Schlafstörungen bei Kindern

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Ist das Schlafverhalten meines Kindes normal?

Dass im ersten Jahr mit Baby der Schlaf deutlich zu kurz kommt, darauf sind die meisten Eltern eingestellt. Auch mit zwei oder drei Jahren machen viele Kinder noch regelmäßig die Nacht zum Tag - sehr zum Leidwesen von Mama und Papa, die gern mal wieder eine Nacht durchschlafen würden. Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihrem Kind helfen können, besser zu schlafen.

Einschlafschwierigkeiten und Durchschlafschwierigkeiten

Echte, dauerhafte Schlafstörungen haben nur wenige Kinder. Dafür gibt es relativ häufig Probleme mit dem Einschlafen oder mit dem Durchschlafen. Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein:

Wie viel Schlaf braucht mein Kind überhaupt?

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Feste Schlaf-Standards gibt es nicht, denn das Schlafbedürfnis von Kindern ist ebenso individuell ausgeprägt wie ihr Appetit oder ihre Bewegungsfreude. Als Faustregel gilt, dass Kinder in den ersten drei Lebensjahren etwa 12 Stunden Schlaf täglich brauchen und bis ins Grundschulalter hinein noch etwa 11 Stunden. Erst mit 10-12 Jahren beginnt sich das Schlafbedürfnis deutlich zu reduzieren bzw. die Schlafenszeit nach hinten zu verschieben. Wichtige Faktoren für das individuelle Schlafbedürfnis sind zum Beispiel die Jahreszeit – im Sommer schlafen Kinder häufiger etwas weniger als im Winter – aber auch der Mittagschlaf: Kinder, die mittags zwei Stunden schlafen, brauchen nachts entsprechend weniger Schlaf.

Tipps für Eltern:

Das können Sie gegen Schlafstörungen bei Kindern tun

  • Nähe: Reagieren Sie, wenn Ihr Kind nachts aufwacht und gehen Sie zu ihm wenn es ruft – das gibt ihm Sicherheit und lässt es schnell wieder einschlafen.
  • Orientierung: Ein Nachtlicht oder eine halb geöffnete Tür zum Flur hilft Ihrem Kind, sich nachts zurechtzufinden – so schläft es vielleicht von ganz allein wieder ein.
  • Einschlafrituale: Vorlesen, ein Gutenachtlied singen oder einfach gemeinsam kuscheln – alles, was gewohnt ist und Nähe vermittelt, hilft Ihrem Kind, in den Schlaf zu finden.
  • Kuscheln: Körperkontakt hilft beim Einschlafen, beruhigt Ihr Kind aber auch schnell, wenn es z. B. von einem Albtraum geweckt wurde.
  • Zuhören: Angst vor der Dunkelheit, vor Monstern unter dem Bett oder vor dem Alleinsein sollten Sie nicht abtun oder auslachen – versuchen Sie besser gemeinsam Wege zu finden, die Ängste zu bewältigen.
  • Ruhiger Abend: Toben, Computerspiele oder Fernsehen am frühen Abend sind ok, sollten aber kein Einschlafritual sein.
  • Einschlafgespräch: Vielen Kindern hilft es, abends im Bett noch mal mit Mama und Papa über die Ereignisse des Tages zu sprechen, um Erlebtes zu verarbeiten.
  • Geeignete Schlafumgebung: Kinder lieben Kuscheltiere, bunte Poster und Nachtlichter – aber Zuviel kann den Schlaf stören. Weniger Sinnesreize im Kinderzimmer helfen, abends zur Ruhe zu kommen
  • Bewegung: Herumtoben an der frischen Luft und ausgewogenes Essen fördert einen gesunden Schlaf.

Wichtig: Da sein, wenn Ihr Kind Sie nachts braucht

Häufiges Aufwachen ist für Ihr Kind genauso irritierend wie für Sie. Auch wenn Sie noch so müde sind: Unterstellen Sie Ihrem Kind niemals böse Absicht, wenn es sie wieder einmal weckt. Trösten Sie bei Albträumen, helfen Sie Ihrem Kind, wieder zur Ruhe zu kommen und lassen Sie es wissen, dass Sie die ganze Nacht da sind. Das gibt Sicherheit und Geborgenheit und mit etwas Glück geben sich Schlafprobleme mit der Zeit von selbst.