Junge oder Mädchen

Was passiert in SSW 15?

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Mitten im vierten Monat ist die Schwangerschaft für die werdenden Eltern langsam zur Alltäglichkeit geworden: Vielleicht kommen die ersten Umstandshosen zum Einsatz, vielleicht wird schon die Einrichtung für das Babyzimmer geplant? In den meisten Fällen kehrt jetzt Gewohnheit ein. Die Frau fühlt sich im zweiten Trimester normalerweise gut und sieht auch so aus: Häufig wachsen die Haare und Nägel schneller und die Haut wird besser durchblutet, so dass sie einen rosigen Schimmer bekommt. Möglicherweise hält die 15. SSW noch ein wichtiges Ereignis bereit: Ab jetzt lässt sich das Geschlecht des Babys bestimmen.

Wie entwickelt sich mein Baby in der fünfzehnten Schwangerschaftswoche?

Das Herz ist voll entwickelt: Obwohl das Herz Ihres Baby schon seit rund zwei Monaten schlägt, ist es erst in der 15. SSW voll ausgebildet: Jetzt sind Herzkammern, Vorhöfe und Herzklappen vorhanden und das Herz kann bereits erstaunliche Mengen Blut durch den winzigen Organismus pumpen.

Die Genitalien sind erkennbar: Auf dem Ultraschall lässt sich in der 15. SSW bei den Jungen ein Penis, bei den Mädchen zunächst nur die Klitoris deutlich erkennen. Aber: Je nach Lage des Babys und nach Qualität des Ultraschallbildes kann der Arzt mit seiner Einschätzung auch daneben liegen.

Gehör differenziert sich: Mit der zunehmenden Verhärtung der Knorpelstrukturen im Körper des Fötus entwickelt sich auch das Innenohr weiter und damit einhergehend der Hörsinn Ihres Babys. In SSW 15 nimmt es Geräusche im Mutterleib und von außen schon deutlich wahr.

Kopfdurchmesser als entscheidende Größe: Bisher wurde bei den Vorsorgeuntersuchungen die Scheitel-Steiß-Länge Ihres Babys gemessen. Ab der 15. SSW wird zusätzlich der Querdurchmesser des Kopfes bestimmt. Der sogenannte Biparetale Durchmesser (BPD) ist von nun an ein wichtiger Parameter für den Entwicklungsstand Ihres Babys.

Größe des Fötus in der 15. SSW: etwa 8 cm

Körperliche Veränderungen – was passiert bei der Mutter in SSW 15?

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Rückenlage wird schwierig: Die Gebämutter wächst weiter und schiebt die inneren Organe weiter zusammen. Einige Frauen werden schon in der 15. SSW ein leichtes Schwindelgefühl bemerken, wenn sie längere Zeit flach auf dem Rücken liegen. Das liegt daran, dass die Gebärmutter auf die Hohlvene drückt, die für die Blutversorgung des Gehirns verantwortlich ist.

"Schwangershafts-Schusseligkeit": Mit fortschreitender Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel deutlich an und viele Freuen sind jetzt vergesslicher oder unkonzentrierter als sonst. Einige Frauen behelfen sich mit Listen oder Erinnerungsnotizen - zum Glück ist es aber spätestens nach der Stillzeit wieder vorbei mit der "Schusseligkeit".

Besenreiser: Auch, wer in der Schwangerschaft vor Krampfadern verschont bleibt, wird vielleicht an den Oberschenkeln winzige blaue oder rote Äderchen bemerken. Die sogenannten Besenreiser entstehen als Folge der geweitetetn Blutgefäße und verschwinden meist nach der Schwangersschaft von alleine wieder.

Wie finde ich eine Hebamme?

Wofür ist die Hebamme da? Jede Schwangere hat ein Anrecht auf die Betreuung durch eine Hebamme vor, während und nach der Geburt. Diese Art der Unterstützung ist durchaus empfehlenswert: Die Hebamme beantwortet alle Fragen rund um die Schwangerschaft, steht mit guten Tipps zur Seite, betreut die Geburt und besucht Mutter und Baby in den ersten Wochen nach der Geburt zu Hause, wo sie z.B. Tipps zur Babypflege und zum Stillen gibt.

So früh wie möglich eine Hebamme finden: Die Kosten für die Betreuung durch die

 

Hebamme tragen die Krankenkassen, allerdings muss sich jede Schwangere selbst darum kümmern, eine Hebamme zu finden. Es ist durchaus sinnvoll, schon in der 15. SSW damit zu beginnen, denn gute Hebammen sind gefragt und betreuen jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Frauen gleichzeitig. Bei einem unverbindlichen Treffen werden Sie schnell merken, ob Sie sich bei der ausgewählten Hebamme gut aufgehoben fühlen. Zudem sollten Sie im Voraus klären, ob die Hebamme Geburtsbegleitung macht oder nur die Vor- und Nachsorge übernimmt – das Leistungsangebot unterscheidet sich von Fall zu Fall.

Nicht vergessen:

Termine in der 15. Schwangerschaftswoche

3D-Ultraschall: Wer sein Baby jetzt schon genau kennenlernen möchte, kann um die 15. SSW herum einen 3D-Ultraschall machen lassen. Diese Zusatzleistung muss selbst gezahlt werden und ist weniger eine Untersuchung als eine besondere Möglichkeit für werdende Eltern, ihr Baby „live“ im Mutterleib zu sehen. Die Kosten für den 3D-Ultraschall liegen je nach Dauer und Umfang zwischen 50 und 150 Euro. Wichtig ist, dass der Arzt Erfahrung mit der 3D-Methode hat – aber selbst dann noch hängt es auch von der Lage des Babys ab, ob die Bilder wirklich gut werden.

Babyzimmer besser nicht selbst streichen: Eine Schwangerschaft bringt fast immer Umbau- und Renovierungsarbeiten mit sich – schließlich braucht der Nachwuchs seinen Platz in der elterlichen Wohnung. Schwangere sollten aber keinesfalls selbst Wände streichen und Möbel oder Heizkörper lackieren. Lösungsmittel und anderen Chemikalien können über die Atemwege in den Körper gelangen und das Baby schädigen. Auch bei scharfen oder chlorhaltigen Reinigungsmitteln, Benzindämpfen etc. ist Vorsicht geboten.