer hilft, die richtigen Bewegungen zu trainieren und Freude am Wasser zu finden. Mama oder Papa können ihren Kindern ebenfalls Schwimmunterricht geben – wenn sie Geduld und Wissen mitbringen.

Wer einen empfehlenswerten Kurs sucht, fragt am besten Bekannte nach ihren Erfahrungen und bucht eine Schnupperstunde. Angebote über nur zehn Stunden halten Experten nicht für ausreichend, um Schwimmen zu lernen. Der Unterricht sollte mindestens 20 Stunden umfassen.

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So läuft es mit der Schwimmerkarriere:

  • Beim Babyschwimmen ab der zwölften Woche genießen die Winzlinge das feuchte Nass in vertrauter Nähe von Mama oder Papa.
  • Bei Kursen zur Wassergewöhnung für Ein- bis Vierjährige werden die Kleinen im Wasser gezogen, lassen sich gleiten, tauchen, springen vom Beckenrand und erlernen, sich mit einfachen Bewegungen über Wasser zu halten.
  • Die ersten Schwimmzüge: Ab vier Jahren können Kinder beginnen, sich mit den Grundtechniken des Schwimmens vertraut zu machen.
  • Seepferdchen-Abzeichen: Mit fünf oder sechs Jahren sind Mädchen und Jungen in ihrer motorischen Entwicklung so weit, dass sie das Brustschwimmen mit seinen recht anspruchsvollen Abläufen von Arm- und Beinbewegung erlernen und für das Seepferdchen-Abzeichen üben können. Optimal ist ein Kurs, bei dem der Trainer nicht mehr als zehn Kinder betreut.
  • Zum sicheren Schwimmer: Das Frühschwimmer-Abzeichen geschafft? Jetzt lohnt sich die Dauerkarte fürs Schwimmbad. Denn nun gilt: Dranbleiben und so oft wie möglich schwimmen gehen. Denn um ein ausdauernder, sicherer Schwimmer zu werden, heißt es für das frisch gebackene Seepferdchen-Kind: üben, üben, üben. Wer Freude am Wasser gefunden hat, schließt einen Kurs für das Bronze-Abzeichen an.

Die Baderegeln

Sie sorgen für mehr Sicherheit beim Schwimmen und Planschen im Wasser. Kinder dürfen immer mal wieder an Gebote und Verbote erinnert werden. Und Eltern sollten ein gutes Vorbild abgeben.

  1. Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst. Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst.
  2. Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser.
  3. Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser.
  4. Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
  5. Überschätze dich und deine Kraft nicht.
  6. Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.
  7. Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf.
  8. Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer.
  9. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten dir keine Sicherheit im Wasser.
  10. Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.