Modellieren mit Kindern – welche Techniken gibt es?

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Das Gestalten mit den Händen, das Ausprobieren von Formen und Proportionen ist Kindern ein Grundbedürfnis, das weiß jeder, der schon einmal Kinder beim Kneten oder beim Buddeln in der Sandkiste beobachtet hat. Das Modellieren mit Ton, Pappmaché oder Gips macht auch deshalb so viel Spaß, weil Ihr Kind nach Herzenslust herummatschen kann: da wird gedrückt, gerollt und geknetet und immer wieder entsteht etwas Neues. Zugegeben, bei einigen Modellierarbeiten wird es etwas schmutzig. Aber wenn es nicht warm genug ist, um im Freien zu basteln, können Sie zum Beispiel in der Küche oder im Keller eine große Plastikplane auf dem Boden auslegen, damit Ihr Kind seiner Kreativität unbeschwert freien Lauf lassen kann.

Modellieren: Ein Bastelspaß, der die kognitiven Fähigkeiten fördert

In vielen pädagogischen Konzepten spielt das Modellieren von Formen und Figuren eine wichtige Rolle im Kita- oder Schulalltag. Denn durch das Arbeiten mit verschiedenen Modelliermassen wie Ton, Sand, Knete oder Pappmaché üben Kinder nicht nur ihre feinmotorischen Fähigkeiten, sie schulen auch ihre Beobachtungsgabe und lernen, Proportionen richtig einzuschätzen und nachzubilden. Anders als beim Malen werden Körper beim Modellieren dreidimensional abgebildet. Das ist für Kinder eine Herausforderung, die mit jedem Mal besser gelingt.

Welche Modelliertechniken für welches Alter?

Knete: Bunte Knete ohne Weichmacher können schon die Allekleinsten benutzen. Für kleine Kinder gesundheitlich unbedenklich und als Modelliermasse unkompliziert, ist Knete aber leider auch unbeständig: Nach einiger Zeit werden kleine Kunstwerke bröckelig und unansehnlich.

Selbsthärtende / ofenhärtende Modelliermasse: Modelliermasse git es im Bastelladen zu kaufen. Sie ist ewas fester als Knete, lässt sich jedoch zum Verarbeiten weichkneten. Schon Kindergartenkinder haben viel Spaß mit dieser Modelliertechnik. Nach dem Aushärten an der Luft oder im Backofen können die Figuren lackiert, geschmückt oder bemalt werden, zum Beispiel als Figuren an einem selbst gebastelten Mobile.

Ton: Arbeiten mit Ton ist für Kindergarten- und Grundschulkinder eine sehr gute Übung für die Sinneswahrnehmung. Er ist nähmlich leicht zu verarbeiten wie Knete, aber mit etwas Wasser kann er nach Herzenslust gematscht und geklebt werden. Wer keinen Zugang zu einem Tonbrennofen hat, kann im Bastelladen lufttrocknenden Ton kaufen, der nach dem Tocknen mit Arylfarbe bemalt werden kann.

Pappmaché: Modellieren mit Pappmaché ist nicht schwer, aber es dauert seine Zeit. Sowohl das einweichen bzw Einkleistern der Papiermasse, als auch das Trocknen und Gestalten der Figuren dauert ein wenig. Grundschulkinder kommen mit etwas Hilfe sehr gut mit Pappmaché zurecht und können zum Beispiel Masken, Köpfe für Handpuppen oder Figuren selber machen.

Gipsbinden: Modellieren mit Gips ist ähnlich wie die Arbeit mit Pappmaché, allerdings muss man beim Hantieren mit Gips und Wasser etwas aufpassen. Der Arbeits- und Reinigungsaufwand lohnt sich aber. Modelle aus Gipsbinden werden sehr hart und eignen sich perfekt, um bestimmte Formen nachzubilden.

Basteltipp: Pappmaché-Masken aus Luftballons

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Das brauchen Sie:

  • Luftballons
  • Zeitungspapier
  • Borstenpinsel (Malerpinsel)
  • Tapetenkleister zum Anrühren
  • Schere
  • Farben und Pinsel zum Anmalen
  • Evtl. Wolle für eine Frisur, bunte Deko-Steine etc.
  • Gummiband

Modellieren – so geht’s:

  • Pro Maske einen Luftballon aufblasen. Dabei darauf achten, dass der Luftballon ungefähr die gleiche Größe hat wie der Kopf des Kindes, damit die Maske später gut passt.
  • Kleister nach Packungsanweisung in einen Behälter mit Wasser einstreuen und kräftig umrühren, bis keine Klümpchen mehr darin sind. Etwas quellen lassen, ggf. noch einmal mit Wasser verdünnen.
  • Zeitungspapier in Stücke reißen, mit Kleister einpinseln oder direkt in den Kleister eintunken. In Lagen auf den Luftballon legen, bis der ganze Luftballon verkleidet ist, dabei die Oberfläche mit den Fingern glätten.
  • 3–4 Lagen übereinander auftragen, dabei das verknotete Ende des Luftballons freilassen. Anschließen das Pappmaché vollständig trocknen lassen.
Maske gestalten – so geht’s:
  • Wenn das Pappmaché vollständig fest ist (am besten einen Tag warten) mit einer Nadel den Ballon einstechen und durch das Loch aus der Pappmaché-Hülle ziehen.
  • Die Hülle mit einer scharfen Schere längs in zwei Hälften schneiden, beginnend vom Loch unten, wo der Ballonknoten war. Jetzt ist die Maskenform fertig. Wer mag, schneidet nicht die Hälfte, sondern einen kleineren Teil der Pappmaché-Form ab, so dass die Maske bis über den Hinterkopf reicht.
  • Je nachdem, was für eine Maske es werden soll, werden jetzt mit der Schere Löcher für die Augen und den Mund eingeschnitten.
  • Die Außenseite der Maske wird mit einer Grundfarbe vollständig angemalt. Acrylfarben eignen sich dabei am besten, da sie schön glänzen und die Oberfläche der Maske noch härter machen. Für kleine Kinder funktionieren aber auch Wasserfarben oder Abtönfarbe aus dem Baumarkt.
  • Jetzt wird die Maske individuell bemalt. Sei es mit einem Monster-Maul, verträumten Prinzessinnen-Augen oder einer Piraten-Augenklappe. Bunte Wollfäden können oben als Frisur auf die Maske geklebt werden.
  • Maske an das Gesicht anhalten und knapp über den Ohren an beiden Rändern kleine Löcher in die Maske stechen. Gummiband von einem Loch zum anderen fädeln und die Halterung verknoten – fertig!