Kinder loben

Geht auch zu viel des Guten?

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Jeder Mensch freut sich über Lob. Ein anerkennendes „Das war tolle Arbeit!“, oder „Danke, dein Rat hat mir sehr geholfen“ kann einem auch als Erwachsener den Tag versüßen. Für Kinder ist Lob wichtig, um ein gesundes Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten zu entwickeln. Aber kann man Kinder auch zu viel loben? Verliert das Lob dann nicht seine Wirkung? Oder werden unsere Kinder durch zu häufiges Loben irgendwann etwas nur noch tun, wenn sie dafür gelobt werden?

Lob macht Kinder stark!

„Guck mal Mama, was ich ganz alleine kann!“ Lob ist wie das Wasser, das eine Pflanze zum Wachsen braucht. Kinder fordern es direkt ein. Durch das Gefühl, gesehen zu werden und den Stolz auf ihr eigenes Können, entwickeln Kinder das nötige Selbstvertrauen, das sie im Leben brauchen. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist ein wertvolles Kapital für das spätere Leben. Das Kind erfährt: „Ich bin ein guter Mensch, ich habe viele Fähigkeiten und wenn ich mich anstrenge, kann ich etwas schaffen. Meine Eltern helfen mir, noch besser zu werden und zu werden, wer ich sein kann.“

Loben oder Schimpfen?

Der Alltag bietet viele Anlässe für Lob: Die ersten Schritte, die erste Übernachtung woanders trotz Angst, das erste Mal die Schuhe selbst anziehen – aber auch Alltägliches wie das Zimmer aufräumen, daran denken, nach dem Duschen zu lüften, etwas mit dem Geschwisterchen zu teilen. Und dann noch das selbstgemalte Bild, die gute Note, das Tor beim Fußball. Trotzdem hat man als Eltern oft das Gefühl, viel zu häufig zu schimpfen. An manchen Tagen fühlt man sich wie ein grimmiger Drache, der ständig herummäkelt. Positives Verhalten durch Lob zu verstärken, fühlt sich viel besser an. Aber sollten wir unsere Kinder auch schon für Kleinigkeiten loben? Die Antwort lautet: Ja. Denn mit Loben kommt man viel weiter als mit Aufforderungen oder Tadel. Und vieles, was für uns selbstverständlich erscheint, ist es für Kinder noch lange nicht. Doch nicht jedes Loben hat eine positive Wirkung – es kommt darauf an, wie und wofür man lobt.

Die 6 wichtigsten Regeln des Lobens

Ganz intuitiv loben wir, etwa wenn unser Kind uns ein selbstgemaltes Bild zeigt – auch wenn wir gerade gestresst sind und gar nicht genau hingucken. Doch das haut selten hin. Denn Lob muss auch ernst gemeint sein. Wir verraten Ihnen die 6 wichtigsten Regeln des Lobens:

Positives Feedback: Füttern, aber nicht überfüttern

Lob ist ein wichtiges, direktes Feedback durch die Eltern. In „Feedback“ steckt das englische Wort für „füttern“ – es geht in erster Linie darum, dass die Kinder sich gesehen fühlen und positive Aufmerksamkeit bekommen. Richtig angewendet wirkt Lob sehr motivierend. Und dann kann man seinem Kind am Abend auch einmal sagen: „Es war ein schöner Tag mit dir. Toll, wie geduldig du heute mit mir einkaufen warst.“