Welcher Erziehungsstil passt zu mir und meinem Kind?

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Wird ein Kind geboren, ist die Freude über das neue Familienmitglied riesig – doch bei vielen Eltern schleichen sich auch Ängste und Zweifel ein: Wie kann ich meinem Kind gerecht werden? Wie kann ich es bestmöglich erziehen? Eine scheinbar unüberschaubare Flut verschiedener Erziehungskonzepte kommt infrage und jedes Familienmitglied und scheinbar jeder Bekannte scheint am besten zu wissen, welche Erziehung die beste ist. Eines können wir an dieser Stelle schon vorwegnehmen: Diesen einen perfekten Erziehungsstil, der jedes Kind optimal auf die Welt vorbereitet, den gibt es nicht.

Den optimalen Erziehungsstil gibt es nicht – Oder doch?

Es könnte so einfach sein: Ein allgemeingültiger Erziehungsstil, der für jeden umsetzbar ist und Ihr Kind optimal auf seine Zukunft vorbereitet. Doch solch ein Geheimrezept gibt es leider nicht. Doch warum eigentlich nicht?

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Das Kind bestimmt mit: Ein liebevolles Verhältnis ist das A und O in der Erziehung Ihres Kindes. Je nach Entwicklungsstand und Persönlichkeit Ihres Kindes, werden Sie eventuell feststellen, dass sich die Herangehensweise, die Sie eigentlich für sinnvoll erachtet hatten, als doch nicht so sinnvoll erweist. Keine Sorge, das ist ganz normal. Schließlich möchten Sie Ihr Kind darin unterstützen, seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Manche Kinder können sich am besten entfalten, wenn sie ihre Freiheit genießen können, andere sind unsicher und brauchen die Unterstützung der Eltern. Im Laufe der Zeit werden Sie herausfinden, welcher Umgang am besten funktioniert.

Individuelle Präferenzen: Jedes Elternpaar, ja sogar jeder Elternteil, bestimmt für sich selbst, worauf es besonderen Wert legt. Für den einen ist es wichtig, dass sein Kind von Anfang an alles selbst ausprobieren darf und ihm dabei alle Zeit der Welt gelassen wird, für andere ist es wichtig, dass sein Kind auch Regeln und Strukturen kennenlernt. Oftmals rühren diese Grundsätze aus den eigenen positiven oder negativen Erfahrungen her. Aus diesem Grund müssen Sie für sich selbst herausfinden, welche Erziehungsstile zu Ihnen passen.

Erziehungsstile sind abhängig von äußeren Bedingungen: Es ist noch gar nicht lange her, da galt der autoritäre Erziehungsstil als das Nonplusultra. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei, doch trotzdem zeigt dies, dass sich auch Erziehungsstile ändern können und abhängig vom Zeitgeist sind. Doch ganz egal, welcher Erziehungsstil gerade „in Mode“ ist – Ihr Kind sollte lernen, dass sein Handeln Folgen hat. Gleichzeitig sollten Sie es in der Entwicklung seiner Persönlichkeit unterstützen und ihm Freiraum schenken.

Warum sind Erziehungsstile überhaupt wichtig?

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Auch in Familien, die sich nicht explizit mit dem Thema Erziehungsstile auseinandersetzen, entwickelt sich im Laufe der Zeit doch zumindest eine Tendenz, die bei der Kindererziehung verfolgt wird. Es ist vollkommen in Ordnung, sich nicht an ein vorgegebenes Konzept zu halten, denn mit Ihrem Bauchgefühl liegen Sie in den meisten Fällen genau richtig. Doch spätestens dann, wenn Ihr Kind in die Kita oder in die Schule kommt, stehen Eltern vor der Wahl: Viele Einrichtungen sind nach bestimmten Erziehungskonzepten ausgerichtet. Diese Konzepte machen sich verschiedene Erziehungsstile zunutze. Allen gemeinsam ist das Ziel, Kindern gesellschaftliche Normen und Werte zu vermitteln und sie so auf ihren Lebensweg vorzubereiten. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Art und Weise wie diese vermittelt werden. Und eben hier müssen Sie sich als Eltern entscheiden, welchen Erziehungsstil Sie bevorzugen.

So finden Sie Ihren individuell passenden Erziehungsstil

Informieren sich Eltern über die verschiedenen pädagogischen Konzepte, stellen die meisten schnell fest, dass ihnen der eine Erziehungsstil mehr zusagt als ein anderer. Vielleicht haben auch Sie sich bereits darüber informiert, welcher Stil am besten zu Ihnen passen könnte. Eventuell gefallen Ihnen mehrere Ansätze ganz gut. Und das ist vollkommen in Ordnung. Kombinieren Sie verschiedene Aspekte der einzelnen Ansätze, um Ihren individuellen Erziehungsstil zu finden.

  • Überlegen Sie sich, welches Ziel Sie mit Ihrer Erziehung verfolgen: Meist lässt sich durch das Ziel der Erziehung bereits eine Tendenz festlegen, welcher Erziehungsstil am besten passt. Liegt es Ihnen beispielsweise besonders am Herzen, dass Ihr Kind sehr selbstständig aufwächst, kommt für Sie vielleicht eher ein liberal-demokratischer Erziehungsstil infrage.
  • Versteifen Sie sich nicht darauf, einen bestimmten Erziehungsstil zu adaptieren. Haben Sie Mut, verschiedene Ansätze zu kombinieren und so Ihren eigenen, für Sie und Ihr Kind passenden, Stil zu finden.
  • Dem Bauchgefühl vertrauen: In konkreten Situationen wird es passieren, dass Sie Ihren eigenen Grundsätzen widersprechen. Auch die egalitärsten Eltern können in Situationen kommen, in denen sie ihren Kindern Vorgaben machen. Das ist überhaupt nicht schlimm – erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie in dieser bestimmten Situation so gehandelt haben.
  • Gestehen Sie sich ein, dass weder Ihr Kind noch Sie perfekt sein müssen. Fehler sind erlaubt und sogar wichtig! Viel entscheidender ist es, offen mit Fehlern umzugehen und diese zugeben zu können.