Sprachstörungen bei Kindern

Sprachstoerung_bei_Kindern_123_(2)_650x325.png
© 123RF

Was können Eltern tun?

Sprechen lernen ist eine langwierige Sache. Vom ersten, mehr oder weniger deutlich artikulierten Wort bis zum frei vorgetragenen Referat vor den Klassenkameraden ist es ein langer Weg. Heute wird dieser Weg meist aufmerksam begleitet: Kindergartenerzieher und Lehrer haben ein Auge auf die Sprachentwicklung jedes Kindes, häufig unterstützt durch Logopäden oder speziell ausgebildete Sprachtherapeuten. Aber welche Defizite sind ganz normal und wann liegt eine ernsthafte Sprachstörung vor? Wir erklären Wissenswertes zum Thema Sprachstörungen und sagen Ihnen, wie Sie als Eltern auf eine Sprachstörung reagieren können.

Was ist eine Sprachstörung?

Verschiedene Formen der Entwicklungsstörung: Unter einer Sprachstörung bzw. Sprechstörung versteht man alle Auffälligkeiten im Bereich des Redeflusses und der auditiven Wahrnehmung (wie Gehörtes verarbeitet wird), aber auch die Entwicklung der Stimme und des Sprachverständnisses, der Aussprache und der grammatikalischen Entwicklung.

Entwicklungsrückstand: Logopäden betrachten die Sprachentwicklung grundsätzlich im Kontext der Gesamtentwicklung eines Kindes. Dabei wird natürlich auch das individuelle Entwicklungstempo berücksichtigt. Von einer Sprachstörung sprechen sie im Allgemeinen erst, wenn der Entwicklungsrückstand mindestens 6-12 Monate gegenüber gleichaltrigen Kindern beträgt und/oder, wenn die Kommunikation durch das Sprachverhalten stark eingeschränkt wird.

Gründe für eine gestörte Sprachentwicklung

Die Gründe für eine Sprachentwicklungsstörung sind vielfältig und nicht immer eindeutig zu benennen. Mitunter gibt es auch mehrere Ursachen.

Hörschäden: Relativ häufig sind Hörfehler oder häufige Mittelohrerkrankungen die Ursache für eine Sprachstörung – Wer nicht gut hört, kann nur schwer sprechen lernen.

Veranlagung: Einige Sprachstörungen, wie Stottern, sind zumindest teilweise vererblich.

Fehlbildungen im Mundbereich wie z.B. eine Kiefer-Gaumenspalte können Sprachentwicklungsverzögerungen hervorrufen.

Mangelnde Förderung: Wenn Eltern nicht genug mit ihrem Kind kommunizieren, kann das den Spracherwerb und die Sprachentwicklung beeinträchtigen.

Psychische Ursachen: Psychische Konditionen wie ADS oder Autismus können für Sprachstörungen verantwortlich sein.

Neuronale Schädigungen: Frühkindliche Hirnschäden, auch wenn sie minimal sind, können sich auf die Sprachentwicklung auswirken.

Fakt ist, dass leichtere Sprachstörungen heute viel häufiger erkannt und behandelt werden als früher. Daher hat die Zahl der bekannten Sprachstörungen bei Kindern gefühlt zugenommen: Geschätzt acht Prozent aller Vorschulkinder haben eine Sprachentwicklungsstörung.

Welche Sprachstörungen gibt es?

Sprachstoerung_bei_Kindern_123_(1)_650x325.png
© 123RF

Wie reagiere ich, wenn mein Kind eine Sprachstörung hat?

Sprachtherapie: Mit einer frühzeitigen logopädischen Behandlung können die meisten Sprachstörungen bewältigt oder ganz beseitigt werden. Inzwischen gibt es Sprachförderungsangebote auch im Rahmen der Kita-Betreuung oder an Schulen.

Selbstbewusstsein stärken: Helfen Sie Ihrem Kind, souverän mit der Sprachstörung umzugehen – zum Beispiel, indem Sie sich auf den Inhalt des Gesagten konzentrieren anstatt auf die Form oder indem Sie die kommunikativen Stärken Ihres Kindes hervorheben.

Geduld haben: Fast alle Kinder brauchen ein paar Jahre, um alle Laute und Wörter richtig aussprechen zu können. Viele Sprachentwicklungsstörungen geben sich mit der Zeit von allein.

Offenheit: Eltern sollten das Problem weder totschweigen noch zu sehr aufblasen: Gehen Sie offen mit der Sprachstörung um und unterstützen Sie Ihr Kind dabei, frei und häufig zu sprechen.

Rat vom Kinderarzt: Bei Unsicherheiten kann der Kinderarzt beraten, ob eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt und ob eine Überweisung an einen Sprachtherapeuten empfehlenswert ist.