Sinnesspiele – Wie man Kinder spielerisch fördern kann

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Jedes Elternteil möchte sein Kind fördern. Dabei ist es wichtig, sich einzugestehen, dass man auf die körperliche Entwicklung seines Kindes keinen Einfluss nehmen kann. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo - und das lässt sich nicht beschleunigen. Sie können Ihrem Kind aber helfen, sich in der Welt zurechtzufinden. Mit seinen Sinnen nimmt Ihr Kind die Welt wahr – es riecht die frische Luft nach einem Regenschauer, sieht die grüne Wiese, schmeckt das Erdbeereis im Sommer, es fühlt die kleinen Steinchen unter seinen Füßen und hört den Wind in den Bäumen. Die Sinneswahrnehmungen sind entscheidend für sein jetziges, aber auch für sein späteres Leben.
  • Geräusche wahrnehmen: Das Gehör ist wichtig, um sich in der Welt zurecht zu finden. Dabei geht es nicht nur darum, laute und leise Geräusche zu hören, sondern diese auch bewerten zu können. Woher kommt ein bestimmtes Geräusch? Könnte es Gefahr, zum Beispiel in Form eines sich nahenden Autos, bedeuten?
  • Hand-Augen-Koordination: Nur, wenn sowohl Sehfähigkeit als auch Motorik gut entwickelt sind, funktioniert die Hand-Augen-Koordination später wie von selbst. Das Zusammenspiel verschiedener Sinne lernen Kinder im Laufe der ersten Lebensjahre. Sie sind die Grundlage für verschiedene Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Schreiben oder Malen.
  • Riechen: Den Geruchssinn zu sensibilisieren hilft nicht nur dabei, die Welt noch besser wahrnehmen zu können, sondern auch, die Umwelt bewerten zu können. Vertraute Gerüche, fremde Gerüche oder gar giftige Dämpfe können so bewertet werden.

Warum es wichtig ist, die Sinne zu schärfen und warum Sinnesspiele dabei helfen

Erst wenn einer unserer Sinne nicht mehr funktioniert, merken wir, wie wichtig Sinneswahrnehmungen für unseren Alltag sind. Bei einer Erkältung riechen wir nichts mehr – und können gleichzeitig kaum etwas schmecken. Beim Stromausfall im Dunkeln können wir nichts mehr sehen – und sind mehr als hilflos. Bei Kindern befinden sich die Sinne noch im Entwicklungsprozess. Je nach Alter funktionieren sie schon mehr oder weniger gut. Diese Entwicklung lässt sich nicht beschleunigen. Deshalb holen die verschiedenen Sinnesspiele Kinder dort ab, wo sie sich in ihrer Entwicklung befinden und fördern ganz spielerisch die Wahrnehmung der Kinder. Übrigens machen Sinnesspiele nicht nur Kindern Spaß – auch Erwachsene staunen, was Sinne alles meistern – und wo sie an ihre Grenzen geraten.

Sinnesspiele für Kleinkinder – Mit Spaß die Welt entdecken

Die Sinne der Kleinkinder sind noch nicht vollständig entwickelt. Mit zwei bis drei Jahren freuen sich Kinder aber über alle neuen Eindrücke, die sie sammeln können. Besonders großen Spaß haben die Kleinen an Spielen wie:

Barfußparcours: Auf dem Boden wird ein Parcours aus verschiedenen Materialien gelegt. Feiner Sand, kleine Kieselsteine, Gras oder Watte sind ideal für Kinderfüße, um zu testen, wie sich die unterschiedlichen Materialien anfühlen. Bei älteren Kindern können zusätzlich die Augen verbunden werden, sodass die Kinder raten müssen, was sich unter ihren nackten Füßen befindet.

Geräusche raten: Spielen Sie verschiedene Geräusche ab. Für Kleinkinder eignen sich am besten Tiergeräusch wie das „Törööö“ eines Elefanten und das Muhen einer Kuh. Die Kinder müssen erraten, um welches Tier es sich handelt. Mit älteren Kinder können die Geräusche schwieriger werden: Bei einem tropfenden Wasserhahn oder Meeresrauschen muss man ganz genau hinhören.

Sinnesspiele für Kinder von 3 bis 6 Jahren

Im Kindergartenalter sind die meisten Kinder schon gut darin, sich auf ihre Sinne zu verlassen. Viel Spaß macht den Kinder jetzt zum Beispiel:

Geräusch-Memory: Kleine Behälter werden mit unterschiedlichen Materialien wie kleinen Steinen, Reis, Sand oder Sonnenblumenkernen befüllt. Durch Schütteln an den Behältern sollen Paare mit der gleichen Füllung gefunden werden – gar nicht so einfach!

Mäuschen, sag mal Piep: Mehrere Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind bekommt die Augen verbunden. Ein anderes Kind sagt leise „Piep“. Nun begibt sich das Kind mit verbundenen Augen auf die Suche nach dem Ursprung des Geräuschs. So lernen die Kinder ganz nebenbei, darauf zu achten, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt.